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Fördergelder

10,5 Millionen Euro für Emissionsfreie Innenstadt - Dortmund gewinnt Wettbewerb

Nachricht vom 15.12.2017

Das NRW-Wirtschaftsministerium hat das Dortmunder Konzept "Emissionsfreie Innenstadt" ausgezeichnet. Das Ziel ist es Emissionen von Treibhausgasen und Stickoxiden in den Innenstädten zu verringern. Der Stadt Dortmund hat das Land Fördermittel in Höhe von 10,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Luftbildaufnahme über Dortmund

Der Schwerpunkt für die Wege in die Innenstadt und innerhalb der Innenstadt liegt bei der Schaffung von Alternativen zur motorisierten Mobilität
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): istockphoto

NRW-Wirtschatfsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hat gab die Sieger aus dem Wettbewerb "KommunalerKlimaschutz.NRW" am 15. Dezember bekannt. Dabei geht es um Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung "Investition in Wachstum und Beschäftigung".

Lob für ganzheitliches Planungsverständnis

Das Konzept mit Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Straßenverkehr, mit welchem sich die Stadtverwaltung im Juni beworben hatte, hat die Jury, bestehend aus Experten für Umwelt, Mobilität und Energie, sowie das Landesministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie überzeugt.

Darstellung der vier Leitthemen CITY, WALL(RING), ACHSEN und QUARTIER

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, Mobilitätsplanung

Die Einteilung der Einzelmaßnahmen in die Leitthemen City, Wall(-ring), Achsen und Quartier hat beim Fördergeber besonderen Anklang gefunden, da dies ein ganzheitliches Planungsverständnis für die vielfältigen Belange der Innenstadt zeigt. Keine andere Stadt hatte einen derart umfassend konzeptionellen Ansatz gewählt.

Ergänzt werden diese vier Leitthemen um Querschnittsmaßnahmen im Bereich Kommunikation, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Evaluation.

Unter anderem plant die Stadtverwaltung, folgende Maßnahmenschwerpunkte umzusetzen:

  • Emissionsfreier Lieferverkehr
  • Förderung der Elektromobilität und Förderung des Park&Ride
  • Mobilitätsmanagement für Beschäftigte und Besucher der City, für Kitas und Schulen
  • Nahmobilitätskonzepte mit u.a. Ausbau von Car-Sharing und Fahrradparken
  • Fahrradparken und Erweiterung des Fahrradverleihsystems mit Pedelecs
  • Durchgängiges, attraktives Radwege-Angebot auf dem Wall
  • Fußgänger- und Fahrradachsen in die City
  • Entwicklung des grünen Walls und einer grünen City
  • Schnellladung von E-Fahrzeugen und E-Taxi-Fahrzeugen am Hauptbahnhof
  • Ergänzung der Leitthemen durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Marketingstrategie zur Stärkung des ÖPNVs sowie des Rad- und Fußverkehrs

Für alle Maßnahmen gilt: Der Schwerpunkt für die Wege in die Innenstadt und innerhalb der Innenstadt liegt bei der Schaffung von Alternativen zur (verbrennungs-)motorisierten Mobilität. Es geht ausdrücklich nicht darum, den Kfz-Verkehr zu erschweren, sondern attraktive Alternativen im Umweltverbund (Fuß, Rad, ÖPNV) zu schaffen sowie den vermehrten Einsatz von E-Fahrzeugen zu fördern.

Es ist das Ziel, die Erreichbarkeit der City zu stärken, nicht einzuschränken. Attraktivität und Aufenthaltsqualität der City sollen durch die Maßnahmen gesteigert werden.

Mit den Fördermitteln können wir modellhafte, auch mutige Ideen umsetzen.

Planungsdezernent Ludger Wilde

Ab Herbst 2018 müssen die Maßnahmen grundsätzlich gebaut bzw. umgesetzt werden können, da ab dann der nur dreijährige Realisierungszeitraum im Rahmen der Förderung läuft. Daher stehen keine Maßnahmen im Fokus, die davon abhängig sind, dass Bundes- oder Landesregierung zunächst Gesetze ändern.

Die Maßnahmen sollen durch die Bürger und die Akteure in der Stadtgesellschaft mitgetragen werden. Sie sollen dazu beitragen, ein Umwelt- und gesundheitsbewusstes Mobilitätsverhalten zu fördern. Sie sollen zudem den Anstoß geben für weitere sowohl infrastrukturelle als auch kommunikative Umsetzungsstrategien und die Verkehrsplanungs- sowie Mobilitätskultur nachhaltig prägen.

Planungsdezernent Ludger Wilde freut sich über die gute Nachricht aus Düsseldorf als Signal der Landesregierung in die richtige Richtung: "Mit den Fördermitteln können wir modellhafte, auch mutige Ideen umsetzen, die wir aus eigenen Mitteln nicht finanzieren könnten, und wir können gemeinsam in der Stadt richtig etwas bewirken, um die Stadtluft und die Verkehrssituation für alle zu verbessern. Gleichzeitig können wir anderen Städten, die auch unter den Treibhausgasemissionen leiden, ein gutes Vorbild sein."

Zum Thema

In einem nächsten Schritt werden die Ideen nun qualifiziert. Voraussichtlich Mitte 2018 kann der Förderantrag gestellt werden. Die anschließende Realisierung der Maßnahmen erfolgt mit zusätzlichem Personal, da laufende Verfahren und die Planungsaufträge nicht unter dem großen neuen Thema leiden sollen. Die Umsetzung kann voraussichtlich formal im Herbst 2018 beginnen und wird drei Jahre dauern.

Wie in Dortmund im Thema Mobilitätsplanung gewohnt, wird die weitere Bearbeitung in enger Zusammenarbeit mit den für Mobilitätsthemen wichtigen Akteuren und der Stadtgesellschaft stattfinden. Bereits im Masterplan Mobilität 2030 wurde der begleitende Arbeitskreis gegründet. Dieser wird auch die Verträglichkeit der Maßnahmen der „Emissionsfreien Innenstadt“ mit den Zielen zur zukünftigen Mobilität prüfen, die im Masterplan Mobilität 2030 erarbeitet wurden.