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Feuerwehr

Entwicklung des Brandschutzes in Dortmund - 1981 bis 2000

1981

Im laufenden Jahr rückt die Berufsfeuerwehr Dortmund zu 54.243 Einsätzen aus. Davon fallen 1.329 Einsätze im Bereich Brandschutz und 2.796 Hilfeleistungen an.

50.118 Mal wird der Rettungsdienst eingesetzt, davon unterstützen die Hilfsorganisationen mit 9.800 Einsätzen der Feuerwehr.

Bei den Einsätzen durchbrechen die Fahrzeuge mit der zurückgelegten Strecke endgültig die Millionenmarke: 1.421.395 Kilometer. Die Gesamtfläche der Stadt Dortmund liegt bei 28.017 Hektar, die Einwohnerzahl beträgt 609.739.

Für die Sicherheit der Bürger im Brandschutz und Rettungsdienst stehen fünf Löschzüge mit je einem Tanklöschfahrzeug, einem Löschgruppenfahrzeug und einer Drehleiter sowie zwei Rüstzüge (Bergungszüge) mit je einem Kranwagen und einem Gerätewagen zur Verfügung.

Außerdem warten Sonderfahrzeuge mit Speziallöschmitteln und Fahrzeuge mit Wechselcontainern an den Wachen auf spezielle Einsätze.

Für den Krankentransport und den Rettungsdienst befinden sich neben den Fahrzeugen der Hilfsorganisationen bei der Feuerwehr 18 Krankentransportwagen, neun Rettungswagen, zwei Notarzt-Einsatzfahrzeuge sowie die entsprechenden Reservefahrzeuge in Bereitschaft. Der Rettungshubschrauber Christoph 8 aus Lünen wird bei Bedarf angefordert.

Insgesamt verfügt die Feuerwehr Dortmund über 145 Fahrzeuge. In den Randgebieten Dortmunds stehen 17 Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr mit 62 Fahrzeugen bereit.

1984

Die Einweihung des Neubaus der Feuer- und Rettungswache 5 in Dortmund Marten wird nach einjähriger Bauzeit feierlich begangen. Seit 1937 war die Wache in einem ehemaligen Straßenbahndepot untergebracht.

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Direktor der Feuerwehr - Dipl.-Ing. Walter Ortmann

1985

Branddirektor Dipl.-Ing. Walter Ortmann übernimmt die Dienstgeschäfte als Amtsleiter der Berufsfeuerwehr Dortmund. Dipl.-Ing. Erich Hoja wird nach 24 Jahren Dienstzeit an der Spitze der Dortmunder Feuerwehr in den Ruhestand verabschiedet. Ein Wirtschaftsberatungsunternehmen begutachtet die Berufsfeuerwehr Dortmund. Die Untersuchungen bilden die Grundlage für mehrere Beschlüsse des Rates, die wiederum für massiven Veränderungen bei Personal und Ausstattung sorgen. Anstelle von drei Wachabteilungen werden ab dem 1. Januar 1986 vier Wachabteilungen ihren Dienst antreten, die wöchentliche Arbeitszeit beträgt dann 54 Stunden.

1986

BD Dipl.-Ing. Walter Ortmann forciert das Beschaffen von Wechselladerfahrzeugen. Die Dortmunder Feuerwehr ist damit die erste Berufsfeuerwehr, die das in Feuerwehrkreisen kontrovers diskutierte Fahrzeugkonzept umsetzt.

1987

Der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Herbert Schnoor, übergibt am 20. November ein neues Löschboot an die Feuerwehr. Das Boot hat einen Beschaffungspreis von 903.364 Mark und wird mit zwei Dritteln vom Land bezuschusst.

Nach einer Erprobungsphase wird in der Einsatzleitstelle eine rechnergestützte Alarmierungstechnik der Firma Kreutler eingeführt.

