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Nachhaltige Nutzung

Gesundheitsamt wird Mix aus Hotel, Wohnen, Kita und innovativen Büros

Nachricht vom 11.04.2018

Hotel, Wohnen, Kita und innovative Büros: Das markante 1950er-Jahre Gebäude in der Innenstadt, in dem heute das Gesundheitsamt zu finden ist, bekommt eine neue Bestimmung. In seiner Sitzung am 10. April sprach sich der Verwaltungsvorstand für eine neue Nutzung aus.

Entwurf für das Gebäude des ehemaligen Gesundheitsamtes

Das moderne Mobilitätskonzept des Siegerbeitrags sieht vor, zur Reduzierung des Individualverkehrs in der Innenstadt und als Reaktion auf veränderte Mobilität, E-Bikes zu platzieren und den Nutzern und Bewohnern Car-Sharing-Angebote zu machen.
Bild: Landmarken AG

Der mehrgeschossige, in sechs Bauteilen aufgeteilte Gebäudekomplex des ehemaligen Gesundheitshauses steht sowohl außen als auch innen unter Denkmalschutz. Es darf als eines der bedeutenden Denkmäler der Stadt bezeichnet werden. Der Lage im Kernbereich der Dortmunder Innenstadt, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Thier-Galerie und dem Stadttheater Dortmund, kommt eine besondere städtebauliche Bedeutung zu. "Um diesen Ansprüchen verantwortlich gerecht zu werden, wurden in einem Interessenbekundungsverfahren Investoren aufgefordert, ihre Nutzungsvorstellungen und den Umgang mit dem Denkmal vorzustellen. In dieser zentralen Lage ist die Realisierung einer städtebaulich stimmigen und nachhaltigen Nutzung gefordert", so Planungsdezernent Ludger Wilde.

Urbaner Nutzungsmix

Der Entwurf der Landmarken AG, Aachen, ist in seiner Gesamtheit überzeugend. Ein Erhalt und eine Wiederherstellung des Gebäudes sowie der Außenanlagen sind auf Basis alter Unterlagen geplant. Die notwendigen Eingriffe in die Bausubstanz sind in einem geringen, vertretbaren Umfang zu erwarten.

Es ist ein Nutzungsmix aus Hotel, Wohnen, kleine Gewerbeeinheiten, einer Tageseinrichtung für Kinder und einem Café beabsichtigt. Diese stellen einen urbanen Nutzungsmix dar, der für diesen Standort sehr positiv zu bewerten ist und auch der anspruchsvollen Architektur gerecht wird.

Parkraum- und Stellplatz-Konzept

Die "Landmarken AG" sieht sich aber auch in der Verantwortung, eine Belastung des bereits angespannten Parkdruckes im angrenzenden öffentlichen Raum (Bereich Kuhstraße/Eisenmarkt) durch die nun beabsichtigte Nutzung nicht zu steigern, sondern zu mindern. Daher wurde von über das eigentliche zum Interessenbekundungsverfahren vorliegende Angebot hinaus, ein Parkraum-/Stellplatzkonzept für diesen Bereich erarbeitet. In diesem wird bewusst ein anderes Konzept der Mobilität vorgestellt, um in absehbarer Zukunft für den "neuen Mobilitätsgedanken" (Stellplatz-, Car- und Bike-Sharing), in Verbindung mit der Stadt Dortmund eine Neuordnung des ruhenden Verkehrs zu realisieren. Hierbei soll auch die Installation/der Betrieb zukunftsweisender Technologien (Car-Sharing/E-Mobilität) berücksichtigt werden.

Stellten die Entwürfe für die Zukunft des Gesundheitsamtes vor: (v.l.) Norbert Hermanns (Landmarken AG), Thomas Ellerkamp (Liegenschaftsamt), Thomas Pink (pinkarchitektur), Planungsdezernent Ludger Wilde

Stellten die Entwürfe für die Zukunft des Gesundheitsamtes vor: (v.l.) Norbert Hermanns (Landmarken AG), Thomas Ellerkamp (Liegenschaftsamt), Thomas Pink (pinkarchitektur), Planungsdezernent Ludger Wilde
Bild: Dortmund-Agentur / Anja Kador

Nachdem bereits eine Fachjury den eingereichten Wettbewerbsbeitrag zum Sieger gekürt hatte, hat sich am 10. April der Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund mit dem überzeugenden Ergebnis befasst.

Ganz neuer Nutzungsmix

Folgt der Rat dieser Empfehlung, dann entsteht in dem markanten Ensemble des bekannten Architekten Will Schwarz, das fünf Gebäudeteile aus den 1950er Jahren vereint, ein ganz neuer Nutzungsmix aus Hotel, Wohnen, Kita und innovativen Büros. Damit wird eine Belebung der Innenstadt auch nach Ladenschluss gewährleistet. Mikrowohnungen schaffen ein Angebot für Auszubildende, Studenten, Absolventen oder Uni-Mitarbeiter und die Kita dient Familien und Kindern mitten in der Innenstadt. Außerdem wird der Innenhof, der heute als Parkplatz ein Schattendasein führt, wieder zu einer grünen Oase – ganz so, wie es der Architekt auch ursprünglich geplant hatte.

Die Fassade als Besonderheit

Zu den Besonderheiten gehört dabei die Fassade, deren blaue Glasmosaikstreifen die Klarheit sauberer Gebirgsbäche symbolisieren und nach dem Willen von Will Schwarz 1957 als frisches Symbol für Gesundheit im Neubau des Gesundheitshauses zu verstehen waren.

Klarheit verschafft einem auch der tolle Blick über Dortmund, den künftig die im obersten Stockwerk des Hotels gelegene Sky Lounge bietet, die man über die künftige Lobby des Hotels erreicht.

Zum Thema

Von der Verwaltung wird zurzeit eine Vorlage an die politischen Gremien erstellt, so dass im Mai vom Rat der Stadt der Beschluss zum Abschluss des Verfahrens und die Veräußerung der Immobilie an die "Landmarken AG" gefasst werden kann.