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Feuerwehr

Entwicklung des Brandschutzes in Dortmund . - 1946 bis 1980

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Oberbrandrat Zinser 1947

1946

Am 1. Juli tritt Branddirektor Firsbach in den Ruhestand. Sein kommissarischer Nachfolger wird Brandrat Beckmann, der jedoch schon im Oktober die Altersgrenze erreicht.

1947

Oberbrandrat Zinser wird im Februar 1947 neuer Chef der Dortmunder Feuerwehr. Unter seiner Leitung beginnt die Feuerwehr mit dem Wiederaufbau ihrer Gebäude und ihrer Ausrüstung.

Neue Kabel werden verlegt, um Meldeschleifen wieder in Betrieb zu nehmen, Feuermelder, Privatmelder, Nebenmelder und Temperaturmelder gewährleisten wieder einen schnellen Eingriff der Feuerwehr bei Bränden.

1951

Bis April sind erst acht Meldeschleifen samt Erdkabel und Freileitungen einsatzbereit.

In den ersten 50 Jahren ihres Bestehens fährt die Berufsfeuerwehr Dortmund 20.459 Einsätze bei Hilfeleistungen und Brandeinsätzen.

Die Einsätze der Kriegsjahre 1940 bis 1944 sind nicht dokumentiert.

Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums lädt die Dortmunder Berufsfeuerwehr am 1. Oktober ins Opernhaus am Hiltropwall ein.

Der Leiter der Berufsfeuerwehr, Oberbrandrat Zinser, begrüßt die Gäste und Oberbürgermeister Henßler hält die Festrede. Eine Vorbeifahrt sämtlicher Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr vor den Gästen, Löschvorführungen am Stadttheater und zwei festliche Abende im Rittersaal für das Personal der Feuerwachen krönen den Festakt.

Passend zum Jubiläum wird eine Feuermeldeempfangseinrichtung von Siemens und Halske in Betrieb genommen.

1952

Ein neues Kapitel in der Nachrichtentechnik wird aufgeschlagen. Die Feuerwehr Dortmund erhält erstmals Funkgeräte zur schnellen Übermittlung von Informationen.

Der erste Atemschutz- und Wasserrettungswagen steht zur Verfügung.

Bilderstrecke: Feuerwehr Dortmund in den 1950er Jahren

Der Löschzug rückt aus - Hauptfeuerwache 1952 5 Bilder
Der Löschzug rückt aus - Hauptfeuerwache 1952
Bild: Feuerwehr Dortmund

1953

Die Installation eines internen Telefonsystems ist nach drei Jahren abgeschlossen und die Feuerwachen können über den „heißen Draht“ direkt untereinander telefonieren.

1954

Die Ultrakurzwellen-Funksprechanlage wird am 15. April in Dienst genommen.

Zur schnellen Übermittlung von Einsatzschreiben wird am 1. Juli ein Fernschreibsystem an allen Feuerwachen eingerichtet, die Morseapparate der Schreiblinie müssen ihren Dienst quittieren.

Portrait des Oberbrandrat Dipl.-Ing. Isnenghi 1959

Oberbrandrat Dipl.-Ing. Isnenghi 1959
Bild: Feuerwehr Dortmund

1959

Branddirektor Zinser scheidet aus dem Dienst. Sein Nachfolger wird Oberbrandrat Dipl.-Ing. Isnenghi.

13. September: Gasexplosion in Aplerbeck; der Knall überrascht 14 Familien im Schlaf. Über 20 Menschen finden den Tod. Im Umkreis von 300 Metern werden Dächer abgedeckt, Scheiben gehen zu Bruch. Die Bergungsarbeiten kann die Feuerwehr allein nicht bewältigen, so dass englische Soldaten die Arbeiten unterstützen. Die Bergungs- und Rettungsaktionen dauern mehr als zwei Tage.

Die Dortmunder Feuerwehr wird bei einer dergrößten Waldbrandkatastrophen im märkischen Sauerland nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Zwischen Altena und Iserlohn steht im Herbst der Wixberg in Flammen.

Portrait des Branddirektor Dipl.-Ing. Erich Hoja 1960

Branddirektor Dipl.-Ing. Erich Hoja 1960
Bild: Feuerwehr Dortmund

1960

Am 4. August ist es endlich soweit. Der erste Bauabschnitt mit dem Hauptgebäude der neuen Südfeuerwache geht in Dienst. Das Provisorium am Goy-Stadion hat nach 16 Jahren ausgedient. Die Südwache ist die erste Feuerwache, die nach dem Krieg neu aufgebaut wird.

Ein Streifenschreiber wird in der Funkleitstelle des Polizeipräsidiums installiert und an die Fernschreibzentrale der Hauptfeuerwache angebunden.

