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Ansicht zur Gestaltung des Brüderweges 2012

Amt für Wohnen und Stadterneuerung

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Boulevard Kampstraße/Brüderweg

Historische Chance für die Innenstadtentwicklung

Die Innenstadt zusammenfügen sowie einen attraktiven Aufenthalts- und Erlebnisbereich parallel zum Hellweg schaffen, das sind die Hauptziele des geplanten – und in Teilen bereits realisierten – Boulevards Kampstraße/Brüderweg.

Der Straßenzug Kampstraße/Brüderweg hat seine stadträumliche Fassung in der Zeit des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg erhalten und diente jahrzehntelang als Haupt-Durchgangsstraße. Für Fußgänger bildete dieser durchschnittlich 30-35 m breite Straßenraum – über den viele Jahre oberirdisch die Stadtbahn verkehrte – eine schwer zu überwindende Barriere zwischen der südlichen und nördlichen Hälfte der City.

Mit der Inbetriebnahme der in der City unterirdischen West-Ost-Stadtbahnlinien am 27.04.2008 ergab sich für die Stadt Dortmund die Chance, grundlegende Beeinträchtigungen der City anzugehen und die Entwicklung des Stadtkerns nachhaltig zu fördern.

Informationen zum Projekt

Hintergrund

Der parallel zur Kampstraße/Brüderweg verlaufende Hellweg ist eine reine Einkaufsmeile für Fußgänger*innen mit einem vielfältigen Angebot an Geschäften, jedoch ohne eigene Aufenthalts- bzw. Verweilqualität. Durch die Umgestaltung des Straßenzuges Kampstraße/Brüderweg nach den Planungen des Ateliers Fritschi + Stahl aus dem Jahr 1999 soll – parallel zur geschäftigen Einkaufsmeile – eine Zone entstehen, die den Menschen zusätzlich Anreiz und Ziel für einen Bummel durch die Innenstadt gibt.

Die Verknüpfungen mit der Achse zum Hauptbahnhof an der Kirche St. Petri sowie zwischen dem Platz von Leeds und dem Hellweg an der Kirche St. Reinoldi gewinnen dabei einen hohen Stellenwert. Durch die bereits neu gestaltete Westentorallee (westliche Kampstraße) konnte eine attraktive Verbindung zwischen der City und dem Dortmunder U hergestellt werden.

Das Gestaltungskonzept

Der Boulevard Kampstraße/Brüderweg ist in drei Segmente gegliedert. Die Westentorallee bildet den westlichen und der Brüderweg den östlichen Teilbereich. Beide Abschnitte wurden in den letzten Jahren als zweireihige Platanenalleen angelegt, durch die mittig eine Fahrbahn sowie nördlich und südlich breite Gehwege verlaufen.

Die Bäume der Alleen werden durch Lichtstelen und Bodenstrahler illuminiert und Bänke laden zum Verweilen ein. Ergänzt wird die Planung durch attraktive Spielpunkte für größere Kinder und Jugendliche.

Den mittleren Bereich des Boulevards – zwischen den Kirchen St. Petri und St. Reinoldi – bildet die "Lichtpromenade", die im Wesentlichen den Fußgänger*innen und Radfahrer*innen vorbehalten ist. Ein schmaler Wasserlauf begleitet die Promenade, der in einem Wasserbecken in Höhe der Katharinenstraße beginnt. Auf halber Strecke am Platz von Netanya fügt sich ein kreisrundes Brunnenbecken ein. Der Wasserlauf erreicht in einem Wasserbecken auf dem Willy-Brandt-Platz nördlich der Kirche St. Reinoldi sein Ziel. In relativ geringen Abständen sind Querungshilfen für Fahrzeuge und Fußgänger vorgesehen. Die Nordseite der Flaniermeile wird durch eine Lichtschiene gesäumt; zusätzliche Lichtstelen in lockerer Gruppierung ergänzen die Beleuchtung.
Anders als in der Westentorallee und dem Brüderweg hat dieser Straßenabschnitt keinen Alleecharakter. Die vorhandenen Bäume bleiben soweit wie möglich erhalten und werden durch zusätzliche Baumgruppen ergänzt. Eine Vielzahl an bequemen Sitzbänken laden zum Verweilen ein. Außengastronomie soll buntes Leben in den Straßenraum bringen. Der Baubeginn ist für 2019 geplant.

