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Schlauchlager in der Feuerwache 1

Feuerwehr

Bild: Alle Rechte vorbehalten Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Spezialeinheit - Löschwasserversorgung

Um für große Bränden besser aufgestellt zu sein, ist im Jahr 2006 die Spezialeinheit Löschwasserversorgung bei der Feuerwehr Dortmund im Dienst gestellt worden. Diese Spezialeinheit wurde geschaffen, um an sämtlichen Einsatzstellen im Dortmunder Stadtgebiet eine ausreichende Löschwasserversorgung bereitstellen zu können. Gerade bei Großbränden, wo eine große Menge Wasser benötigt wird oder bei Einsätzen bei denen Wasser über eine lange Wegstrecke transportiert werden muss, wird auf diese taktische Einheit zurückgegriffen. Außerdem ist die Spezialeinheit Löschwasser elementarer Bestandteil des im Jahre 2010 entwickelten Dortmunder Hochwasserkonzeptes.

Angesiedelt bei der Freiwilligen Feuerwehr

Die Spezialeinheit Löschwasser ist bei der Freiwilligen Feuerwehr angesiedelt und wird dort durch vier Löschzüge gebildet. Die SE-LW ist noch einmal in zwei Komponenten aufgeteilt. Bei der Ausarbeitung des Löschwasserkonzeptes wurde festgelegt, dass eine Nord- und eine Südkomponente vorgehalten werden. Die Komponente Nord wird von den Löschzügen 20 (Nette) und 22 (Mengede) gebildet, die Komponente Süd wird bei den Löschzügen 15 (Kirchhörde) und 17 (Persebeck) vorgehalten.

Beide Komponenten sind mit den annähernd gleichen Fahrzeugen und dem gleichen Material ausgestattet, um das einheitliche Konzept in beiden Teilen Dortmunds umzusetzen.

Der Komponente Nord stehen zusätzlich zu ihren Löschfahrzeugen zwei Spezialfahrzeuge zur Verfügung. Im Gerätehaus des Löschzuges 22 steht ein Einsatzleitwagen 1 (ELW 1) auf VW T5, sowie beim LZ 20 ein Löschfahrzeug-Logistik (LF-L) mit Schlauchcontainern und einer zusätzlichen Tragkraftspritze für die Erfüllung der Spezialaufgabe bereit. Bei einem Einsatz werden diese Fahrzeuge durch die Komponente Nord besetzt. Die Komponente Süd hat zwei Spezialfahrzeuge zur Verfügung. Ein, zum Fahrzeug der Komponente Nord baugleicher ELW 1 auf VW T5 und ein LF-L mit Schlauchcontainern sind für die Komponente Süd an den Gerätehäusern untergebracht.

Für die Aufgaben im Dortmunder Hochwasserkonzept wurden für beide Komponenten weitere Spezialfahrzeuge beschafft. Seitdem steht für jede Komponente eine Hochwasserpumpe mit einer Pumpleistung von rund 5000 l/min zur Verfügung. Die Pumpen sind jeweils auf einem 2-achsigen Anhänger verlastet und sind an den Gerätehäusern des LZ 20 und des LZ 15 untergebracht.

Das Einsatzkonzept

Im Konzept der Spezialeinheit Löschwasserversorgung sind in erster Linie der ELW 1, das LF-L, sowie ein wasserführendes Löschfahrzeug und ein Löschgruppenfahrzeug 16-TS (LF16-TS) für die Erfüllung der Aufgaben vorgesehen. Diese Fahrzeuge werden bei beiden Komponenten der SE-LW, jeweils in Kombination aus zwei Löschzügen, vorgehalten. Im Falle eines Hochwassers werden diese Spezialfahrzeuge noch durch die speziellen Hochwasserpumpen ergänzt.

Bei einem Einsatz für die Komponente Nord werden automatisch der LZ 20 und der LZ 22, bei einem Einsatz im südlichen Stadtgebiet der LZ 15 und LZ 17, gleichzeitig alarmiert. Zu diesem Zweck sind alle Feuerwehrleute der Spezialeinheit mit einem digitalen Funkmelder ausgestattet, der sofort erkennen lässt ob es sich um einen Einsatz für die Spezialeinheit handelt. Nach der Alarmierung treffen sich die beiden Löschzüge an der Einsatzstelle oder an einem der vier festgelegten Treffpunkte und bilden an der Einsatzstelle einen gemeinsamen Einsatzabschnitt. Die Zusammenarbeit innerhalb der Komponenten wird regelmäßig geübt.

Einsätze

Seit der Indienststellung im Jahre 2006 ist die Spezialeinheit Löschwasserversorgung jährlich bis zu 10 mal zu Einsätzen ausgerückt. Dazu zählten Einsätze wie der Großbrand am Großmarkt in 2006, der Brand dreier Silos an der Ritterbrauerei, der Brand mehrerer Werkstätten in Hacheney, der Brand einer Lagerhalle an der Westfaliastraße, die Scheunenbrandserie im Jahr 2008, der Großbrand am Autohaus Ebbinghaus, der Großbrand im Hafen bei der Deutschen Perlite, der Brand im REWE Lagerzentrum und die Unterstützung bei der Sprengung des Volkswohlbund Hochhauses in der Dortmunder Innenstadt 2009. Auch zu überörtlichen Hilfen wurde die Spezialeinheit Löschwasserversorgung bereits mehrfach alarmiert. In einem Fall galt es die Bochumer Feuerwehr bei Löscharbeiten einer Recyclingfirma zu unterstützen, in einem anderen Fall wurden die Hochwasserpumpen bei einem Hochwasser in Herdecke benötigt.

Im Juli 2014 rückte die SE-LW mit beiden Hochwasserpumpen zur überörtlichen Hilfe zusammen mit der 3. Bereitschaft des Regierungsbezirks Arnsberg nach Münster aus. Starkregen hatte hier zu einer Überflutung weiter Stadtbereiche gesorgt. Im Juli 2015 rückte die SE-LW-Nord zur überörtlichen Hilfe in die Nachbarstadt Witten aus, dort war es zu einem Großbrand in einem Weichenwerk der Deutschen Bahn gekommen.