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Sachstandsbericht

Gutachter bestätigt keine gesundheitliche Beeinträchtigungen in Dorstfeld-Süd

Nachricht vom 05.12.2017

Es liegt keine erhöhte Häufigkeit für Krebserkrankungen in Dorstfeld-Süd vor. Zu diesem Ergebnis kommt der abschließenden Sachstandsbericht mit dem sich der Verwaltungsvorstand auf seiner Sitzung am 5. Dezember befasst hat.

Die positiven Aussagen eines externen Gutachters mit Blick auf die Sanierungsmaßnahmen und die angestrebten Sanierungsziele für das Kerngebiet und den Außenbereich wurden zustimmend zur Kenntnis genommen.

"Aufgrund der durch Medienberichte ausgelösten Verunsicherung galt es in erster Linie die Frage zu beantworten, ob in der Bevölkerung von Dorstfeld-Süd eine erhöhte Häufigkeit für Krebserkrankungen bestehen könnte. Die Auswertung der vom Gesundheitsamt der Stadt hinzugezogenen Landeskrebsregister NRW gGmbH konnte ein erhöhtes Auftreten von Krebserkrankungen nicht bestätigen", so Stadtsprecher Frank Bußmann. "Es liegt kein epidemiologischer Anfangsverdacht vor."

Auch die vom städtischen Umweltamt initiierten und umfänglich durchgeführten Recherchen, Messungen und Neubewertungen liefern keinerlei Hinweise auf gesundheitliche Beeinträchtigungen, die mit der ehemaligen bergbaulichen Nutzung in Zusammenhang stehen oder die Zweifel an der Wirksamkeit der vor mehr als 25 Jahren durchgeführten Bodensanierung aufkommen lassen.

Als vertrauensbildende Maßnahme hatte die Verwaltung ferner zugesichert, den sehr umfangreichen Datenbestand des damaligen Sanierungsprojektes Dorstfeld-Süd, bestehend aus rd. 160 grundstücksbezogenen Vorgangsakten sowie zahlreichen Gutachten und Dokumentationen, durch einen externen, unabhängigen Sachverständigen sichten zu lassen.

Vor dem Hintergrund, dass unter einigen wenigen Häusern im Kerngebiet Kontaminationen mit geringen Schadstoffgehalten verblieben sind, hat der Sachverständige empfohlen, die Wirksamkeit der damaligen Bodenluftabsaugung anhand von aktuellen Messungen von relevanten leichtflüchtigen Parametern (BTEX, Naphthalin, DCP) erneut zu überprüfen.

Daraufhin ist im Auftrag des Umweltamtes im Zeitraum August bis Oktober 2017 durch das akkreditierte Labor UCL Umwelt Control Labor GmbH, Lünen, die Raumluft von insgesamt 32 Kellerräumen von Gebäuden im Kerngebiet untersucht worden. In 27 Kellerräumen zeigten sich die Konzentrationen an Benzol, Toluol, Xylole, Naphthalin und Dicyclopentadien (DCP) unauffällig und lagen unterhalb geltender Innenraumrichtwerte.

Ehemaliger Zechen- und Kokereistandort

In den 1970er/80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde auf dem ehemaligen Zechen- und Kokereistandort Dorstfeld 2/3 u.a. das Wohngebiet Dorstfeld-Süd errichtet. Umfangreiche Untersuchungen zeigten, dass im Untergrund punktuell kokereispezifische Kontaminationen vorhanden sind. Daraufhin erfolgte eine umfängliche Dekontaminierung und Sicherung der Untergrundverunreinigungen mit dem Ziel, gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse herzustellen sowie mögliche schädliche Auswirkungen auf die Umwelt dauerhaft auszuschließen. Mit Durchführung der Sanierungsmaßnahme in den Jahren 1987 bis 1991 sind diese Sanierungsziele erreicht worden.

Durch Medienberichte im Jahr 2015 wurden u.a. Fragen zu möglichen ursächlichen Zusammenhängen zwischen Krebserkrankungen und Bodenkontaminationen im Wohngebiet Dorstfeld-Süd aufgeworfen. Diesen Fragen ist die Gesundheits- und Umweltverwaltung der Stadt Dortmund intensiv nachgegangen. Über die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Recherchen, Untersuchungen und Erhebungen der Verwaltung wurde im Rahmen von zwei Bürgerinformationsveranstaltungen in der DASA (Juni 2016 und März 2017) sowie in mehreren Sitzungen des Fachausschusses berichtet.

Zum Thema

Der Bericht vom 20. November 2017 ist als Download verfügbar