Die Einwohnerzahl der Stadt Dortmund ist auf 585.000 Menschen gesunken. Die Gesamtfläche der Stadt beträgt 280 km², 50 Prozent der Stadt sind als Grundfläche ausgewiesen. Dortmund ist die Stadt der Kleingärtner; es gibt 109 Daueranlagen mit über 8000 Kleingärten. Während zunehmend ein Strukturwandel von der Montanindustriestadt zur Dienstleistungsmetropole zu verzeichnen ist, besitzt die Stadt noch immer den Ruf, die größte Bierstadt Europas zu sein. 20.000 Studenten schreiben sich in diesem Jahr an den Dortmunder Hochschulen ein.

Die Berufsfeuerwehr beschäftigt 627 Beamte, die Freiwillige Feuerwehr kann auf 543 aktive Mitglieder vertrauen. Die Berufsfeuerwehr besetzt zwei Zugwachen, drei verstärkte Gruppenwachen, eine Gruppenwache und eine Staffelwache.

Die Freiwillige Feuerwehr gliedert sich in 18 Löschzüge.

Auf den Feuer- und Rettungswachen 3, 4 ,5 und 9 wird zwischen 1987 und 1990 Zug um Zug eine neue Fahrzeuggeneration im Dienst gestellt; das Löschgruppenfahrzeug 24.

1988

Die Feuer- und Rettungswache 2 an der Lütge Heidestraße feiert 10-jähriges Bestehen.

Nach dem neuen Personal- und Neuordnungskonzept ist diese Wache die zweitgrößte im Dortmunder Stadtgebiet. Neben Medizin-, Funktechnik und Atemschutzwerkstatt ist hier auch die Spezialeinheit Wasserrettung (Taucher) stationiert.

An der Feuerwache 5 in Marten wird der Gefahrgutzug (später Spezialeinheit-ABC) für den Einzugsbereich der Stadt aufgebaut.

Die Feuer- und Rettungswache 6 in Dortmund Lanstrop feiert in dem ehemaligen Gebäude des Polizeiposten ihr 25-jähriges Bestehen. Mit der wachsenden Bevölkerung im nördlichen und nordöstlichen Teil der Stadt wurde diese Wache 1963 in Betrieb genommen.

Der Löschzug in den Brandschutzbezirken wird von drei auf zwei Fahrzeuge reduziert. Nun rücken Löschgruppenfahrzeug und Drehleiter ohne ein Tanklöschfahrzeug aus.

1990

Die Einwohnerzahl der Stadt steigt wieder knapp über 600.000 an.

1991

Die Einsatzleitstelle wird modernisiert und der erste Einsatzleitrechner (Kreutler) wird installiert. Fahrzeugdisposition und –alarmierung erfolgen nun rechnergesteuert und unterstützen so die Arbeit des Leitstellenpersonals.

1992

Auf Einladung des Deutschen Feuerwehrmuseums in Fulda nimmt eine Delegation der Berufsfeuerwehr Dortmund am 13. Juli am „Ersten Anheizen“ einer Dampfspritze teil. Diese Dampfspritze von 1993 stand einst in den Diensten der Feuerwehr Dortmund.

Der Rettungsdienst bei der Feuerwehr Dortmund ist auf politischer Ebene in eine schwierige Diskussion geraten. Es wird beraten den Rettungsdienst vollständig den Hilfsorganisationen zu übertragen. Auch die Existenz der Rettungsassistentenschule hängt davon ab, wie die Politiker entscheiden.

Letztlich erkennt eine Mehrheit der Mandatsträger die großen Vorteile einer rettungsdienstlichen Ausbildung aller Berufsfeuerwehrleute. Dennoch wird entschieden weitere Teile des Rettungsdienstes an die Hilfsorganisationen zu delegieren.

Die Eintreffzeiten der Rettungswagen sollen bei fünf bis acht Minuten liegen. Um dieses Leistungsniveau halten zu können, wenn der nächstgelegene Rettungswagen bereits im Einsatz ist, werden Löschfahrzeuge mit Rettungsdienstkräften als Erstversorgungseinheiten eingesetzt.

