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Haus Rodenberg

Aplerbeck

Bild: Anneke Wardenbach

Baumaßnahme

Verlegte Marsbruchstraße freigegeben

Nachricht vom 15.05.2017

Zwei Baumaßnahmen an der B1 sind abgeschlossen: Der Stadtbahn Richtung Aplerbeck (U47) ist es nun möglich, niveaufrei in die Marsbruchstraße auszufädeln, die Straße selbst wurde verlegt und parallel zur B1 geführt.

Haben mit vereinten Kräften die Anbindung der neuen Marsbruchstraße an die B1 eröffnet (von links): Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl, Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel und Bauausschussvorsitzender Thomas Pisula

Haben mit vereinten Kräften die Anbindung der neuen Marsbruchstraße an die B1 eröffnet (von links): Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl, Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel und Bauausschussvorsitzender Thomas Pisula
Bild: Stadt Dortmund / Heike Thelen

Beide Baumaßnahmen wurden von Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau in Gegenwart von Gästen aus Politik, Verwaltung und Bauwirtschaft der Öffentlichkeit übergeben.

1. Verlegte Marsbruchstraße

Hintergrund

Seit vielen Jahren ist es das verkehrsplanerische Ziel der Stadt Dortmund und des Bundes, die B1 sechsstreifig auszubauen und zur Autobahn A40 hochzustufen. Voraussetzung für einen Ausbau als Autobahn ist neben der niveaufreien Ausfädelung der Stadtbahn in die Marsbruchstraße auch, dass der bisherige "Viertelanschluss" der Marsbruchstraße an die B1 aufgehoben wird.

Planung

Um die Marsbruchstraße an die B1/A40 anzubinden, erfolgte eine Führung parallel zur B1/A40 mit Anbindung an die Anschlussstelle "Am Gottesacker". Die neue rund 780 Meter lange verlegte Marsbruchstraße wurde an den Knotenpunkt Am Gottesacker/ südliche Zu-/Abfahrt B1/Freie-Vogel-Straße angebunden.

Von dort verschwenkt sie nach Norden und wird im geringst möglichen Abstand parallel zur geplanten Autobahn A 40 geführt. Sie überquert dann die tiefer gelegte Stadtbahn und bindet etwa in Höhe des Vahleweg an die "alte" Marsbruchstraße an.

Die neue Straße wurde bis zur Querung der Stadtbahn mit zwei Richtungsfahrstreifen in 3,25 m Breite, beidseitigen Radfahrstreifen in 1,85 m Breite und auf der Südseite einem zwei Meter breiten Gehweg ausgebildet. Im weiteren Verlauf werden die Radfahrstreifen und der südliche Gehweg durch beidseitige gemeinsame Geh- und Radwege fortgesetzt. Der Vahleweg wurde an die verlegte Marsbruchstraße angebunden. Zwischen der neuen Straße und der B1/ geplanten BAB 40 wurde ein 1,50 m hoher Blendschutzwall angelegt.

Die Signalschaltung wurde im Bereich der Abfahrt Gottesacker nach Fertigstellung an die neuen Gegebenheiten angepasst.

Anbindung Bundesbankgelände

Das südlich gelegene ehemalige Kasernengelände, wo die Bundesbank derzeit die neue Niederlassung erstellt, wurde mit zwei Einmündungen an die neue Straße angeschlossen. Die westliche Einmündung wird später - zur Inbetriebnahme der Bundesbank - mit einer Signalanlage, die von der Bundesbank finanziert wird, ausgestattet. Für die linksabbiegenden Verkehre wurden in der verlegten Marsbruchstraße entsprechende Abbiegespuren angeordnet.

Begrünung

Vom Knoten Gottesacker bis zum Bundesbankgelände werden in der kommenden Pflanzperiode beidseitig Bäume gepflanzt, entlang des Bundesbankgeländes nur auf der Nordseite. Diese korrespondieren aber mit einer Baumreihe auf dem Bundesbankgelände, so dass sich insgesamt ein Alleecharakter einstellt.

Barrierefreiheit

Im gesamten Baubereich wurden die Dortmunder Standards der Barrierefreiheit umgesetzt.

