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Feuerwehr

Fahrzeuge und Ausrüstung

Der Fuhrpark der SE-B umfasst den Abrollbehälter technische Rettung (AB-TR), den Kranwagen (KW), den Teleskopmast (TKM), den Abrollbehälter Rüst (AB-Rüst) und den Lichtmastanhänger (Lima).

Die Mitarbeiter/-innen der Spezialeinheit Bergung verrichten ihren Dienst im 24-Stunden-Rhythmus. Jeweils fünf Beamte/-innen des mittleren Dienstes übernehmen die anfallenden Aufgaben.

Die Fahrzeuge werden wie folgt besetzt:

  • Abrollbehälter technische Rettung (AB-TR) 0-1-1 (Bergungszugführer/-in, Maschinist/-in)
  • Kranwagen (KW) 0-0-1 ( Maschinist/-in)
  • Teleskopmast (TKM) 0-1-1 (Teleskopmastführer/-in, Maschinist/-in)

Die weiteren Fahrzeuge werden in Abhängigkeit von der jeweiligen Einsatzlage besetzt.

Abrollbehälter technische Rettung (AB-TR)

Der rollende "Werkzeugkasten"

Das Einsatzspektrum des Abrollbehälters technische Rettung (AB-TR) umfasst im Wesentlichen die erweiterte technische Hilfeleistung bei Unfällen jeglicher Art als Ergänzung zu den Einheiten der örtlichen Feuerwachen. Der Abrollbehälter wurde in Hinblick auf den Verwendungszweck und die taktischen Anforderungen der Feuerwehr Dortmund konzipiert.

In enger Zusammenarbeit zwischen der Abteilung Technik und den Mitarbeitern/-innen der Spezialeinheit Bergung entstand ein Sonderfahrzeug, welches aufgrund seiner technischen Beladung eine ideale Ergänzung zu den Hilfeleistungs-Löschfahrzeugen der einzelnen Feuerwachen ist.

Hydraulische Rettungsgeräte zum Befreien von Personen aus verunfallten Fahrzeugen kommen gerade bei PKW‘s neuerer Generationen an ihre Leistungsgrenzen, da mit unterschiedlichsten Materialien gearbeitet wird und häufig hochlegierte, gehärtete Stähle zum verbaut sind. Um hierfür gerüstet zu sein, beschaffte die Feuerwehr Dortmund für den in 2006 konzipierten AB-TR besonders leistungsfähige hydraulische Scher- und Schneidgeräte sowie Rettungszylinder der Firma Holmatro in verschiedenen Längen.

Auch die Bedienung ist hier besonders effizient. Das "Ein-Schlauch-System", geringes Eigengewicht der Geräte und Aggregate, geringe Geräuschemissionen sind einige Vorteile dieses Systems.

Besonderes Augenmerk wurde bei der Konzeption des Fahrzeuges auf die Gerätschaften zur patientenorientierten Rettung gelegt: Ein Abstützsystem der Firma Weber hilft bei der schnellen und einfachen Stabilisierung eines verunfallten Fahrzeuges. Ebenso dienen ein Spine-Board, mehrere KED-Systeme und diverse Stiff-Neck’s zur Immobilisation eines Patienten, um weiteren Verletzungen während der Rettungsmaßnahmen vorzubeugen und Unfallopfer schonend aus einem Fahrzeug zu befreien.

  • Plasmaschneidgerät und Brennschneidgerät zum Durchtrennen von Metallen
  • Zwei Stromaggregate mit jeweils 13kVA
  • Diverse Beleuchtungsgeräte, mit unter anderem einem „Powermoon“, um größere Einsatzstellen ideal und schattenfrei auszuleuchten
  • Eine spezielle Säge mit einer gehärteten Kette zum Durchtrennen der Dachhaut von Flachdächern
  • Zwei Hochleistungslüfter zur Entrauchung größerer Gebäude oder Hallen
  • Eine klappbare Rettungsplattform, welche zum Überwinden eines Höhenunterschiedes, z.B. bei LKW Unfällen.
  • Vier Rangierheber „Go-Jack“, um ein Fahrzeug auf engstem Raum aufzubocken und zu rangieren
  • Fahrzeugöffnungssatz der Firma Wendt, um einen zerstörungsfreien Zugang zu einem Fahrzeug herzustellen
  • Wimutec Twin-Saw Rettungssäge
  • Werkzeugwagen und -koffer, um diverse Bergungs- Reparatur- oder Montagearbeiten durchführen zu können.

Das Gesamtkonzept AB-TR wird komplett durch ein Wechselbrückenfahrzeug Mercedes-Benz Actros 1832 mit automatisiertem Schaltgetriebe, welches über eine Winde der Firma Rotzler mit einer Zugkraft von 80kN verfügt.

Die Besatzung besteht aus einem Maschinisten/-in und dem Bergungszugführer/-in.

Kranwagen (KW)

Mit schweren Lasten hoch hinaus

Der Feuerwehrkran LTM 1070/4.2, hergestellt von der Firma Liebherr, ist auf die speziellen Anforderungen einer Feuerwehr ausgelegt.

Der Kranwagen rückt insbesondere zu Einsätzen aus bei denen schwere Lasten zu bewegen sind, um so eine Rettung von Verletzen zu ermöglichen. Das Fahrzeug wird durch den Maschinisten/-in zur Einsatzstelle gefahren. Dort wird der Kranmaschinist/-in beim Auf- und Abrüsten des Krans von der Besatzung des AB-TR unterstützt. Alle Mitarbeiter/-innen der Spezialeinheit Bergung sind auch ausgebildete Kranmaschinisten/-innen.

