Dortmund überrascht. Dich.
Friedensplatz altes Stadthaus

Ordnungsamt

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Stadtgrün

Platanen in der Kleppingstraße müssen aus Sicherheitsgründen deutlich beschnitten werden

Nachricht vom 09.10.2020

Die Sicherheit der Dortmunder*innen ist für die Stadt ein sehr hohes Gut. Dies gilt auch für die Sicherheit im Brandfall und für die Sicherheit im Straßenverkehr. Beide Aspekte wirken sich nun auf die Bäume in der Kleppingstraße aus.

Erst am Mittwoch, 7. Oktober, hatte es einen Test vor Ort mit der Feuerwehr gegeben. Mit dabei waren Vertreter*innen aus mehreren städtischen Fachbereichen: Grünflächenamt, Ordnungsamt, Tiefbauamt und federführend die Bauaufsicht im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt.

Den Bauvorschriften zufolge muss jedes Gebäude über zwei voneinander unabhängige Rettungswege verfügen. Der erste Rettungsweg ist immer baulich z.B. durch eine Treppe sicherzustellen. Der zweite Rettungsweg kann insbesondere bei Wohngebäuden oder kleineren Gewerbeeinheiten auch durch Rettungsgeräte der Feuerwehr, z.B. die Kraftfahrdrehleiter sichergestellt werden. Damit im Brandfall die Personen über die Drehleiter gerettet werden können, muss die Leiter das entsprechende Fenster natürlich erreichen können. Die Aufstellung der Drehleiter erfolgt dabei häufig auf der öffentlichen Wegefläche – so auch in der Kleppingstraße.

Weil aber hier die gut 30 Jahre alten Bäume inzwischen so hoch gewachsen sind und dabei sehr nah an den Fassaden platziert sind, gibt es hier an mehreren Stellen Probleme. Viele Fenster konnten nicht erreicht werden, weil kräftige Äste ein Anleitern behindern. Im Vorfeld hatte ein Fachingenieurbüro im Auftrag der Stadt ein Gutachten zu diesem Thema erstellt, das die Empfehlung aussprach, viele Bäume radikal zu stutzen und zwei komplett zu fällen.

Keine Baumfällungen

Das Ergebnis des Ortstermins am Mittwoch, 7. Oktober, hat erfreulicherweise ergeben, dass anders als zunächst angenommen kein Baum gefällt werden muss, sondern die Anleiterbarkeit in allen Fällen durch Rückschnitte der Bäume sichergestellt werden kann. Auf diese Weise entstehen für die Drehleitern Korridore durch die Baumkronen hindurch. An einigen Bäumen wird dabei bis in den Starkastbereich zurückgeschnitten werden müssen.

Die fassadennahen Bäume mussten in den zurückliegenden Jahren immer wieder eingekürzt werden, damit die Gebäude keinen Schaden nehmen konnten. Über eine vollständig ausgebildete Krone verfügt daher keiner dieser Bäume.

Alle Bäume werden auf die Massariakrankheit kontrolliert

Die Massariakrankheit (oder auch nur Massaria) ist eine Pilzkrankheit die Platanen befällt und sich auch in Dortmund weiter ausbreitet. Dabei bildet sich Totholz. Befallene Äste, sogar Starkäste können jederzeit abfallen – sie sind damit ein Problem in punkto Verkehrssicherheit. Experten vermuten, dass der Pilz schon immer an Platanen vorkam und so für eine Art "Astreinigung“ sorgte. In Zeiten des Klimawandels und infolge trockener Sommer, sind auch die Platanen geschwächt und haben weniger Widerstandskräfte, um den Pilz in Schach zu halten – insbesondere in Monokulturen wie im Falle einer Baumallee.

Dass die Massariakrankheit an den Platanen in der Kleppingstraße bereits angekommen ist, darüber besteht kein Zweifel. Allerdings hält sich der Befall derzeit noch in Grenzen und ist kontrollierbar. Aber: Ein Teil der Schnittmaßnahmen wird auch auf die Baumkontrollen zurückzuführen sein, die mit den Schnittmaßnahmen zur Brandsicherheit kombiniert werden. Trockenholz und befallene Äste werden gleich mitentfernt.

Dieser Rückschnitt wird schon in der kommenden Woche ab Montag, 12. Oktober, durch das Grünflächenamt vorgenommen. Zwei Teams mit Hubsteigern werden dafür im Einsatz sein – etwa drei bis vier Tage werden die Arbeiten dauern. Die entsprechende Beschilderung hat bereits begonnen.

Die Stadt Dortmund bedauert den starken Rückschnitt, denn gerade in Zeiten des Klimawandels kühlen Bäume in den Städten und auf den Straßen und Plätzen das Mikroklima bedeutend herunter. Sie binden CO2 und erhalten den Wasserkreislauf. Zudem geben sie den Bürger*innen lebendige Orte und sorgen so für eine hohe Aufenthaltsqualität im Stadtraum.

Die Stadt Dortmund steht hier in der Verpflichtung die Prioritäten gegeneinander abzuwägen, wenn sie sich nicht überein bringen lassen. Dem Thema Sicherheit (hier: Brandsicherheit und Verkehrssicherheit) musste in der Kleppingstraße am Ende die höhere Bedeutung zugemessen werden.

Hintergrund

Die Überprüfung von Rettungsflächen gehört zum Alltag der Ämter, die die Entscheidung zu den Platanen in der Kleppingstraße getroffen haben. Diese städtischen Ämter wirken auch im sogenannten Arbeitskreis "Tabuflächen" mit. Dieser Arbeitskreis beschäftigt sich mit der Erstellung von Plänen, die die Durchführung von Veranstaltungen, Märkten und Festen auf der öffentlichen Wegefläche ermöglichen. Im Tabuflächenplan sind die erforderlichen Flächen für die Rettungskräfte der Feuerwehr eingezeichnet, die durch die Veranstalter eben nicht belegt werden können. Für den Bereich der Innenstadt liegen diese Pläne mittlerweile vor, nunmehr widmet sich der Arbeitskreis den Stadtteilzentren.

Die Anleiterprobe erfolgte daher nun auch, um auf der Kleppingstraße auch weiterhin Veranstaltungen wie den Hansemarkt oder die Weihnachtsstadt ermöglichen zu können.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.