Kosten

Die Gesamtkosten der Straßenbaumaßnahme betragen rund zwei Millionen Euro.

2. Niveaufreie Ausfädelung der Stadtbahn in die Marsbruchstraße -Baulos 75

Die vorhandene signalisierte Kreuzung der Stadtbahn mit der B1 im Bereich der Ausfahrt Marsbruchstraße musste im Vorgriff auf den sechsstreifigen Ausbau der B1 zur A40 beseitigt werden. Für eine zuverlässige, störungsfreie und sichere Betriebsabwicklung des Stadtbahnbetriebes und des KFZ-Verkehrs ist diese niveaufreie Unterfahrung der heutigen B1 erforderlich.

Weiterhin wurde durch die Maßnahme die Zweigleisigkeit der Stadtbahn in der Marsbruchstraße bis zum Knoten Allerstraße hergestellt. Dies verbessert die Verkehrssicherheit und begünstigt den Stadtbahnbetrieb.

Planung

Die Stadtbahn wird östlich der Haltestelle Hauptfriedhof über ein Rampenbauwerk in Tunnellage unter der B1 hindurch- und dann wieder in das Niveau der Marsbruchstraße geführt. Um den Betriebsablauf zu optimieren, wurden die bisherigen Haltestellen Vahleweg und Allerstraße/Westfälische Klinik für Psychiatrie zu einer Haltestelle in neuer Lage zusammengefasst. Daran anschließend wurde die Stadtbahn in der Marsbruchstraße zweigleisig bis zum Knoten Allerstraße ausgebaut.

Stadtbahnhaltestelle Allerstraße

Die vom Architekturbüro Schamp & Schmalöer gestaltete Haltestelle ist ein besonderer Blickfang
Bild: Schamp & Schmalöer, Fotograf Christoph Scholz

Die neue Haltestelle hat einen barrierefrei ausgebauten Mittelbahnsteig erhalten und ist entsprechend dem bewährten Stadtbahnstandard ausgestattet. Die vom Architekturbüro Schamp & Schmalöer gestaltete Haltestelle ist ein besonderer Blickfang. Der Entwurf für die Stadtbahnhaltestelle Allerstraße stellt einen großen leuchtenden Quader dar, der auf den dunklen Stützen im Straßenraum zu schweben scheint. Als spielerisches Element bieten die transparent-farbigen Glaswände auf dem Bahnsteig den Wartenden Schutz vor Regen und Wind. Schamp & Schmalöer waren mit der Entwurfsplanung beauftragt worden, später folgten dann die Ausführungs- und Detailplanung und sowie die Leistungsverzeichnisse, so dass im Zuge des Tunnelbaus auch die Baumaßnahme der verlegten Haltestelle im Herbst 2014 gestartet werden konnte.

Die neue Schienenführung ermöglicht zugleich die zeitgemäße Ausstattung der Marsbruchstraße mit Rad- und Fußwegen. Lichtsignalanlagen bieten gesicherte Überwege. Für die die Stadtbahn kreuzenden Verkehre stehen separate Linksabbiegespuren zur Verfügung. Die Begrünung bis zur Kreuzung Allerstraße bietet eine ansprechende Gestaltung dieses Eingangstores nach Aplerbeck.

Das Baulos umfasst eine Länge von rund 1110 Metern. Der Tunnel hat eine Länge von 267 Metern, die Rampenbereiche jeweils 148,5 Meter (Rampe B1) und 146,5 Meter (Rampe Marsbruchstraße).

Kosten

Die Gesamtkosten betragen rund 33,9 Millionen Euro netto. Die kreuzungsbedingten Kosten in Höhe von etwa 27,5 Millionen Euro werden gedrittelt und Bund, Land und Stadt aufgeteilt. Daraus ergibt sich ein Anteil der Stadt in Höhe von rund 9,2 Millionen Euro. Durch die ergänzende ÖPNV-Maßnahme (u.a. Zweigleisigkeit) entstanden zusätzlich Kosten in Höhe von 6,4 Millionen Euro. Der städtische Anteil beträgt somit insgesamt 15,6 Millionen Euro. Die kommunalen Anteile werden durch den VRR gefördert.