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Feuerwehr

Atemschutzwerkstatt und -Übungsstrecke

Die Atemschutzwerkstatt

Erst penible Wartung schafft Vertrauen

Neben dem Strahlrohr, mit dem meist das Wasser abgegeben wird, um einen Brand zu löschen, ist das Atemschutzgerät das wohl wichtigste Hilfsmittel der Brandschützer. Bei jedem Brand entsteht ein buntes Gemisch aus Gasen, die giftig, ätzend und auch sauerstoffverdrängend sind. Fast immer dabei sind Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Chlorwasserstoff, Sickoxide, Schwefeldioxide und Dioxine. Zudem ist die "Luft" am Brandort meist mehrere hundert Grad heiß.

Erst das Atemschutzgerät ermöglicht es den Feuerwehrleuten in diese lebensgefährlichen Bereiche vorzudringen, um Menschen zu retten und Brände zu löschen.

Unbedingt erforderlich: Absolutes Vertrauen in die Technik und Wartung der Atemschutzgeräte

Nur dem, der sich auf die lebenserhaltene Technik zu 100 Prozent verlassen kann, ist es möglich in der todbringenden Atmosphäre seinen Job zu machen.mDeshalb ist die penible Wartung und Prüfung der Atemschutzgeräte durch die Männer und Frauen der Spezialeinheit - Atemschutz Voraussetzung einer effektiven Gefahrenabwehr.

In der Atemschutzwerkstatt wird die Betriebssicherheit der Geräte gewährleistet. Atemschutzgeräte unterliegen besonderen Vorschriften und müssen nach jedem Einsatz zerlegt, gereinigt, desinfiziert und geprüft werden. Erst danach ist ihr Einsatz wieder erlaubt.

Pro Jahr setzt die Feuerwehr Dortmund etwa 2.000 Atemschutzgeräte ein, für Übungen ist noch einmal die gleiche Anzahl erforderlich.

Als Standartgerät dient der Pressluftatmer, der eine Einsatzzeit von bis zu 30 Minuten ermöglicht. Für längere Einsätze werden so genannte Kreislaufgeräte eingesetzt, die den Träger bis zu vier Stunden von der Umgebungsluft unabhängig machen.

Die Atemschutzübungsstrecke

Unter Überwachung an die Belastungsgrenze

Die Arbeit des Atemschutzträgers ist extrem belastend und bedarf einer besonderen Ausbildung. Nur mit Kenntnis der Verwendungsmöglichkeiten und Schutzwirkung der Geräte, der Auswahl, Pflege, Wartung und Prüfung der Geräte sowie mit regelmäßiger Aus- und Fortbildung der Atemschutzgeräteträger sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Verwendung von Atemschutzgeräten gegeben.

Die zentrale Ausbildung und auch die Übungsstrecke der Dortmunder Feuerwehr befinden sich auf dem Gelände der Feuer- und Rettungswache 2 (Eving). Voraussetzung, um für die Ausbildung zum Atemschutzträger/-in zugelassen zu werden, ist daher eine spezifische Tauglichkeitsprüfung durch besonders akkreditierte Arbeitsmediziner/-innen. Diese Untersuchung muss in Abhängigkeit verschiedener Faktoren spätestens alle drei Jahre wiederholt werden. Der Einsatz unter Atemschutz setzt zudem die erfolgreiche Teilnahme an einem Atemschutzlehrgang sowie regelmäßige Fortbildungen und Übungen voraus.

Die Übungsstrecke

Für die ständige Einsatzbereitschaft und Sicherheit des Atemschutzträgers ist das kontinuierliche und spezifische Üben am und mit dem Gerät lebenswichtig. Ein Teil dieser Übungen wird in der Atemschutzübungsstrecke unter realistischen Bedingungen durchgeführt.

Die "Strecke" besteht aus einem Aufwärmraum mit Sportgeräten, der Übungsstrecke selbst mit einem völlig verdunkelbaren, verrauchbaren sowie aufheizbaren Labyrinth aus Kriechgängen und verschiedenen Hindernissen, einem als Wohnraum eingerichteten Raum, sowie dem Überwachungs- und Steuerungsraum. Zudem können über Lautsprecher Soundeffekte wie Brand- und Berstgeräusche sowie Schreie eingespielt werden. Um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden ist es möglich, das Labyrinth mit wenigen Handgriffen umzubauen und so zu verändern.

Mit der Übungsstrecke steht allen Atemschutzgeräteträgern/-innen eine weitere Möglichkeit zur Verfügung ihre spezifische Aus- und Weiterbildung zu vervollständigen und den erreichten Standard beizubehalten bzw. zu steigern. Jeder aktive Atemschutzträger/-in, das sind ca. 700 Frauen und Männer, bewältigt einmal im Jahr die Übungsstrecke. Für die Freiwillige Spezialeinheit - Atemschutz ist die Koordination der Ausbildung eine weitere Aufgabe, die von der einsatzfreudigen Gruppe aber gerne übernommen wird.