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Forschung

Drohnen im Rettungseinsatz: Feuerwehr schließt Projekt VISION mit Live-Demonstration erfolgreich ab

Nachricht vom 15.11.2021

Im Projekt VISION unterstützen unbemannte Flugsysteme (UAS) bei Einsätzen von Rettungskräften mit Live-Lageinformationen. Mit einer Praxis-Demonstration der Feuerwehr Dortmund geht das Projekt nun einem erfolgreichen Abschluss entgegen.

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Von links nach rechts: Herr Alexander Spieshöfer - Vertreter des Projektträgers TÜV Rheinland Consulting; Herr Dirk Aschenbrenner - Direktor der Feuerwehr Dortmund, Frau Dr. Johanna Holsten - Geschäftsführerin flyXdrive GmbH
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Alle Rechte vorbehalten Feuerwehr Dortmund

Die Dortmunder Feuerwehr hat am Donnerstag, 4. November, bei einer Live-Vorführung in Dortmund gezeigt, wie unbemannte Flugsysteme bei zeitkritischen Einsätzen effizient unterstützen können − und setzte Drohnen zur Gewinnung von Lageinformationen über LTE Mobilfunk Live-streaming, bei einem simulierten Einsatz zur Vermisstensuche bei ungenauer Ortsangabe und einer simulierten ABC-Lage (Gefahrenstoffunglück in einer Lagerhalle) ein.

Die vermisste Person konnte per Kippflügler-Drohne mit Infrarotkamera schnell in einem Feld in der Umgebung ausfindig gemacht werden. Per Luftaufnahme mit demselben Flugsystem konnte der Einsatzleiter der Feuerwehr noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte einen Überblick über das Geschehen an einer Lagerhalle erhalten und die Rettungskräfte ohne zeitliche Verzögerung sofort richtig einsetzen. Eine weitere indoorfähige Drohne zeigte ihm das Gebäude von innen. Dabei konnte er sowohl die Anzahl an verletzten Personen, als auch den Weg zur Rettung dieser Menschen feststellen.

Frühzeitige und laufende Gefahrenanalyse

Die Feuerwehr Dortmund ist Praxispartner des vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) über die Mobilitätsförderung mFUND finanzierten Projekts VISION. Sie hat die Anforderung für den Einsatz der unbemannten Flugsysteme in solchen Gefahrensituationen definiert.

Das seit 2018 laufende Projekt hat das Ziel, Drohnen zur Erfassung der laufend zu aktualisierenden Lage in einer Notsituation im Innen- und Außenbereich durch Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) einzusetzen, unbemannte Flugsysteme in den Luftraum zu integrieren, die Flugplanung und -durchführung sowie die Datenverarbeitung zu automatisieren und letztlich die herannahenden und vor Ort befindlichen Einsatzkräfte mit Live-Übertragungen von Bild- und Videomaterial und auch zurückliegenden, gespeicherten Standortinformationen über eine Web-Cloud Applikation zu versorgen.

Der Einsatz von Drohnen soll BOS so die Möglichkeit verschaffen, die Entwicklung von Gefahrensituationen auf Basis von laufend aktualisierten, gespeicherten Lagedaten noch schneller und umfassender beurteilen und einschätzen zu können. Anhand derart genauer und schneller Informationsverfügbarkeit können die Rettungskräfte in ausreichender Stärke und zielgenau an ihre Einsatzorte geschickt werden − und dort sofort die geeigneten Maßnahmen ergreifen. Mit der nun erfolgreich umgesetzten Live-Demonstration stellte das Konsortium den Mehrwert für die BOS Kräfte unter Beweis und legte die Basis für weitere Entwicklungen in diesem Bereich.

Hochkarätiges Expert*innenteam

Das Projekt Vision wurde gemeinschaftlich von einem Konsortium aus Forschung, Industrie sowie Vertretern der BOS umgesetzt. Die Gesamtleitung des Projekts liegt beim Unternehmen flyXdrive aus Aachen, welches auch das Kippflügler UAV entwickelte. Die RWTH Aachen steuerte aus dem Institut für Flugdynamik Erfahrungen aus dem Bereich UAVs bei. Der Multikopter für die Erkundung innerhalb von Gebäuden wurde vom Karlsruher Institut für Technologie entwickelt und gebaut. Die Deutsche Flugsicherung DFS GmbH, die bereits auf mehrjährige Erfahrung in diesem Bereich zurückblicken kann, setzte die sichere Integration der UAVs in den Luftraum um.

Die Nutzdatenprozesskette und Cloud-Anwendungssoftware wurden vom Unternehmen M4Com System GmbH aus Salem entwickelt. Die Deutsche Telekom sorgte mit ihrem Mobilfunknetz für die notwendige Datenverbindung von und zum UAV, stellte die Cloud-Infrastruktur für die Prozessierung der Daten zur Verfügung und brachte Expertise zum Datenschutz ein. Das Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie der Feuerwehr Dortmund als Vertreter der BOS Kräfte legte die Projektanforderungen aus Praxissicht fest und unterstützte durch die Durchführung der verschiedenen Testszenarien.

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Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.