Branddirektor Dipl.-Ing. Erich Hoja übernimmt die Leitung der Feuerwehr Dortmund.

1962

Im ehemaligen Gemeindehaus Dortmund Lanstrop wird mit der Feuerwache 6 eine zusätzliche Wache geschaffen.

Die Feuerwehr Dortmund gründet Einheiten als Feuerlöschbereitschaft im Katastrophen Löschdienst für die Fernhilfe und erstellt einen ersten Katastrophenabwehrplan für Dortmund.

Mit Fahrzeugen für den Katastrophenstab Nord im Regierungsbezirk Arnsberg stellt die Feuerwehr Einheiten für die vorgeplante überörtliche Hilfe.

Die Berufsfeuerwehr gliedert sich inzwischen in sechs Abteilungen:

  • 37/1 Verwaltung, Krankentransportwesen
  • 37/2 Organisation, Statistik, Presse, Bildstelle
  • 37/3 Einsatz, Ausbildung, Freiwillige Feuerwehr
  • 37/4 Vorbeugender Brandschutz, Brandschau
  • 37/5 Ausrüstung, Bauwesen, Wasserversorgung
  • 37/6 Katastrophenschutz, Kommandodienst, Ziviler Bevölkerungsschutz

1963

Das Gemeindehaus Dortmund Lanstrop wird als Feuerwache aufgegeben. Nun dient das Gebäude des einstigen Polizeiposten in Lanstrop als Feuerwache 6.

1964

Das alte Feuerlöschboot wird durch ein neues ersetzt.

1965

Die Feuerwehr Dortmund leistet insgesamt 21.669 Einsätze. Davon entfallen 525 auf den Bereich Brandbekämpfung, 1.100 Einsätze werden als Hilfeleistung durchgeführt. 19.684 Mal kommt der Rettungsdienst zum Einsatz.

Großbrand in Asseln: Am 24. November verwandelt auslaufendes Öl den Hof der Raffinerie Fründe in Dortmund Asseln in ein Flammenmeer.

Meter für Meter kämpfen sich die Männer der Feuerwehr an eine Gruppe der großen Tanks heran. Die gewaltige Strahlungswärme des Feuers bringt die Stützen der Tanks zum Einstürzen.

Bei der Brandbekämpfung bewähren sich die Einsatztaktik und das moderne Gerät.

1966

In diesem Jahr verdient ein Feuerwehrmann der Besoldungsgruppe A5 364 Mark im Monat, ein Wachvorsteher der Besoldungsgruppe A 10 erhält 964,08 Mark.

1970

31.504 Mal rückt die Feuerwehr zu Einsätzen aus. Im Rettungsdienst fallen 28.387 Einsätze an. 1.018 Mal fahren die Feuerwehrmänner zu Brandeinsätzen, 1.458 Hilfeleistungen stehen im Auftragsheft.

Auf Erlass des Innenministers vom 20. Mai 1969 muss die Berufsfeuerwehr für jede Feuerwache einen Rettungswagen (RTW) beschaffen.

Neubau der Feuerwache 1 an der Steinstraße

Neubau der Feuerwache 1 an der Steinstraße
Bild: Feuerwehr Dortmund

1971

Am 30. März wird durch Aufstocken eines Garagentraktes auf der Feuerwache 2 die Atemschutzübungsstrecke mit einem Kostenaufwand von 183.000 Mark fertig gestellt. Die Feuerwache muss als Zugwache für die Sicherstellung des Brandschutzes und der Hilfeleistung erhalten bleiben, es kommt zur Aufstockung des Gebäudes. Der Rohbau steht Ende 1971, die Kosten belaufen sich auf 192.820 Mark.

Die Desinfektionshalle der Feuerwache 4 ist zu niedrig für die im Vergleich zu Krankentransportwagen höheren Rettungswagen. Deshalb wird in einer Nebenfahrzeughalle ein zusätzlicher Desinfektionsraum geschaffen, Kosten 17.000 Mark.

1972

Oberbrandmeister Heinz Stiene und die Oberfeuerwehrmänner Rolf Finke. Gerhard Weber und Johann Aigner werden vom Leitenden Brandmeister Erich Hoja zum Dienst während der Olympiade nach München abkommandiert und verabschiedet.

Für die Feuerwachen 1 an der Steinstraße (11.000 m² Grundstück, Baukosten 11,8 Mio. DM ohne Grundstück) und 9 an der Haberlandstraße (Baukosten 2,4 Mio. DM) wird ein Neubau errichtet.

1973

Im Oktober wird das Dienstplanmodell geändert. Ab sofort treten drei anstelle von zwei Wachabteilungen ihren Dienst an, die wöchentliche Arbeitszeit beträgt nun 56 Stunden.

