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Friedhof

Tiefbauamt

Bild: Stadt Dortmund / Jonas Lang

Friedhof

Die Straße Friedhof liegt an der Reinoldikirche und ist damit ein zentraler Ort der Innenstadt. Doch ein Friedhof scheint nicht in der Nähe zu sein.

Blick auf Schienen in der Straße Friedhof 1953

Blick auf Schienen in der Straße Friedhof 1953
Bild: Stadt Dortmund / Stadtarchiv

Historie

Im christlichen Mittelalter holte man die Toten in das Zentrum des Lebens und die Friedhöfe, Kirchhöfe genannt, wurden in den Pfarrkirchen und um die Pfarrkirchen herum angelegt. Sie waren wichtige Orte des kirchlichen und weltlichen Lebens. Auch in Dortmund hatte jede Kirche für ihre eigene Pfarrgemeinde einen eigenen Friedhof, so auch die Reinoldi-Pfarrgemeinde. Historische Belege für diesen Friedhof datieren in das 14. Jahrhundert ("frythoff“, "by suncte Reynoldes kerkhove“). Im Laufe der Jahrhunderte wurden auf diesen relativ kleinen innerstädtischen Friedhöfen die Dortmunder Bürger und Bürgerinnen eng beieinander und teilweise übereinander beerdigt.
Erst als die ehemalige Reichstadt Dortmund in das napoleonische Großherzogtum Berg eingegliedert wurde, wurde das Bestattungswesen den politischen Gemeinden übertragen und 1811 ein neuer kommunaler Friedhof außerhalb der alten, noch ummauerten Stadt angelegt. Hierfür waren hygienische Gründe und antiklerikale Einstellungen der neuen Regierung maßgebend.

Friedhof mit Reinoldikirche um 1930

Friedhof mit Reinoldikirche um 1930
Bild: Stadt Dortmund / Stadtarchiv

Der alte Friedhof an der Reinoldikirche, der damals um Einiges höher lag als heute und nur auf einigen mehrstufigen Treppen von den angrenzenden Straßen her zur Kirche hin erstiegen werden konnte, blieb abgetrennt durch dreizehn Pfeilersteine, die unter sich mit schweren Eisenketten verbunden waren, bis 1873 abgetrennt vom Verkehr; dann wurden die alten Bäume gefällt, der ganze Platz um die Kirche eingeebnet. Der dann mit Ulmen neu bepflanzte Platz wurde für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Die im Westen an das ehemalige Friedhofsgelände angrenzenden Häuser der Reinoldigemeinde, die sogenannte "Reinoldi-Insel“ mit der Adresse "Friedhof“, verschwanden erst bei der Umgestaltung der Umgebung der Kirche im Herbst 1928. So entstand die Freifläche, die heutige Straße Friedhof, nördlich der Reinoldikirche, die in der Folgezeit mehrmals umgestaltet wurde.

Friedhof

Friedhof mit Blick auf die Haltestelle Reinoldikirche
Bild: Stadt Dortmund / Marcel Armonat

Wissenswertes

Auf dem Straßen- und Platzgelände nördlich der Reinoldikirche befand sich früher der bedeutendste und wohl auch älteste (kirchliche) Friedhof der Stadt Dortmund. Im Alten Dortmund zählte der Friedhof zu einem der großen Plätze. Weitere größere Aufenthaltsorte in der Stadt waren der Große Markt, der Eselmarkt (heute Eisenmarkt), der Gänsemarkt und der Sonnenschein.