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Coronavirus

Stadt richtet Lolli-Tests an ausgewählten Kitas und zwei Schulen ein

Nachricht vom 07.09.2021

Um das Infektionsgeschehen an Schulen und Kitas einzudämmen, setzt Dortmund auf ein neues Modellvorhaben: Bis Jahresende werden sogenannte Lolli-Tests an 26 ausgewählten Kitas und an zwei weiterführenden Schulen durchgeführt. Welche Einrichtungen es sind, entscheidet das Gesundheitsamt mit.

Schuldezernentin Daniela Schneckenburger zu Lolli-Tests Quelle: YouTube

"Die Richtung stimmt", sagte Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner am Dienstag, 7. September, mit Blick auf die wöchentlich sinkende Inzidenz in Dortmund. Die Zahl der als Infektionsfälle registrierten Reiserückkehrer*innen geht zurück, und in den Dortmunder Krankenhäusern ist die Situation stabil. An den Schulen liegt die Impfquote im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren bei 31,1 Prozent (9.723 Kinder und Jugendliche in der Altersklasse). Oberbürgermeister Thomas Westphal bekräftigte: "Die Infektionen können wir am besten angehen, wenn die Impfquote unter Schüler*innen steigt."

Vor allem ungeimpfte Menschen auf der Intensivstation

Dass die vierte Welle in Dortmund jünger ausfällt als die zuvor, beobachtet auch der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Frank Renken. Der Durchschnitt bei der Altersinzidenz sinke von 27 langsam auf 25 ab. Zudem seien die Krankenhauszahlen nicht so stark angestiegen, wie der Inzidenzverlauf es hätte vermuten lassen. "Das spricht ebenfalls für eine jüngere Infektionswelle." Eindrücklich sind die Zahlen aus den Dortmunder Krankenhäusern. Renken: "Auf den Normalstationen waren 15 Prozent der an Covid-19-Erkrankten geimpft und 85 Prozent nicht geimpft. Auf den Intensivstationen sind fünf Prozent geimpft und 95 Prozent ungeimpft."

Stadtspitze fokussiert auf Kitas und Schulen

In den Dortmunder Stadtteilen gestaltet sich die Durchimpfungsquoten sehr unterschiedlich - da wo es viele Impfungen gegeben habe, sei die Inzidenz deutlich geringer, so Renken. Um auf dieses dynamische Infektionsgeschehen in den Sozialräumen zu reagieren, werden bis zum Jahresende sogenannte Lolli-PCR-Tests an 26 ausgewählten Kitas und an zwei weiterführenden Schulen durchgeführt.

Welche Kitas und welche Schulen in welchem Stadtbezirk ausgewählt werden, so erläuterte Schuldezernentin Daniela Schneckenburger, wird in einem Monitoring von Jugendamt und Gesundheitsamt festgelegt. Ein erstes Modellvorhaben in Dortmunder Kitas hatte bis zum 27. August stattgefunden - dies wird die Grundlage sein für die nun beginnende Maßnahme.

Bildung auch in Zeiten der Pandemie koninuierlich ermöglichen

"Die veränderte Teststrategie mit Lolli-PCR-Tests in Kitas in Hochinzidenz-Quartieren ist ein wichtiger Schritt, um frühkindliche Bildung auch in Zeiten der Pandemie kontinuierlich zu ermöglichen", sagte Schneckenburger. "Die ausgewählten Standorte im Kita- und Schulbereich sollen jeweils flexibel je nach Inzidenzlage ausgewählt werden. Beabsichtigt ist pro Woche die Entnahme und Auswertung von 104 Pool-Tests an zwei Schulen, sobald die Zustimmung der Schulaufsicht vorliegt.

"Wir rechnen damit, dass der Stadt Kosten bis zum Beginn der Weihnachtsferien von rund 234.000 Euro für die Tests, das Material und die Logistik entstehen werden", erklärte Schneckenburger mit Blick auf die zwei Schulen. Die 26 Kitas eingerechnet, dürfte aber ein Gesamtbetrag von 580.000 Euro bis zum Jahresende entstehen.

Für den Start der PCR-Testung an Albert-Einstein-Realschule und Anne-Frank-Gesamtschule muss das NRW-Schulministerium noch sein Einverständnis geben. "Das Schreiben liegt dem Staatssekretär vor", so Schneckenburger.

Quarantäne für Kinder und Jugendliche

Gesundheitsamtsleiter Renken betonte, wie wichtig eine Teststrategie an Schulen allgemein sei. "Ich suche frühzeitig nach jenen Kindern und Jugendlichen, die infiziert sind und nehme sie heraus - dann vermeide ich Ansteckungen und die Bildungseinrichtung kann für alle anderen geöffnet bleiben."

Lolli-Tests würden früher anspringen als Antigentests, nämlich dann, wenn die getestete Person noch nicht ansteckungsfähig sei. "Sobald ein Lolli-Pool positiv getestet worden ist, kontrollieren wir sofort. Dann weiß man schon am Tag danach, wer ansteckend ist." Wiederkehrende Testungen und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes machten das System in Schulen eigentlich perfekt.

Wenn dagegen ein Antigentest positiv sei, dann sei die betroffene Person bereits mindestens einen Tag ansteckend gewesen. Warum nicht an allen Dortmunder Schulen Lolli-PCR-Tests durchgeführt werden können, erläuterte Schuldezernentin Schneckenburger bereits in der vergangenen Woche .

Städtetag berät nochmals über 2-G-Regel

Am 31. August hatte OB Westphal auch über eine mögliche 2-G-Regelung im Freizeitbereich gesprochen. Hierzu sagte er nun, am Mittwoch, 8. September, werde der Vorstand des Städtetags darüber in Köln beraten. Im bisherigen Verlauf der Pandemie hätten die Stadtspitzen im Ruhrgebiet und in ganz NRW immer versucht, einen "Flickenteppich von Maßnahmen und Regeln" zu verhindern - "das war nicht immer zu vermeiden, aber wir haben es weitgehend geschafft".

Text: Larissa Hinz

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.