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Kirche der Baptisten in Brechten

Eving

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Karin Hessmann

Quartiersentwicklung

Abschlussbericht Quartiersanalyse Niedereving zeigt hohe Wohnzufriedenheit und Bereitschaft zu Engagement auf

Nachricht vom 30.04.2019

Für die Quartiersanalyse Niedereving wurden statistische Daten ausgewertet, Gespräche mit Akteuren im Quartier geführt und 1.930 Bewohner sowie 380 private Eigentümer schriftlich befragt. Die Verwaltungsspitze hat sich am Dienstag, 30. April, mit dem Abschlussbericht der Quartiersanalyse Niedereving des Amtes für Stadterneuerung befasst.

Die Verwaltungsspitze hat sich am Dienstag, 30. April, mit dem Abschlussbericht der Quartiersanalyse Niedereving des Amtes für Stadterneuerung befasst.

In Zusammenarbeit mit der dortmunderstatistik der Stadt Dortmund wurde im Sommer 2018 mit der Analyse des Untersuchungsgebietes begonnen. Es befindet sich im Stadtbezirk Eving und entspricht weitgehend dem Statistischen Unterbezirk "Niedereving". Das Wohnquartier erstreckt sich nördlich der Bergstraße bis zum Grävingholz und wird durch die Evinger Straße im Osten sowie die Friesenstraße im Westen begrenzt.

Abschlussbericht Quartiersanalyse Niedereving

Die Karte zeigt Niedereving
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Der überwiegende Teil der 445 Gebäude mit 1.520 Wohnungen befindet sich in Privatbesitz. Über einen größeren Bestand verfügt die Vonovia SE. Insgesamt leben hier 3.301 Menschen.

Für die Analyse wurden statistische Daten ausgewertet, Gespräche mit Akteuren im Quartier geführt und 1.930 Bewohnende sowie 380 private Eigentümer schriftlich befragt. Die Rücklaufquoten lagen bei jeweils 19 Prozent.

Abschlussbericht Quartiersanalyse Niedereving

Denkmalgeschütztes Wohngebäude, Nollendorfplatz
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Amt für Stadterneuerung

Arbeitersiedlung prägt Gebiet

Neben 262 Mehrfamilienhäusern gibt es auch 183 Ein- und Zweifamilienhäuser, 87 Prozent aller Gebäude sind lediglich ein- oder zweigeschossig. Zu den besonderen Qualitäten des attraktiven Wohnviertels zählen die vielen großen Gärten.

Entscheidend geprägt wird das Untersuchungsgebiet durch die zwischen 1897 und 1906 in zwei Bauabschnitten errichtete Arbeitersiedlung, die Alte Kolonie.

Abschlussbericht Quartiersanalyse Niedereving

„Klassisches“ Zechenhaus nach Aufwertung, Schillstraße
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Amt für Stadterneuerung

Die Bewohnenden des Untersuchungsgebiets schätzen die sehr guten Einkaufsmöglichkeiten mit einer Vielzahl an Geschäften sowie die Nähe zur Dortmunder City bzw. die zentrale Lage. Wichtig ist ihnen aber auch das gute nachbarschaftliche Miteinander – fast die Hälfte der befragten Bewohnenden gab an, dass man sich ab und zu trifft und gegenseitig hilft. In dem weitgehend ruhigen und durchgrünten Quartier fühlen sie sich wohl.

Abschlussbericht Quartiersanalyse Niedereving

Schwarzenbergstraße
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Amt für Stadterneuerung

Klage über illegale Müllablagerungen

Als weitere Stärke stellte sich unter anderem die vielfältige soziale Infrastruktur für alle Bevölkerungsgruppen heraus. Da sich ein Großteil der Angebote nicht im unmittelbaren Umfeld befindet, ist die ebenfalls gute ÖPNV- und Verkehrsanbindung wichtig.

Zu den ermittelten Schwächen zählt ein erheblicher Modernisierungsstau im Bestand der Vonovia. Über einen Zeitraum von rund 30 Jahren wurde die Alte Kolonie weitgehend sich selbst überlassen und lediglich die notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

Erst im Jahr 2017 begann eine Trendwende – seither werden einzelne Teilbereiche modernisiert. Neben energetischen Maßnahmen erfolgt möglichst überall auch ein Anbau von Balkonen. Die Experten sehen darin eine große Chance, das Quartier deutlich aufzuwerten. Neben den mit der Denkmalbehörde abgestimmten Farbkonzepten begrüßen sie ausdrücklich, dass die "klassischen" Zechenhäuser erheblich aufgewertet werden, ohne eine Fassadendämmung vorzunehmen. Die schöne Architektur bleibt dadurch erhalten.

Die Bewohnenden wünschen sich an erster Stelle mehr Sauberkeit und beklagen insbesondere illegale Müllablagerungen im direkten Umfeld der vier Standorte für Recycling-Container.

Depotcontainer-Stellplatz Oberadener Straße

Depotcontainer-Stellplatz Oberadener Straße
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Amt für Stadterneuerung

Die EDG hat bereits verschiedene Schritte zur Verbesserung der Situation eingeleitet. Drei Standorte werden neben der wöchentlichen Leerung zusätzlich dreimal pro Woche gesäubert, der vierte wird einmal wöchentlich gereinigt und dreimal geleert.

Positives Fazit

Es wurden insgesamt vielfältige Handlungsoptionen erarbeitet. Neben der Verbesserung der Sauberkeit zählen dazu unter anderem auch der Um- und Ausbau an der Graf-Konrad-Grundschule und der Elisabeth-Grundschule sowie eine weiteren Aufwertung der Spielplätze und die Umgestaltung eines Bolzplatzes an der Evinger Straße zu einer Parkour-Anlage. Ebenso von Bedeutung sind die Fortsetzung der Modernisierungen durch Vonovia, aber auch Beratungsangebote für private Eigentümer oder Senioren und Menschen mit Behinderung/Pflegebedarf.

Für ein positives Fazit sorgen insbesondere auch die hohe Wohnzufriedenheit und eine große Bereitschaft zu bürgerschaftlichem Engagement. Fast 150 der befragten Bewohnenden bekundeten, sich im Quartier engagieren zu wollen.

Zum Thema

Weitere Informationen finden sich im Abschlussbericht Quartiersanalyse Niedereving, den Sie angehängt als PDF-Dokument zum Download finden und der in den nächsten Tagen auf der Seite der Quartiersentwicklung auch als Download veröffentlicht wird.