1993

Zahl der Einsätze:

  • Brandbekämpfung: 1.506
  • Technische Hilfeleistung: 1.412
  • Rettungsdienst: 61.261
  • Gesamt: 64.179

Haushalt der Feuerwehr:

  • Gesamt: 64.764.400 Mio. DM
  • Einnahmen: 15.810.100 Mio. DM

Organisation:

  • 7 Feuer und Rettungswachen der BF
  • 18 Gerätehäuser der FF
  • 5 NEF-Stützpunkte
  • 2 NAW-Stützpunkte
  • 10 Rettungswachen

1996

Ein Baby-Notarztwagen transportiert Neugeborene und Säuglinge in Kinderkliniken. Stationiert ist der vom DRK besetzte Baby-NAW an der Kinderklinik Beurhausstraße.

Am Flughafen Dortmund Wickede ist nun ein Ambulanzhubschrauber des Ambulanz-Flugdienstes Westfalen stationiert. Das Rettungsdienstpersonal für den Betrieb stellen die Hilfsorganisationen. Der Funkrufname lautet „Florian Unna 10-84-01“. Bei Bedarf setzt die Feuerwehr diesen Hubschrauber auch im Rettungsdienst ein und zwar immer dann, wenn der RTH Christoph 8 aus Lünen besetzt und kein Notarzteinsatzfahrzeug verfügbar ist.

Die Berufsfeuerwehr Dortmund wird erneut unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten untersucht.

Am 6. Juni ereignete sich ein tragischer Hubschrauberabsturz über einem Waldstück bei Löttringhausen in der Nähe der A 45. 13 Menschen finden den Tod, nur ein Mann konnte gerettet werden. Sechs Teilnehmer des Hubschrauberrundfluges hatten diesen auf der Jugendmesse YOU gewonnen.

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Ltd. Branddirektor Dipl.-Ing. Klaus Schäfer 1997

1997

Der Direktor der Feuerwehr, Dipl.-Ing. Walter Ortmann wird mit Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger wird Branddirektor Dipl.-Ing. Klaus Schäfer.

1998

595 Berufsfeuerwehrmänner - es ist noch keine Frau im Einsatzdienst der Dortmunder Feuerwehr - versehen ihren Dienst auf den Feuerwachen, in den Ausbildungseinheiten, den Spezialeinheiten sowie in den Fachabteilungen.

Um den Anforderungen an eine moderne Feuerwehr gerecht zu werden, erfolgt eine umfassende Neu- und Umstrukturierung.

529 Berufsfeuerwehrmänner des Einsatzdienstes sind auf sieben Feuer- und Rettungswachen (1, 2, 3, 4, 5, 6, 9) im Stadtgebiet aufgeteilt.

Die 19 Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr, mit jetzt 560 Angehörigen, sind mit 34 Löschfahrzeugen, sechs Tanklöschfahrzeugen und elf Rüstwagen ausgestattet.

Der Löschbootstützpunkt im Dortmunder Hafen wird im Einsatzfall von der Feuerwache 2 besetzt.

Eine Feuerwache am Dortmunder Flughafen ist bereits längere Zeit in der Vorbereitungsphase. Am 1. November 1998 ist es dann soweit; der Rat der Stadt beschließt die Einrichtung der Feuerwache 7 am Flughafen.

Außerdem in Planung: Eine weitere Feuerwache in Eichlinghofen soll zur Erreichung des Schutzzieles im Dortmunder Südwestens und an der Universität beitragen.

1999

Feuerwehrleute der Wache Neuasseln reichen für die von ihnen konstruierte Rettungsmulde einen europaweiten Gebrauchsmusterschutz ein. Die Rettungsmulde „Dortmund“ ermöglicht es auch unter schwierigen Bedingungen Verletzte zu bergen.

