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Feuerwehr

Entwicklung des Brandschutzes in Dortmund - 1921 bis 1945

1922

Am 1. November wird die Nordwache an der Münsterstraße in Dienst gestellt. Im selben Monat beschließt der Magistrat die endgültige Motorisierung der Berufsfeuerwehr.

1924

Branddirektor Baehr tritt in den Ruhestand. Nachfolger wird Brandoberingenieur Georg Firsbach, der die Entwicklung der Berufsfeuerwehr nach besten Kräften weiter vorantreibt.

Bilderstrecke: Feuerwehr Dortmund - Bilder aus den 1920er Jahren

Motordrehleiter der Hauptfeuerwache 1922 5 Bilder
Motordrehleiter der Hauptfeuerwache 1922
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Alle Rechte vorbehalten Feuerwehr Dortmund

1928

Die Kohlenhandlung Kunze an der Brackeler Oberdorfstraße wird zu einer Feuerwache umgebaut. Vor Feuerwache und Kohlenhandlung dienten die Gebäude einer Molkerei.

1929

Übernahme einer Feuerwache in Dortmund Hörde.

1930

Mit Gründung einer Gewerkschaft und erweiterten Verordnungen verbessern sich die Einsatzbedingungen der Feuerwehrmänner. Besoldung und Urlaub werden neu geregelt.

Bezug der Feuerwache 3. Damit gibt es auf dem Dortmunder Stadtgebiet vier Feuerwachen: Haupt, Nord, Ost und Süd.

1931

Das erste „Feuerlöschboot“ wird in Dienst genommen. Es hat eine Pontonform und wird von einem Außenbordmotor angetrieben. Das neue Boot ist mit Dieselaggregat ausgestattet und verfügt über eine Feuerlöschkreiselpumpe. Es wird erst 1942 von einem neuen Bootstypen abgelöst.

1933

Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten ändert sich ab 1933 auch das Feuerwehrwesen. Die Feuerwehren werden den Polizeibehörden unterstellt und in die Feuerlöschpolizei untergliedert. Im Laufe der Jahre wird das Aufgabengebiet der Feuerwehr immer größer, so ist die Feuerwehr auch mit der Aufgabe betraut, eine Luftschutzorganisation aufzubauen.

Schauübung zur Unfallverhütungswoche 1934 auf dem Alten Markt

Schauübung zur Unfallverhütungswoche 1934 auf dem Alten Markt
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Alle Rechte vorbehalten Feuerwehr Dortmund

1936

Die Berufsfeuerwehr Dortmund ist 200 Mann stark.

1937

Die Westwache startet im Sommer mit einem Provisorium im 1910 errichteten Schmiedegebäude des Betriebshofes der elektrischen Straßenbahn in Marten. Eine große Halle dient als Unterstand für Straßenbahnen und als Werkstatt, ein Nebentrakt als Maschinen- und Sozialgebäude.

In der Zeit von August bis November 1937 wird nach einem langwierigen Genehmigungsverfahren der Umbau vom Schmiedegebäude zur Feuerwache vollzogen.

1938

Mit dem „Reichsgesetz über das Feuerlöschwesen“ vom 23. November erhält die Berufsfeuerwehr die Organisationsform einer „Feuerschutzpolizei“.

Rüstwagen mit Krananhänger 1938

Rüstwagen mit Krananhänger 1938
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Alle Rechte vorbehalten Feuerwehr Dortmund

1939

Bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges arbeitet Firsbach unermüdlich an der Entwicklung des Feuerlöschwesens der Stadt Dortmund weiter.

Seine Bemühungen gelten der Maxime der Feuerwehr, „ihre Arbeit im Dienste der Bevölkerung“ zu verrichten.

Mit der Bekanntgabe der „Mobilmachung“ am 1. September folgt die Kasernierung der Berufsfeuerwehr. Am 24. Oktober wird die Freiwillige Feuerwehr aufgelöst und anderen Organisationen zugeordnet.

Dazu gehört die „Feuerwehrschutzpolizei“, deren Führung dem Hitlerregime treu ergeben ist. Das Leben auf den Feuerwachen unterliegt ab diesem Zeitpunkt strengen militärischen Grundsätzen.

Standorte der Feuerwachen:

  • Feuerwache 1 Hauptfeuerwache Silberstraße 27
  • Feuerwache 2 Nordfeuerwache Münsterstraße 156
  • Feuerwache 3 Ostfeuerwache Schimmelstraße 13
  • Feuerwache 4 Südfeuerwache Hermannstraße 3
  • Feuerwache 5 Westfeuerwache Bärenbruch 27
  • Hafenstützpunkt Franziusstraße 31

1942

Das Krankentransportwesen wird im gesamten Deutschen Reich bis Kriegsende dem Deutschen Roten Kreuz übertragen.

Während des zweiten Weltkrieges steht auch die Dortmunder Feuerwehr vor teils unlösbaren Aufgaben. Die Stadt ist durch Bombenangriffe der Alliierten erheblich zerstört; Straßen, Wege und Brücken sind nicht passierbar. Auch die Feuerwachen werden von den Luftangriffen nicht verschont.

Feuerwache 2 nach einem Bombenangriff 1943

Feuerwache 2 nach einem Bombenangriff 1943
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Alle Rechte vorbehalten Feuerwehr Dortmund

1944

Durch den „Cooking Plant“ – Plan der Alliierten, der die Zerstörung von Industrieanlagen vorsieht, gibt es in der Zeit vom 01. Mai 1944 bis zum 01. Mai 1945 schwere Luftangriffe auf Dortmund.

Die Hörder Feuerwache, in der Nähe des Stahlwerkes liegend, wird in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 1944 von Bomben getroffen und zerstört. Die gesamte Südwache in Schutt und Asche, die Fahrzeuge sind komplett zerstört und die Fernmeldeleitungen unbrauchbar.

Doch Glück im Unglück; die gesamte Wachmannschaft überlebt diesen Bombenangriff – es sollte der einzige Totalverlust einer Feuerwache auf Dortmunder Stadtgebiet bleiben.

Im Goy-Stadion (An der Goymark) wird umgehend eine Behelfsfeuerwache eingerichtet. Das Umkleidegebäude des Stadions wird rechts und links mit je einer Behelfsremise versehen und die Umkleidekabinen als Wachräume hergerichtet. Die Behelfswache erhält ein Löschgruppenfahrzeug 25 und einen Krankentransportwagen.

Am 6. Oktober werden auch die Hauptwache und Nordwache durch Luftangriffe erheblich beschädigt. damit sind alle fünf Feuerwachen nur noch eingeschränkt nutzbar. Durch mangelnden Nachschub an Material und Gerät ist die Feuerwehr in dieser Zeit empfindlich geschwächt. Der Neuaufbau von Feuerwachen dauert bis in die Nachkriegsjahre.

1945

Die Alliierten unterstützen die Reorganisation der Dortmunder Feuerwehr. Die Feuerwehrschutzpolizei wird als Berufsfeuerwehr wieder zu einer Städtischen Einrichtung.

Bilderstrecke: Feuerwehr Dortmund - Die zerstörte Feuerwache 1 an der Silberstraße, 1945

Die zerstörte Feuerwache 1 an der Silberstraße 1945 2 Bilder
Frontalansicht der zerstörten Feuerwache 1 an der Silberstraße 1945
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Alle Rechte vorbehalten Feuerwehr Dortmund