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Friedhöfe Dortmund

Bestattungskultur wandelt sich – Urnengräber am Weinberg in Holzen gestaltet

Nachricht vom 15.07.2020

Gesellschaftliche Entwicklungen spiegeln sich auch im Wandel der Bestattungskultur wieder. Wie auch in jedem anderen Lebensbereich entwickeln sich die Ansprüche der Bürger*innen an Bestattungsangebote kontinuierlich weiter. Die Friedhöfe Dortmund haben diese Trends frühzeitig wahrgenommen und das Angebot entsprechend angepasst: Ab sofort sind auch Urnenbestattungen am Weinberg in Holzen möglich.

Menschen vor dem Weinberg

Im Vordergrund drei am Projekt beteiligte Auszubildende. In der Reihe dahinter sind Mitarbeitende der Friedhöfe Dortmund, die Winzerin Tina Krachten (3.v.r.) und Stadtrat Arnulf Rybicki (1.v.r.).
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Im Rückblick auf die letzten zwei Jahrzehnte lassen sich folgende verfestigte Trends feststellen:

  • Erdbestattungen sind immer stärker durch Urnenbestattungen abgelöst worden. In Dortmund beträgt der Anteil der Urnenbestattungen über 80 Prozent.
  • Aus gestalterischen, sozialen, familiären oder auch finanziellen Gründen werden moderne Grabarten bevorzugt, die kostengünstig und leicht zu pflegen, gleichzeitig aber attraktiv, natürlich und tröstend gestaltet sein sollen.

Breites Angebot: Von Obstbaumgräbern bis zum Kolumbarium

Die Friedhöfe Dortmund haben diese Trends frühzeitig wahrgenommen und das Angebot auf den 32 kommunalen Friedhöfen ständig angepasst. Während vor 20 Jahren die klassischen Reihen- und Wahlgrabstätten (acht verschiedene Grabarten) das Angebot prägten, sind bis heute acht zusätzliche individuelle Bestattungsangebote entwickelt worden. Diese reichen von Nischen im Urnenturm (Kolumbarium), über Haingräber in Flächen mit altem Baumbestand bis zu Obstbaumgräbern.

Neben der ansprechenden gärtnerischen Gestaltung von möglichst pflegefreien Grabfeldern (der Anteil liegt aktuell bereits bei 30 Prozent) rückt dabei auch immer mehr die Orientierung am individuellen landschaftlichen Erscheinungsbild der einzelnen Friedhöfe in den Blick.

Zwei aktuelle, gerade landschaftsbaulich fertiggestellte, neue Grabfelder auf dem Friedhof Holzen machen die Entwicklungsstrategie der Friedhöfe Dortmund deutlich.

Weinberge

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Ruhestätte am Weinberg

Der Friedhof Holzen befindet sich in der Nähe der südlichen Stadtgrenze zur Nachbarstadt Schwerte. Das Gelände ist durch eine leichte Hanglage gekennzeichnet. Ein bereits seit längerem nicht mehr genutztes, terrassenartig angelegtes Grabfeld brachte den Ausbildungsleiter der Friedhöfe Wolfgang Närdemann auf die Idee, Weinreben als prägendes Gestaltungselement für die Neuanlage von Urnenwahlgräbern zu nutzen. Angeregt wurde diese Überlegung durch in den letzten Jahren entstandene Weinberge am Phoenix See und im Umweltkulturpark Barop. Diese Weinberge werden durch die Winzerin Tina Krachten betreut. Sie erklärte sich gern bereit, die Idee mit ihrem Fachwissen zu einer konkreten Planung weiterzuentwickeln. So wurde aus Idee und Planung ein Ausbildungsprojekt für angehenden Gärtner*innen der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau bei den Friedhöfen Dortmund.

Mit diesem neuen Grabfeld steht jetzt ein Angebot an sogenannten "pflegefreien Urnenwahlgrabstätten" mit einer einzigartigen landschaftsgärtnerischen Gestaltung bereit, dass seine ganze Anmut im Laufe der Jahreszeiten zeigen wird. Mit seinem terrassenförmigen Aufbau, gestützt durch Trockenmauern aus Ruhrsandstein, fügt es sich harmonisch in das Relief des Friedhofsgeländes ein.

Individuelle Grabpflege durch die Angehörigen ist auf Grund dieser Gestaltung nicht notwendig, sodass das Angebot den Nachfragetrends entgegenkommt. Das Nutzungsrecht an einem pflegefreien Urnenwahlgrab wird für 25 Jahre erworben. Es kann mit zwei Urnen belegt werden. Die Gebühr für die gesamte Nutzungszeit beträgt 2.350 Euro; das entspricht einem Betrag von 94 Euro pro Jahr.

Das Obstbaumfeld

Obstbaumgräber entsprechen dem Bedürfnis Angehöriger nach pflegefreien Grabstätten in einer naturnahen Umgebung. Erstmals 2006 auf dem Friedhof Kemminghausen eingerichtet, hat sich dieses Angebotskonzept etabliert und ist nach und nach auf sieben weiteren Friedhöfen realisiert worden.

Gestaltungsprägend für diese Grabart ist der naturnahe Streuobstwiesencharakter mit unterschiedlichen Obstbäumen und einer Ansaat mit extensiv gepflegtem Kräuterrasen. Auch in diesem Grabfeld sind die Vegetationsphasen im Laufe der Jahreszeiten besonders intensiv erfahrbar. Insbesondere die Obstblüte im Frühjahr entfaltet ihren ganz besonderen Reiz. In den Obstbaumfeldern angelegte Wege laden zum Besuch und die Bankplätze zum Verweilen ein. Die einzelnen Grabstätten befinden sich entlang der Wege und sind mit Zierrasen eingesät.

Das Nutzungsrecht an einem pflegefreien Obstbaumgrab wird für 25 Jahre erworben. Es kann mit bis zu vier Urnen belegt werden. Die Gebühr für die gesamte Nutzungszeit beträgt 2.600 Euro, was einer jährlichen Gebühr von 104 Euro entspricht.

Der Friedhof Holzen ist der neunte im Stadtgebiet, auf dem jetzt Obstbaumgräber nach neuestem Gestaltungskonzept angeboten werden.

Zum Thema

Alle Informationen zu den Dortmund möglichen Grabarten finden Sie online auf

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.