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Häuser der Alten Kolonie

Eving

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dagny E. Klemm

Stadtbezirksgeschichte Eving

Der Stadtbezirk Eving hat eine wechselvolle Geschichte erlebt.

Evinger Wappen: Brechten (Vögel und Kornähren), Eving (Vögel), Holthausen (Fuchs), Kemminghausen (Pfau), Lindenhorst (Lindenblätter)

Da Eving ursprünglich aus verschiedenen Bauernschaften entstanden ist, hat der Stadtbezirk 5 verschiedene Wappen.

Das Gebiet des heutigen Stadtbezirks wurde vom Mittelalter bis zur Industrialisierung, die Eving entscheidend prägte, hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt.

Der Stadtbezirk war nie eine eigenständige Stadt, sondern entwickelte sich zunächst aus einer Ansammlung kleiner Dörfer, die heute einen Großstadtbezirk bilden.

Mit dem Einbruch des Bergbaus in einen ländlichen, dünn besiedelten Raum, erlebte Eving bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts einen ersten Strukturwandel.

Erst in jüngster Vergangenheit wurde mit der Stillegung der Zeche Minister Stein, im Jahr 1987 ein weiteres historisches Kapitel geschlossen und mit einem zweiten Strukturwandel ein neues Kapitel eröffnet. Bemerkenswert ist innerhalb dieses Prozesses die Dynamik, mit welcher sich der Stadtbezirk Eving von einem ehemals stark industrialisierten Bezirk zu einem modernen Dienstleistungszentrum entwickelt.

Weitere geschichtsträchtige Informationen

Zur Geschichte der Wappen des Stadtbezirks

Eving bestand aus vielen Bauernschaften.

Der heute zur Stadt Dortmund gehörende Stadtbezirk Eving ist im Ursprung aus den Bauernschaften Brechten, Eving (Nieder- und Obereving), Holthausen, Kemminghausen und Lindenhorst hervorgegangen.

Nach der Übernahme dieses Bereiches durch das Königreich Preußen nach 1813/15 wurden aus diesen Bauernschaften selbständige Gemeinden mit Ortsvorstehern.

Erst nach der Einführung der Preußischen Gemeindeordnung muss es zum Gebrauch von Gemeindesiegeln und Wappen gekommen sein.

Paul Koslowski vom Heimatverein Holthausen hat im Westfälischen Staatsarchiv Münster Hinweise hierüber gefunden, dass dieses nach 1843 gewesen sein muss.

Friedrich Rabenschlag fand heraus, dass die Gemeindewappen in der heute bekannten Form aus dem vom Amtmann Bonnermann verfassten Abschlußbericht des Amtes Eving aus dem Jahre 1914 stammen.

Das Amt Eving wurde danach aufgelöst, denn Eving, Kemminghausen und Lindenhorst wurden zur Stadt Dortmund eingemeindet.

Aus den restlichen Gemeinden Brambauer, Brechten und Holthausen wurde das Amt Brambauer gebildet, das bis 1928 bestand.

Von 1928 an, nachdem auch Brechten und Holthausen nach Dortmund eingemeindet wurden, gehörten nun alle fünf Gemeinden zur Stadt Dortmund.

Die Wappen werden heute gerne von Vereinen in Veröffentlichungen und auf Plakaten verwandt, zumal Heinz Steffler vom Geschichts- und Kulturverein Eving sie nach den angegebenen heraldischen Zeichen in eine farbige Darstellung gebracht hat

Evinger Wappen: Brechten (Vögel und Kornähren), Eving (Vögel), Holthausen (Fuchs), Kemminghausen (Pfau), Lindenhorst (Lindenblätter)

Die Chronik von Lindenhorst

Der Ortsteil Lindenhorst bildet den westlichen Bereich des Stadtbezirks Eving.

Die erste urkundliche Erwähnung Lindenhorsts, als Morgengabe der Adelheid von Rüdenberg durch ihren Ehemann Heinrich von Herreke, stammt aus dem Jahre 1176 als "Lyndenhorst". Es war Sitz der Grafen von Lindenhorst, denen die Grafschaft Dortmund ab 1286 zuerkannt wurde. Der Herrensitz soll aus einer Burg mit Kapelle am Standort der alten Lindenhorster Kirche, die im Wanderweg durch Siedlungen in Lindenhorst erwähnt ist, bestanden haben.

Die Erhebung der Höfe der Bauernschaften der Grafschaft Dortmund führt 1567 für Lindenhorst 12 Höfe und Kötterstellen auf.

