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Ordnungsamt

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Veterinärwesen

Vogelgrippe in Dortmund nachgewiesen - Allgemeinverfügung zum Schutz von Nutzgeflügel veröffentlicht

Nachricht vom 31.01.2022

Am Donnerstag, 27. Januar, wurde der Ausbruch der Vogelgrippe amtlich festgestellt. Die Stadt Dortmund hat eine Allgemeinverfügung mit strengen Vorgaben für Geflügelhalter*innen herausgegeben - dazu gehört die Stallpflicht.

Betroffen ist eine seit langer Zeit und mit großem Engagement betriebene private Vogelauffangstation in Dorstfeld mit ca. 120 Vögel. Alle Beteiligten sind von der Tatsache des Ausbruchs der Vogelgrippe dort sehr betroffen. Die Tiere wurden nach medikamentöser Betäubung tierschutzgerecht eingeschläfert. Die Räumung des Vogelbestandes war auf der Rechtsgrundlage des Europäischen Tierseuchenrechts (Animal Health Law) unumgänglich und alternativlos zur Vermeidung der weiteren Verbreitung der Vogelgrippe. Diese und weitere Maßnahmen wurden städteübergreifend mit dem zuständigen Ministerium und dem LANUV abgestimmt.

Vogelgrippe in Deutschland lange nicht zu Ende

Die Welle der Vogelgrippe Aviären Influenza (hochpathogenes Virus H5N1) ist in Deutschland leider noch lange nicht zu Ende. Rückblickend erlebte Europa nach aktueller Einschätzung des Friedrich Löffler Instituts zwischen Herbst 2020 und Frühjahr 2021 die bisher schwerste Epidemie der Vogelgrippe. Auch in den folgenden Sommermonaten wurde der Erreger der Vogelgrippe immer wieder bei Wildvögeln nachgewiesen.

In Nordrhein-Westfalen ereigneten sich in den letzten zwölf Monaten 22 Ausbrüche der Geflügelpest bei gehaltenem Geflügel (Hühner, Puten, Enten, Gänse). Betroffen waren vor allem Kreise in Ostwestfalen, aber auch benachbarte Kreise im übrigen Westfalen und am Niederrhein. In 29 Fällen wurde das Vogelgrippevirus in tot aufgefundenen Wildvögeln (Wildgänse, -enten, Schwäne, Reiher, Eulen und Greifvögel) nachgewiesen. Zudem häufen sich Berichte über das Sterben von Wildvögeln in großer Zahl aus dem europäischen Ausland und ferneren Ländern, z. B. Israel.

Hygienemaßnahmen

In allen Geflügelhaltungen sollten grundsätzlich folgende Biosicherheitsmaßnahmen umgesetzt sein:

  • Geflügel darf keinen Kontakt zu Wildvögeln haben (Tränke, Fütterung).
  • Die Ställe sollten nur mit betriebseigener Kleidung betreten werden. Besucherkontakt, insbesondere durch Jäger, die Federwild jagen, ist zu vermeiden. Betriebsfremde haben Einmal-Schutzkleidung zu tragen.
  • Die Anwendung von Desinfektionsmatten am Stalleingang wird ebenso dringend empfohlen.

Geflügelhaltung ist in geschlossenen Ställen am sichersten

Als wirksamstes Werkzeug zur Vermeidung des Eintrags des Erregers in Geflügelbestände wird die Stallhaltung in geschlossenen Stallungen angesehen.

Wer Geflügel im Freien hält, muss für den Fall behördlich angeordneter Stallpflichten entsprechende Unterbringungsmöglichkeiten vorsehen. Hierbei ist zu beachten, dass jeglicher Kontakt zu Wildvögeln, auch über Kot, weitestgehend zu verhindern ist, Volieren sind nach oben dicht abzudecken. Bei Haltungssystemen, die unter Tierschutzgesichtspunkten zwingend einen Auslauf der Tiere vorsehen (z. B. Hühnermobilställe) sind erforderlichenfalls mobile Volieren an den Stallbereich anzubauen. Volieren oder Wintergärten bzw. Kaltscharräume müssen so eingerichtet werden, dass kein Wildvogelkot von oben hineinfallen kann und auch keine Wildvögel eindringen können.

Allgemeinverfügung veröffentlicht

Das Veterinäramt der Stadt Dortmund hat nun eine Allgemeinverfügung veröffentlicht, deren Vorgaben dabei helfen sollen, die Ausbreitung der Vogelgrippe einzudämmen. In der Allgemeinverfügung sind die für die Geflügelhalter*innen jetzt streng zu beachtende Vorgaben in dem jeweiligen, dort auch näher beschriebenen Restriktionsgebiet (3 Kilometer-Radius um den Ausbruchsbetrieb, bzw. 10 km-Radius um den Ausbruchsbetrieb) geregelt. Dazu gehören auch die Stallpflicht (10 Km-Radius), verbessertes Hygienemanagement, Meldung der Tierzahlen, Verbot des Transports und Meldung bei Krankheitsverdacht (vermehrter Anfall von totem Geflügel).

Weitere Details zur Allgemeinverfügung finden Sie in der aktuellen Sonderausgabe der Dortmunder Bekanntmachungen.

In Dortmund sind neben sechs landwirtschaftlichen Geflügelhaltungen mit jeweils mehr als 1.000 Tieren rund 580 Hobbygeflügelhalter*innen in dem betroffenen Radius vorhanden. Der festgelegte 10-Kilometer-Schutzradius betrifft auch Flächen der Stadt Bochum, des Kreises Recklinghausen und des Kreises Unna.

Kontakt bei Tierverlusten

Bei erhöhten Tierverlusten oder Einbruch der Legeleistung sind sofort die betreuende Tierarztpraxis und das Veterinäramt zu verständigen.

Weitere Informationen finden Sie unter "3. Tierseuchenbekämpfung" auf der Internetseite des Ordnungsamtes.Tierhalter*innen können sich bei Fragen auch telefonisch 0231 50-23970 direkt an das Veterinäramt wenden.

Zum Thema

Weitere Informationen finden Sie online

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.