Die maximale Hubkraft des Krans beträgt 70Tonnen, ist aber bei der Feuerwehr Dortmund durch die besondere Form der Hakenflasche auf 35Tonnen begrenzt. Am Fahrzeugheck befindet sich eine Bergewinde mit einer Zugkraft von 80kN, somit können auch Lasten horizontal bewegt werden.

An der Fahrzeugfront wird zusätzlich eine Traverse mitgeführt, mit der zum Beispiel Überseecontainer angehoben werden können. In diversen Gerätekästen ist zudem noch umfangreiches Anschlagmaterial (Rundschlingen, Hebebänder, Ketten, Schäkel, etc.) verstaut. Das Fahrzeug besitzt vier Achsen, zwei davon angetrieben. Alle vier Achsen sind jedoch lenkbar, damit ist ein sehr enger Wendekreis und auch das seitliche Fahren im sogenannten „Hundegang“ möglich.

Teleskopmast (TM)

Technische Hilfeleistung ganz nah am Himmel

Im Juni 2006 wurde eine Teleskophubrettungsbühne F54RLX, kurz Teleskopmast genannt, der Firma Bronto Skylift bei der Feuerwehr Dortmund in Dienst gestellt.

Der Teleskopmast ist auf einem Mercedes-Benz Fahrgestell, Actros 2541 aufgebaut und verfügt über vier Achsen. Beide Hinterachsen sind angetrieben, zusätzlich wurde eine vierte (sogenannte Nachlaufachse) verbaut, welche den Lenkbewegungen automatisch folgt um eine bessere Wendigkeit des 32 Tonnen schweren und 12 Meter langen Fahrzeuges zu erreichen.

Das Einsatzspektrum umfasst die Rettung von Personen aus Höhen und Tiefen, vor allem jedoch ist der Teleskopmast zur technischen Hilfeleistung konzipiert. Bei Einsätzen nach Stürmen (z.B. umgeknickte Bäume oder Äste in großer Höhe, lose Fassadenteile, ...) oder bei größeren Bränden verfügt der TM durch seinen 54 Meter hohen Teleskoparm über Vorteile gegenüber einer Drehleiter.

Am Ende des im oberen Teil mit einem zusätzlichen Gelenk versehenden Teleskoparms befinden sich der Arbeits- und Rettungskorb zur Aufnahme von 6 Personen (540 kg) und ein fest installierter Werfer für 3.800 Liter Wasser pro Minute.

Zur weiteren Beladung des von der Firma Ziegler ausgebauten Fahrzeugs gehört Material zur Wasserförderung und Kettensägen. Zwei Hochleistungslüfter, welche am Korb befestigt werden können, ermöglichen Lüftungsmaßnahmen in großen Höhen.

Vervollständigt wird der Einsatzwert durch einen 13kVA Stromerzeuger, mehrere Scheinwerfer, eine Vakuummatratze und eine Schleifkorbtrage. Letztere jeweils auch für schwergewichtige Personen ausgelegt, sodass eine Rettung auch dann noch erfolgen kann, wenn eine herkömmliche Drehleiter der Feuerwehr an ihre Grenzen stößt.

Die Besatzung besteht aus einem Maschinisten/-in und dem Fahrzeugführer/-in mit Gruppenführerqualifikation.

Abrollbehälter Rüst (AB-Rüst)

Sichern - Abstützen - Befreien

Zur Rettung von verschütteten Personen zum Beispiel nach Tiefbauunfällen oder Gebäudeeinstürzen, kann die Spezialeinheit Bergung auf ein weiteres Sonderfahrzeug zurückgreifen.

Auf dem AB-Rüst werden Geräte zur Rettung von Verletzten und zum Sichern gegen weiteres Nachrutschen, Absacken oder Einstürzen von Erdreich und anderen Materialien vorgehalten. Auch zur Unterstützung bei schwierigen Abstützsituationen des Kranwagens, kommt dieses Fahrzeug aufgrund der großen Anzahl von Rüsthölzern verschiedener Längen, zum Einsatz.

Um Sicherungsmaßnahmen durchzuführen, sind auch unterschiedliche Baustützen und die sogenannten „Karlsruher Ringe“ Teil der Beladung. Als „Karlsruher Ringe“ wird ein Tiefbau-Rettungssystem bezeichnet, mit dem verschüttete Personen aus Schüttgütern aller Art befreit werden können. Vorgehalten werden ebenfalls verschiedene Spaten, Hacken, Schaufeln und Kleinwerkzeug.

Besetzt wird das Fahrzeug in Springerfunktion durch einen Beamten/-in des Löschzuges der Feuer- und Rettungswache 5.

Lichtmastanhänger (Lima)

Es werde Licht

Vervollständigt werden die Fahrzeuge der Spezialeinheit Bergung durch einen Lichtmastanhänger, kurz: Lima. Dieser dient zur schnellen und großflächigen Ausleuchtung von Einsatzstellen.

Die 1500 Watt Strahler des Lima werden über einen eingebauten Generator mit einer Leistung von 20kVA gespeist. Die Strahler sind an einem bis auf sechs Meter ausfahrbaren Masten angebracht. Der Generator des Lima ist auch als autarker Stromerzeuger nutzbar.