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Unterricht der Jugendfeuerwehr Dortmund

Feuerwehr

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Feuerwehr Dortmund

Brandschutzerziehung für Kinder

Das Dortmunder Konzept der Brandschutzerziehung

Die Feuerwehr Dortmund hat 2005 die Brandschutzerziehung umfangreich reformiert. Hierbei ergaben sich neue Strukturen, die eine einheitliche Zielorientierung zur Folge haben. Im Rahmen dieser Umstrukturierung sind neue Medien, Ideen-Sammlungen und das hier beschriebene Konzepte eingeführt worden. Damit werden die Brandschutzerzieher/-innen der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr, aber auch Lehrer/-innen und Erzieher/-innen bei ihrer Arbeit mit den Kindern auf aktueller und lernzielorientierter Weise unterstützt.

Das „Dortmunder Konzept“ zur Durchführung der Brandschutzerziehung, wurde gemeinsam von Angehörigen der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr sowie mit Dortmunder Lehrer/-innen und Erzieher/-innen erarbeitet.

Es ist das erklärte Ziel der Feuerwehr Dortmund, dass Kinder bereits früh Sicherheit im Umgang mit Feuer gewinnen, rechtzeitig Gefahren einschätzen und diese abwenden lernen. Durch die Schaffung eines mehrstufigen Modells, wird das Thema Brandschutzerziehung schon in Kindergärten und Grundschulen integriert.

Unsere Zielgruppen in Kindergärten und Grundschulen

Kindergärten werden in Deutschland in der Regel von Kindern zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr besucht, was zu einer Verweildauer von meist drei Jahren führt. Grundlegende Informationen zum Thema „Feuer – Gefahr- Verhalten“ werden den Kindern durch die Mitarbeiter der Einrichtung bereits im ersten Kindergartenjahr gegeben (z.B. Räumungsübung, Gefahr einer brennenden Kerze, ...).

Zielgruppe einer umfänglichen Brandschutzerziehung sind in erster Linie die Kinder, die ein Jahr vor der Einschulung stehen. Die Konzentration, die kognitiven Fähigkeiten und die Feinmotorik sind nun ausreichend entwickelt. Diese, in den Gruppen befindlichen 5 bis 6 Jährigen, häufig als „Schulkinder“ bezeichnet, sind bereits in der Lage weit reichendes Wissen aufzunehmen.

Bei der Brandschutzerziehung in der Grundschule wird das Thema vertieft. Die Zielgruppe „Grundschüler/-in“ hat sich im Laufe der Zeit sehr geändert. Hier ist ein anspruchsvoller, informativer und innovativer Unterricht unabdingbar. Im 3. oder 4. Grundschuljahr werden unter Einbeziehung des Lehrplanes die wesentlichen Inhalte erarbeitet. Die Brandschutzerziehung kann dabei fächerübergreifend erfolgen.

Damit wird das Brandschutzbewusstsein bei Kindern soweit entwickelt, dass am Ende der Schulzeit die selbst bei den Erwachsenen erkennbaren Defizite weitestgehend abgebaut sind.

Umsetzung des Konzeptes

Zur Umsetzung des Konzeptes werden Kindergärten und Grundschulen drei Basismodule angeboten.

  • Unterstützung von Maßnahmen zur Brandschutzerziehung durch Mitarbeiter der Einrichtung
  • Brandschutzerziehung durch die Feuerwehr in der Einrichtung
  • Besuch einer Feuerwache

Weitere Maßnahmen zur Brandschutzerziehung sind im Einzelfall mit dem zuständigen Team der Feuerwehr abzustimmen.

Ablauf

  • Im Sachgebiet Brandschutzaufklärung (Kontakt) werden alle Anfragen zur Brandschutzerziehung, Brandschutzunterweisung und Wachbesichtigungen entgegengenommen.
  • Ein Brandschutzerzieher erhält dann den Auftrag zur Durchführung und nimmt Kontakt mit der Einrichtung auf.
  • Der Brandschutzerzieher führt die nachfolgend näher beschriebenen Schritte selbständig durch. Die gesamte Maßnahme bleibt dadurch in der Hand eines einzelnen Brandschutzerziehers/-in, der alle drei Module begleitet. Dadurch kann intensiver auf individuelle Bedürfnisse eingegangen und der Inhalt der einzelnen Module den Fähigkeiten angepasst werden. Alle Terminabsprachen werden ausschließlich vom beauftragten Brandschutzerzieher/-in getroffen.
  • Die Mitarbeiter/-innen der Einrichtungen, in der Regel Lehrer/-innen und Erzieher/-innen, erhalten von dem Brandschutzerzieher/-in der Feuerwehr genaue Informationen und Hintergrundwissen über Möglichkeiten und Ziele.
  • Der Brandschutzerzieher/-in stellt der Einrichtung die auf den Feuerwachen bereitgehaltenen Materialien zur Verfügung. Im Rahmen des Übergabegespräches, werden die einzelnen Komponenten erklärt und Einsatzmöglichkeiten besprochen. Gemeinsam wird die Durchführung geplant.
  • Vor Beginn jeder Maßnahme wird eine gezielte Vereinbarung über Inhalt und Aufgabenverteilung getroffen.

Der Brandschutzerzieher/-in wirkt beratend und unterstützend, wobei der eigentliche Auftrag und die Verantwortung zur Durchführung von Maßnahmen zur Brandschutzerziehung bei der Einrichtung verbleibt. Die Feuerwehr ist hier unterstützend tätig.

Unsere Brandschutzerzieher/-innen

Das Aufgabenspektrum der Feuerwehren ist breit und gerade für so besondere Anforderungen, wie sie sich aus der Ausbildung von Kindern ergeben, ist eine spezielle Qualifizierung erforderlich. Die Dortmunder Feuerwehr bildet die Brandschutzerzieher der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr vor ihrem Einsatz sorgfältig aus. Danach erfolgen regelmäßige Fortbildungen.

Doch können diese Bemühungen bei Weitem nicht die Qualität einer Ausbildung ersetzten, die Pädagogen/-innen vor ihrer Tätigkeit in Schulen und Kindergärten erhalten haben. Daher ist die enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Einrichtung Voraussetzung für den Erfolg der Brandschutzerziehung.

Ausbildung Brandschutzerziehung

Über Interessenabfragen werden aus den Reihen der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr geeignete Mitarbeiter/-innen gewonnen. Voraussetzung, um für die Funktion eines Brandschutzerziehers/-in ausgebildet zu werden, sind bereits vorhandene Erfahrungen durch unterstützende Tätigkeiten in diesem Bereich.

In einem dreitägigen Basisseminar werden die künftigen Brandschutzerzieher/-innen dann an ihre Aufgaben herangeführt. Die Teilnehmer/-innen sind danach in der Lage, die Brandschutzerziehung selbstständig zu realisieren.

Jährliche Weiterbildungen

Mindestens jährlich erhalten alle Brandschutzerzieher/-innen, eine auf das Basisseminar und vorhandene Erfahrungen aus der Durchführung von Maßnahmen zur Brandschutzerziehung aufbauende Weiterbildung. Dabei fließen neue Erkenntnisse und die umfangreichen Erfahrungen aus der praktischen Tätigkeit ein.

Die Teilnahme an externen Veranstaltungen, wie beispielsweise dem „Forum Brandschutzerziehung“ und den Lehrgängen des Landesfeuerwehrverbandes runden das Fortbildungsangebot ab.