Im Anschluss daran wird der letzte Bauabschnitt des Boulevards "Reinoldi-Umfeld" in Angriff genommen.

Gestaltungskonzept Boulevard Kampstraße/Brüderweg, Atelier Fritschi + Stahl, Stand 2010 [pdf, 9,1 MB]

Realisierung in Bauabschnitten

Um die Belastung der Anlieger in verkraftbaren Grenzen zu halten und verschiedene Abschnitte des zukünftigen Boulevard zeitnah nutzen zu können, wird der Boulevard Kampstraße/Brüderweg in Bauabschnitten realisiert.

Auch finanzielle Erwägungen und baulogistische Aspekte sprechen für eine solche Vorgehensweise. Eine Karte, die einen Überblick über die geplanten Bauabschnitte liefert, finden Sie im untenstehenden Download.
Kampstraße Bauabschnitte 2010 [pdf, 179 kB]

Die Westentorallee

Als Westentorallee wird der westliche Teil der Kampstraße zwischen Hoher Wall und Katharinenstraße bezeichnet. Der Bauabschnitt umfasst neben der Gestaltung der westlichen Kampstraße auch den Umbau der kleinen Straße Weddepoth in eine Fußgängerzone und den Bau des Spielpunktes Westentorallee nahe der Kirche St. Petri. Dieser erste Bauabschnitt des Boulevards Kampstraße/Brüderweg wurde bereits 2009 fertiggestellt.

Die Geschichte des Boulevard Kampstraße zwischen der Kirche St. Petri und Westentor bis zur heutigen Zeit ist im Dortmunder Denkmalheft, Bausteine und Fundstücke 07: "Im Westen was Neues – Der Boulevard Kampstraße zwischen Petrikirche und Westentor" zusammengefasst und ansprechend illustriert.

Bausteine und Fundstücke: Im Westen was Neues – Der Boulevard Kampstraße zwischen Petrikirche und Westentor [pdf, 12,1 MB]

Neugestaltung Petrikirchhof

Östlich an die Westentorallee angrenzend befindet sich die Kirche St. Petri mit ihrem Kirchenhof. Bereits 2012 wurde die hohe, abschottende Mauer zur Kampstraße, die sogenannte Bastion, abgebrochen. Es folgten umfangreiche archäologische Grabungen, bei denen Reste eines großen Friedhofes aus dem Mittelalter sowie Teile der alten Kampstraße aus dem 12. und 13. Jahrhundert zu Tage getreten sind. 2013 sind auf der Nordseite des Petrikirchplatzes zwei neue Gebäude entstanden, in die eine Niederlassung der National-Bank AG und das Kundencenter der Stadtwerke Dortmund (DSW21) eingezogen sind.

Ab Anfang 2014 folgte die Neugestaltung des Bereiches rings um die Kirche St. Petri. Bis einschließlich Westenhellweg wurde die komplette Platzoberfläche in einem hochwertigen Betonsteinpflaster neu hergestellt. Eine große Treppenanlage zwischen den neuen Gebäuden öffnet den Kirchplatz zur Kampstraße. Rampen und ein Sehbehindertenleitsystem sorgen für die uneingeschränkte Nutzungsmöglichkeit auch für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Der Brüderweg

Im Jahr 2013 wurde mit der Umgestaltung des Brüderwegs der 3. Bauabschnitt des Boulevard Kampstraße/Brüderweg fertiggestellt: Heute bildet der Brüderweg mit seiner zweireihigen Platanenallee – analog zur ebenfalls bereits neu gestalteten Westentorallee – die östliche Flanke der Gesamtmaßnahme Boulevard Kampstraße/Brüderweg.

Westlich des Pylons entstand im Jahr 2014 am Brüderweg ein Spiel- und Bewegungsangebot für Kinder und Jugendliche in Form eines Graffiti-Boulderparcours, der sich aus dem Schriftzug HANSE zusammensetzt.

Informationen zur Geschichte des Brüderwegs sind im Dortmunder Denkmalheft, Bausteine und Fundstücke 05: „Vom „grauen Bruder“ zur Flaniermeile – Der Brüderweg als Teil des Boulevards Kampstraße“ zusammengefasst.
Broschüre "Brüderweg" [pdf, 1,6 MB]