Nach Auflösung der Grafschaft Dortmund 1808 gehörte Lindenhorst zunächst zum Territorium des Großherzogtums Berg.

Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Lindenhorst preußisch. Von 1815 bis 1905 gehörte es zum Amt Lünen, 1905 bis 1914 zum Amt Eving.

1914 wurde Lindenhorst nach Dortmund eingemeindet.

1872 begann das Abteufen des ersten Schachtes des Bergwerks Fürst Hardenberg. Vorher war hier nur fruchtbares Ackerland mit reichen Getreideernten. Kann man es da den damaligen Bewohnern von Lindenhorst verübeln, wenn sie schimpften: "De schwarten Steine makt us alles kaputt". Durch den Bergbau wuchs die Bevölkerung stark an.

1818 zählte Lindenhorst 124, Anfang des 20. Jahrhunderts bereits über 2000 Einwohner. Heute leben hier über 5000 Menschen.

Für die wachsende Bevölkerung musste Wohnraum geschaffen werden. Der o.g. Wanderweg führt auch durch die so entstandenen Siedlungen.

Nach Stilllegung der Zeche Minister Stein im Jahr 1987 begann der zweite, bisher erfolgreiche Strukturwandel.

Der Veränderungsprozess wird bei der Wanderung deutlich.

Es sind z.B. einerseits neue Wohnbereiche auf der "grünen Wiese" entstanden, es sind aber auch andere Bereiche - z.B. die zwischen 1882 und 1907 erbaute Derffl ingersiedlung als älteste Bergbausiedlung - abgerissen worden, weil eine Anpassung auf den heutigen Standard nicht mehr möglich war.

Wohlfahrtsgebäude

Die Schachtglocke der Zeche Minister Stein

Akustisches Denkmal von Dortmund-Eving

Seit Ende 2002 ist sie wieder in der heutigen Evinger Mitte zu hören, die Schachtglocke der ehemaligen Zeche Minister Stein.

Während der aktiven Zeit der Zeche diente sie als wichtiges Seilfahrtssignal der Bergleute.

Die Bergleute verständigten sich über dieses Signal bei der Seilfahrt mit dem Fördermaschinisten.

Die Hauptseilfahrten wurden durch das Ankündigungssignal vier plus vier Schlag angekündigt. Darauf folgte das Ausführungssignal.

Zwei Glockenschläge standen für AUF (nach oben) und drei Glockenschläge für HÄNGEN (nach unten). Das Ende der Seilfahrt wurde durch vier plus vier Glockenschläge angezeigt.

Heute ertönt das Signal um 8.00, 12.00 und 18.00 Uhr und zeigt den Vorbeigehenden die Uhrzeit an. Auch wenn die Diskothek Prisma um 21.00 Uhr ihre Türen für die Nachtschwärmer öffnet erklingt das alte Signal. Als einzigartiges sogenanntes „Akustisches Denkmal“ steht die Schachtglocke nicht nur für eine lebendige Erinnerungskultur, sondern symbolisiert einen Brückenschlag innerhalb des Strukturwandels in dem sich der Stadtbezirk Eving befindet.

Die Idee, die ehemalige Schachtglocke der Zeche Minister Stein als "Akustisches Denkmal" in der Evinger Mitte zu installieren, wurde in der Grubenwehrkameradschaft Minister Stein (ein kameradschaftlicher Zusammenschluss ehemaliger Grubenwehrmitglieder) geboren. Diese Idee wurde vom Evinger Geschichts- und Kulturverein aufgegriffen und mit Hilfe des Stadtbezirksmarketing umgesetzt.

Die Firma Grabmale Hibbeln stiftete dem Stadtbezirksmarketing eine beschriftete Sandsteinplatte, welche den Betrachter über das "Akustische Denkmal" informiert. Hocherfreut sind die Mitglieder des Stadtbezirksmarketing über das Interesse, welches dem „Akustischen Denkmal“ entgegengebracht wird.

So nahm die Dortmunder Historikerin Dr. Uta C. Schmidt, durch Presseberichte aufmerksam geworden, Kontakt zum Stadtbezirksmarketing auf und informierte sich über dieses Projekt.

Frau Dr. Schmidt arbeitete einen Vortrag über das "Akustische Denkmal" [pdf, 55 kB] aus, den sie am Abend der offiziellen Einweihung, am 28.11.2003, für alle Interessierten im großen Lesesaal der Hörfunkakademie hielt.

Hammerkopfturm der Zeche
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Anneke Wardenbach