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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Alle Rechte vorbehalten Helmut Kaczmarek

Forschung

Deutsches Rettungsrobotik-Zentrum entsteht auf Phoenix West

Nachricht vom 06.12.2018

Am Donnerstag, 6. Dezember, eröffneten Stadt und Feuerwehr Dortmund das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum (A-DRZ) auf dem Gelände Phoenix West. Hier sollen Forscher bundesweit einzigartige Hilfsroboter für die Feuerwehr entwickeln. Damit könnten Einsätze in Zukunft sicherer und effizienter werden.

Auftaktveranstaltung zum Aufbau des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums

Stadt und Feuerwehr Dortmund eröffneten auf dem Gelände Phoenix West das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Nadja Lucas

Am Donnerstag, 6. Dezember, gab es in Dortmund den Startschuss für ein Projekt, welches es so in Deutschland bisher noch nicht gibt. Auf dem ehemaligen Industriegelände Phoenix West entsteht in den nächsten Jahren ein Kompetenzzentrum, in dem solche Robotersysteme für die zivile Gefahrenabwehr erforscht und entwickelt werden. In verschiedenen Einsatzszenarien werden diese auf einem dafür modellierten Versuchsgelände unter realitätsnahen Bedingungen auf ihre Einsatztauglichkeit hin erprobt.

Ziel: Sicherere und effizientere Einsätze

Einsatzkräfte begegnen bei ihrer täglichen Arbeit vielfältigen Herausforderungen. Trotz Ausbildung, taktischer Konzepte und Schutzausrüstung werden jedes Jahr weltweit Tausende Einsatzkräfte verletzt oder getötet. MIt der fortschreitenden technischen Entwicklung ist es absehbar, dass mobile Robotersysteme Aufgaben übernehmen werden, um die Einsatzabwicklung effizienter und vor allem sicherer zu gestalten. Die Anforderungen an die unterstützenden Rettungsrobotersysteme sind dabei komplex und vielfältig. Die Roboter sollten bei der Rettung von Menschen den Einsatzkräften helfen und diese gleichzeitig schützen.

"Im Idealfall werden die entwickelten Roboter besonders gefährliche Aufgaben übernehmen, ohne das Menschen sich in Gefahr bringen", sagt Sabine ten Hagen-Knauer, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). "Mit dem Kompetenzzentrum können wir einen hervorragenden Ort entstehen lassen, an dem Kompetenz gebündelt wird", so ten Hagen-Knauer weiter. So gebe es eine andere Möglichkeit zu helfen, wenn es für Feuerwehrmänner zu gefährlich wird. Das sei eine bedeutende gesellschaftliche Aufgabe.

Realistische Testumgebung in vier Leitszenarien

Durch den Aufbau des Kompetenzzentrums A-DRZ soll der Einsatz von Robotersystemen bei der zivilen Gefahrenabwehr in menschenfeindlicher Umgebung vorangetrieben werden. Die Basis bilden dabei die vier Leitszenarien Feuer, Einsturz und Verschüttung, Detektion von Gefahrstoffen und Hochwasser sowie die daraus resultierenden Herausforderungen an die Rettungsrobotik. Hierzu wird unter anderem ein sogenanntes "Living Lab", d.h. ein Labor mit angeschlossenem Versuchsgelände, aufgebaut, in dem Wissenschaftler, Firmen und Anwender gemeinsam bestmögliche Lösungen für unterstützende Rettungsroboter erforschen und in realistischen Testumgebungen prüfen können.

"Das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum (A-DRZ) ist eine weitere Glanzmarke in unserer Stadt. Die Wissenschaft ist ein treibender Motor in Dortmund. Wir als Stadt werden das A-DRZ unterstützen", sagt Norbert Dahmen, Dezernent für Recht, Ordnung, Bürgerdienste und Feuerwehr.

Kompetenzzentrum mit internationaler Strahlkraft

Durch die Implementierung des A-DRZ wird ein nationales Kompetenzzentrum mit internationaler Strahlkraft entstehen. Erstmalig in Deutschland werden Einsatzkräfte, Forscher und Industrie an der Realisierung autonomer Rettungsroboter und dem Aufbau einer national wie international agierender Robotik-Einsatzgruppe arbeiten. Zudem werden Test- und Prüfkriterien erarbeitet, um eine spätere Standardisierung und Zertifizierung unterschiedlicher Robotersysteme zu gewährleisten.

Aktuelle Forschung soll auf Bedarf reagieren

Mit rund 12 Millionen Euro wird dieses zunächst auf vier Jahre angelegte Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und wird von einem interdisziplinär und namhaft zusammengesetzten Projektkonsortium aus Anwendern, Industrie, Hochschulen und Forschungseinrichtungen getragen. Langfristiges Ziel ist es, auch über diese Initiierungs- bzw. Förderphase hinaus, ein wissenschaftlich orientiertes, leistungsfähiges Kompetenzzentrum zu etablieren, das auf künftige Bedarfe der am Entwicklungsprozess beteiligten Akteure sowie auf veränderte Rahmenbedingungen flexibel reagiert.

Den Aufbau und den Betrieb des Kompetenzzentrums übernimmt der von den Projektpartnern als Trägerorganisation gegründete Verein "Deutsches Rettungsrobotik-Zentrum e.V." (DRZ e.V.). Koordiniert wird der Forschungsverbund durch das Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie der Feuerwehr Dortmund.