In diesem Jahr werden weitere Baumaßnahmen realisiert:

  • Gerätehaus für die FF Mengede auf der neu gebauten FW 9
  • Vergrößerungen des Alarmtores für den RTW für den RTW auf der FW 3, 13.008 DM
  • Ausbau des Dachgeschosses auf der FW 6 in Eigenleistung, 5.225,90 DM
  • Erweiterung der sanitären Anlagen auf der FW 2 in Eigenleistung, 5.201,09 DM

1974

Auch das Jahr 1974 ist von emsiger Bautätigkeit geprägt:

  • Neubau des Hafenstützpunktes in Deusen am 1. April für 482.000 DM
  • Neubau eines Wachraumes auf der FW 4 für 6.369,40 DM
  • Ausbau der Dachterrasse auf der FW 3 für 49.000,00 DM

Der Notruf 112 wird zentral zur Einsatzleitstelle geschaltet. Der Wachalarm und Fahrzeugzustandsanzeigen können nun zu den einzelnen Feuerwachen übermittelt werden.

1975

Die neue Feuerwache 1 in der Steinstraße wird in Dienst genommen. Sie ist eine der modernsten Feuerwachen in Nordrhein-Westfalen. Die zentrale Einsatzstelle ist im Bauteil A untergebracht. Von hier aus werden alle Einsätze im Bereich Brandschutz und Rettungsdienst koordiniert.

Die alte Feuerwache 1 - seit 1901 an der Silberstraße - wird abgerissen.

Die neue Feuerwache in Dortmund-Mengede ist bezugsfertig und wird im September ihrer Bestimmung übergeben. Die Feuerwache ist Standort der Berufsfeuerwehr und Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr in Mengede.

In ihrem 74. Jahr wird die Dortmunder Berufsfeuerwehr so oft gerufen wie in den ersten 50. Jahren von 1901 bis 1951 insgesamt. Feuerwehrleute leisten insgesamt 35.356 Einsätze; 30.644 davon im Rettungsdienst.

Allein der Rettungsdienst besteht aus 14 Krankentransportfahrzeugen, acht Rettungstransportwagen und einem Notarzt und einem Notarztwagen.

Der Fuhrpark weist einen Bestand von rund 100 Einsatzfahrzeugen auf, die mit 985.209 zurückgelegten Kilometern fast die Millionengrenze erreichen.

Hätte man in diesem Jahr alle Druck- und Saugschläuche der Feuerwehr zusammen gekoppelt, lägen die Schläuche auf einer Länge von 70 Kilometern.

Die Dortmunder Feuerwehr rettet Sachwerte von insgesamt 33 Millionen Mark vor der Vernichtung.

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Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug 1975

1976

Die Berufsfeuerwehr Dortmund feiert ihr 75-jähriges Bestehen. Die Einwohnerzahl der Stadt Dortmund ist mittlerweile auf etwa 620.000 angestiegen.

Sieben Feuer- und Rettungswachen gewährleisten rund um die Uhr ein schnelles und sicheres Eingreifen bei Notlagen für Mensch und Tier sowie für den Schutz und die Rettung von Eigentum der Dortmunder Bürger/-innen.

Die Ist-Stärke der Berufsfeuerwehr Dortmund liegt bei 570 Mann. Diese verrichten ihren Dienst in einem 24-Stunden-Rhythmus, verteilt auf drei Wachabteilungen.

Ein neuer Hafenstützpunkt entsteht an der Deusener Straße. Hier ist das Feuerlöschboot nun unter einem überdachten Liegeplatz untergebracht.

Sprungtucheinsatz 1976

Sprungtucheinsatz 1976
Bild: Alle Rechte vorbehalten Feuerwehr Dortmund

1978

Am 18. Februar sterben in Ausübung ihres Dienstes die Feuerwehrleute Reinhold Schulte und Klaus Barnikel beim Brand einer Eisfabrik in Dorstfeld.

Acht Mitarbeiter der Dortmunder Berufsfeuerwehr brechen um Ostern mit Fahrzeugen und Geräten zur Atlantikküste nach Frankreich auf, um die Küste vom Öl des gekenterten Tankers „Amoco Cadiz“ zu säubern.

Die neue Feuer- und Rettungswache 2 in Dortmund –Lindenhorst an der Lütge-Heidestrasse wird fertig gestellt, die Mannschaft zieht am 14. Dezember ein. Durch den U-Bahnbau muss die alte Wache 2 an der Münsterstraße abgerissen werden.

1979

Die Feuer- und Rettungswache 2 an der Lütge-Heidestraße wird am 8. Februar mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit übergeben.