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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Anneke Wardenbach

Verkehr

Neun neue Velorouten sollen Radfahrenden auf dem Weg in die City Vorfahrt geben

Nachricht vom 12.01.2022

Vorfahrt für Radfahrende soll es bald schon auf weiteren Strecken in Dortmund geben: Auf neun Velorouten soll dem Radverkehr aus den Stadtbezirken in Richtung City Vorrang eingeräumt werden. Das bringt mehr Power für den Radverkehr insgesamt.

Dezernent Ludger Wilde erklärt die Pläne für die neun Velorouten Quelle: YouTube

In einem intensiven rund zweieinhalbjährigen Austausch mit dem begleitenden Arbeitskreis Masterplan Mobilität 2030 und der Öffentlichkeit hat die Verwaltung die Radverkehrsstrategie erarbeitet. Für ganz Dortmund soll es ein umfangreiches Radwegenetz geben. Dieses Netz soll sichere, komfortable und zusammenhängende Radverkehrsverbindungen innerhalb des Stadtgebietes bieten und auch die angrenzenden Nachbarkommunen erschließen. "Unser großes Ziel ist, dass der Radverkehrsanteil in den kommenden Jahren von 10 auf 20 Prozent steigt", erklärt Planungsdezernent Ludger Wilde das Gesamtkonzept. Die neuen Velorouten seinen wichtiger Baustein für die Klimastrategie der Stadt.

Strecken für Alltags- und Freizeitfahrer*innen

Das künftige Netz besteht aus verschiedenen Strecken, die den unterschiedlichen Anforderungen von Alltags- und Freizeitradfahrer*innen gerecht werden. Es besteht aus neun Velorouten, dem Radschnellweg Ruhr (RS1) sowie dem Alltags- und Freizeitnetz.

Die Velorouten räumen dem Radverkehr auf möglichst durchgängigen Trassen Vorrang ein und bekommen die höchste Priorität bei der Zuweisung von Flächen und der Bevorrechtigung an Kreuzungen. Die Velorouten führen überwiegend auf Nebenstraßen, durch Tempo-30-Zonen und abseits von Hauptverkehrsstraßen. So sollen Berührungspunkte mit dem Autoverkehr so klein wie möglich gehalten werden.

"Damit jede*r die neuen Velorouten genau erkennt, werden die Strecken eine rote Oberfläche bekommen", berichtet Wilde. "So kann jede*r sofort erkennen, dass es sich hier um eine besondere Strecke handelt, auf der Radfahrer*innen Vorfahrt haben." Auch Schilder werden die besondere Verkehrssituation anzeigen.

Animation Velorouten

Die neuen Velorouten sollen eine rote Fahrbahnmarkierung bekommen.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Neun Routen fördern den Radverkehr

Die Velorouten beginnen in den Stadtbezirkszentren oder an wichtigen Identifikationspunkten innerhalb der Stadtbezirke und enden am zentralen Verteilerring, dem Wallring, in der Innenstadt. Sie sind künftig wichtige Verbindungen zwischen den Stadtteilen und knüpfen an die regionalen Routen zu den Nachbarkommunen an. Insgesamt handelt es sich um neun Velorouten mit einer Gesamtlänge von rund 82 Kilometern. Drei Velorouten führen in Teilen über den geplanten Radschnellweg Ruhr (RS1).

Hauptverbindung zwischen Nebenzentren und City

Für die Realisierung ist der Umbau- und Ausbaubedarf genauer zu ermitteln. Dieser wird sich zwischen den Routen stark unterscheiden. Teilweise können über die Einrichtung von Fahrradstraßen verhältnismäßig schnell Teilabschnitte realisiert werden. Durch die Bevorrechtigung des Radverkehrs werden in manchen Abschnitten auch Auto-Stellplätze entfallen.

Ziel ist es jetzt, die Ressourcen bereit zu stellen, um in den folgenden zehn Jahren vorrangig die neun Velorouten als Hauptverbindung zwischen den Nebenzentren und der City zu realisieren. In diesem Zeitraum wird parallel auch der Bau des wichtigen Radschnellwegs Ruhr (RS1) als zentrale Achse in Ost-West-Richtung und seiner Anschlüsse an das nachgeordnete Netz weiterverfolgt. Der Ausbau der Nebenrouten zur Verdichtung sowie der Ausbau des Freizeitnetzes zur Ergänzung des Alltagsnetzes sollen mittelfristig den Radverkehr fördern. Anlassbezogen und unabhängig von Prioritäten ist der Ausbau des Haupt- und Nebenroutennetzes im Zuge anstehender Umbauarbeiten geplant.

Radverkehr als System planen

Neben dem Zielnetz Radverkehr enthält die Radverkehrsstrategie auch noch klare Zielaussagen zur Verkehrssicherheit im Radverkehr ("Radfahren sicher machen"), zum Fahrradparken, zur Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln ("Inter- und Mulitmodalität"), zu Lastenrädern, zum Radtourismus, zur Digitalisierung, zur Kommunikation und zur Organisation und Finanzierung. Nur wenn all diese Aspekte zusammen gedacht werden, kann es zu einer effektiven und effizienten Radverkehrsförderung kommen.

Dabei wird der Radverkehr als System verstanden, bestehend aus Infrastruktur, Service und Kommunikationsarbeit. Weitere Ziele sind attraktive Wege und Verbindungen, sichere und komfortable Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Verknüpfungspunkte mit anderen Verkehrsmitteln und ein fahrradfreundliches Klima in unserer Stadt. Mit diesem Zusammenspiel soll die Verdoppelung des Radverkehrsanteils an den täglichen Wegen von 10 Prozent (2019) auf 20 Prozent (2030) für die Gesamtstadt erreicht werden.

Planungen laufen

Die Radverkehrsstrategie ist ein Bestandteil des Teilkonzepts "Radverkehr und Verkehrssicherheit" aus dem Masterplan Mobilität 2030. Dieses wurde gemeinsam mit den anderen Teilkonzepten "Fußverkehr und Barrierefreiheit" und "Ruhender Verkehr und Öffentlicher Raum" erarbeitet und vom Arbeitskreis Masterplan Mobilität 2030 begleitet. Mit der Strategie werden die Leitlinien für die zukünftige Entwicklung des Radverkehrs bis 2030 festgelegt. Aufgrund der hohen Bedeutung des Radverkehrs für die Verkehrswende wird als erstes die Radverkehrsstrategie nun in die politische Beratung eingebracht. Die weiteren Teilkonzepte folgen im ersten Halbjahr 2022.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.