Der Prototyp ist ebenso genial wie einfach konstruiert. Die Mulde einer normalen Schubkarre wird seitlich mit Grifflöchern versehen, kann gezogen, geschoben oder getragen werden und verfügt über ein Gurtsystem zum sicheren Anschnallen des Verletzten. Alle Dortmunder Löschzüge haben mit der Rettungsmulde gute Erfahrungen gesammelt. Der Erfolg der „Dortmund“ ist groß:

In Serie produziert, TÜV-geprüft und mit dem GS-Gütesiegel versehen, mausert sie sich zum Renner bei in- und ausländischen Feuerwehren. Sogar aus den USA gibt es Anfragen bei der deutschen Vertriebsfirma „rescue-tec“ in Limburg.

Die Wachbezirke der ehemaligen Feuer- und Rettungswachen 3 in Brackel und 6 in Lanstrop werden nach dem Bezug der Ersatzneubauten angepasst.

Die beiden neuen Wachen sind baugleich und befinden sich an der Aplerbecker Straße in Neuasseln (FW 3) und an der Flughafenstraße in Scharnhorst (FW 6). Beide Wachmannschaften rücken nach der veränderten Fahrzeugausstattung mit Löschgruppenfahrzeug und Drehleiter aus. Jeweils zehn Feuerwehrleute bilden den Grundschutz, der von beiden Wachen gestellt wird.

  • Feuer- und Rettungswache 1: Löschzugwache mit 2 HLF (Hilfeleistungs- und Löschfahrzeug), 1 Drehleiter, verschiedene Sonderfahrzeuge, 1 RTW, 1 KTW; Stammbesatzung: 25 FM
  • Feuer- und Rettungswache 2: Löschzugwache mit 2 HLF und einer Drehleiter DLK 23-12, 1 RTW; Stammbesatzung: 24 FM
  • Feuer- und Rettungswache 3: Verstärkte Gruppenwache mir einem HLF und einer DLK 23-12; Stammbesatzung: 10 FM
  • Feuer- und Rettungswache 4: Verstärkte Gruppenwache mit einem HLF und einer DLK 23-12, 1 RTW; Stammbesatzung: 13 FM
  • Feuer- und Rettungswache 6: Verstärkte Gruppenwache mit einem HLF und einer DLK 23-12; Stammbesatzung: 10 FM
  • Feuerwache 7: Flughafenfeuerwehr (in Planung), Stammbesatzung: BF: 1, 1 FF, vom Flughafenpersonal gestellt
  • Feuerwache 8: Neue Wache in DO Eichlinghofen (in Planung), Stammbesatzung: 1-9 FM
  • Feuer- und Rettungswache 9: Verstärkte Gruppenwache mit einem HLF und einer DLK 23-12; Stammbesatzung: 10 FM
  • Feuerwache 10: Hafenstützpunkt, Besatzung wird durch FW 2 gestellt.

2000

Das befürchtete Jahr-2000-Problem, auch als „Millennium-Bug“ bezeichnet bleibt weitgehend aus. Aufgrund dieses Problems wurden im Vorfeld des Jahreswechsels 1999/2000 Katastrophenszenarien vorhergesagt, dass durch Programmierfehler Computerabstürze in großem Maß erfolgen würden und besonders sicherheitsrelevante Bereiche, die auf Computer angewiesen sind (Krankenhäuser, Industrie, Kraftwerke und im extremsten Fall der Vorhersagen sogar Atomwaffen), durch das Problem fehlgeschaltet oder gar lahmgelegt würden. Zum Jahreswechsel stellte sich dann aber heraus, dass Behörden und die Industrie gut vorgebeugt hatten.

Am 4. April geht in der Einsatzleitstelle eine neue Generation des Einsatzleitrechners ans Netz. Nach einer Erprobungsphase soll der Rechner fest installiert werden.

Im August macht die Abrissbirne die ehemalige Feuerwache 3 an der Schimmelstraße dem Erdboden gleich.

Der Rat der Stadt beschließt am 20. November, die Feuerwache 8 in Eichlinghofen einzurichten.

Neben den hauptberuflichen Feuerwehrkräften werden nun auch Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr als First-Responder ausgebildet und eingesetzt. Vor allem in den Außenbezirken gelingt es so das therapiefreie Intervall von Notfallpatienten zu verkürzen.