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Quartiersdemokraten organisieren in Dorstfeld Gedenken für Opfer der Pogromnacht

Nachricht vom 25.10.2019

Am Freitag, 8. November, findet um 15:00 Uhr eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Pogromnacht am jüdischen Mahnmal in Dorstfeld statt. Mit Rede- und Kulturbeiträgen soll dort den Opfern der nationalsozialistischen Verbrechen gedacht werden und ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt werden.

In diesem Jahr jähren sich die nationalsozialistischen Novemberpogrome zum 81. Mal. Am 9. November 1938 kam es im ganzen Land zu organisierten antisemitischen Angriffen: Synagogen wurden in Brand gesetzt, jüdische Einrichtungen, Wohnungen und Geschäfte wurden zerstört und geplündert. Auch in Dortmund brannten Synagogen. Die Pogrome markierten einen gewalttätigen Übergang zu der systematischen Verfolgung von jüdischen Menschen in Deutschland, die in der Shoah mündete.

Schüler*innen tragen eigene Texte vor

Wie in jedem Jahr wird daher in Dorstfeld eine Gedenkveranstaltung am jüdischen Mahnmal stattfinden. Unter anderem werden Baruch Babaev, Rabbiner der jüdischen Gemeinde Dortmund, Oberbürgermeister Ullrich Sierau sowie Ralf Stoltze, Bezirksbürgermeister Innenstadt-West, Worte an die Teilnehmenden richten. Schüler*innen der Martin-Luther-King-Gesamtschule sowie des Leibniz Gymnasiums werden sich mit eigenen Texten zu den Themen Gedenken und Antisemitismus beteiligen. Musikalisch begleitet wird das Gedenken von Wolfgang Brust und Sevgi Kahraman-Brust.

Organisiert wird die Gedenkveranstaltung durch das Projekt Quartiersdemokraten. Veranstalter ist der Verein zur Förderung von Respekt, Toleranz und Verständigung in Dortmund-Dorstfeld e.V.

"Antisemitismus darf keinen Platz in Dortmund haben"

Ilse Kahrmann, stellvertretende Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Respekt, Toleranz und Verständigung in Dortmund-Dorstfeld e.V.: "Auch dieses Jahr werden wir wieder als Zivilgesellschaft in Dorstfeld an die schrecklichen Ereignisse erinnern und gemeinsam zeigen, dass wir Verantwortung tragen und Antisemitismus in Dortmund keinen Platz haben darf."

Die Veranstaltung soll neben der Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen auch ein Zeichen gegen den aktuellen Antisemitismus setzen. Micha Neumann, Mitarbeiter im Projekt Quartiersdemokraten, erklärt hierzu: "Mit der Veranstaltung wollen wir zugleich darauf aufmerksam machen, dass Antisemitismus auch in der Gegenwart ein akutes Problem darstellt, das hat jüngst der erschütternde Anschlag in Halle wieder gezeigt. Antisemitismus ist gesellschaftlich immer noch weit verbreitet und ist zudem zentral für rechtsextreme Ideologie, das können wir auch in Dortmund beobachten."

Rahmenprogramm auf dem Wilhelmplatz

Begleitet wird die Versammlung bereits ab 14:00 Uhr von einem Rahmenprogramm auf dem Wilhelmplatz, bei dem Dortmunder Schulen und Organisationen ihre Arbeit zu den Themen Nationalsozialismus, Gedenken und Antisemitismus vorstellen und zum Austausch einladen. Hier werden sich unter anderem die Martin-Luther-King-Gesamtschule, die Anne-Frank-Gesamtschule und die Emscherschule Aplerbeck präsentieren. Ebenso werden auch der Jugendring Dortmund, das Respekt-Büro des Jugendamts Dortmund und die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache vertreten sein. Besucher*innen können sich hier über die jeweilige Arbeit informieren und ins Gespräch mit den einzelnen Aussteller*innen kommen.

Erinnerung wachhalten

Vivianne Dörne, Mitarbeiterin im Projekt Quartiersdemokraten, lobt die Beteiligung von Dortmunder Schulen: "Wir freuen uns, dass sich auch in diesem Jahr wieder viele Dortmunder Schulen an der Gedenkveranstaltung beteiligen. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass auch die nachfolgenden Generationen die Erinnerung wachhalten und sich in der Gegenwart engagieren. Schulen können mit entsprechenden Projekten und Arbeitsgruppen dabei eine wichtige Rolle einnehmen."

Weitere Veranstaltungen der Quartiersdemokraten

Um das Gedenken auch inhaltlich einzubetten, bietet das Projekt Quartiersdemokraten zudem im Oktober zwei Veranstaltungen an: Am 28. Oktober findet um 17:00 Uhr ab dem Jüdischen Mahnmal mit einem Historiker ein Stadtteilrundgang zur Geschichte jüdischen Lebens und Antisemitismus in Dorstfeld statt (Anmeldung unter kontakt@quartiersdemokraten.de). Am 30. Oktober, um 19:00 Uhr, wird der Politikwissenschaftler Timo Büchner im Pfarrsaal der St. Barabara Gemeinde (Arminiusstraße 12) sein Buch "Antisemitismus im RechtsRock" vorstellen und die Verbindung von Antisemitismus mit rechtsextremer Musik kritisch beleuchten.

Zum Thema

Die Veranstalter weisen zudem darauf hin, dass aufgrund der Versammlung die Bus- und Bahnhaltestellen Wittener Straße ab ca. 14:50 Uhr nicht mehr angefahren werden.
Das Projekt Quartiersdemokraten unterstützt und berät die Zivilgesellschaft in der Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld. In diesem Zusammenhang organisiert und koordiniert das Projekt seit 2017 die Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht in Dorstfeld. Das Projekt Quartiersdemokraten wird aus Mitteln des Programms "NRWeltoffen" durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und liegt in Trägerschaft des Vereins zur Förderung von Respekt, Toleranz und Verständigung in Dortmund-Dorstfeld e.V.