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Hörde

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Michael Odenwaeller

Mitwirken

Stadt startet Online-Beteiligung zur Zukunft der Stadtbezirke Hombruch, Hörde und Innenstadt-West

Nachricht vom 27.04.2022

Die Stadtbezirke Hombruch, Hörde und Innenstadt-West werden gerade vom Stadtplanungs- und Bauordnungsamt der Stadt Dortmund ordentlich unter die Lupe genommen. Hintergrund ist die Erarbeitung der sogenannten "Integrierten Stadtbezirksentwicklungskonzepte" (kurz: INSEKT). Bürger*innen können ihren Stadtbezirk mitgestalten.

Teich im Rombergpark

Von besonderer Bedeutung für die Bürger*innen der Stadtbezirke ist der Rombergpark, der zu den wertvollsten und mit über 60 ha Fläche zu den größten Parkanlagen Dortmunds zählt.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Zum Auftakt arbeitete ein verwaltungsinterner Workshop mit Blick auf die Anforderungen verschiedener Fachplanungen (Einzelhandel, Denkmalschutz, Freiraum, Stadtklima etc.) die wesentlichen Qualitäten und Herausforderungen sowie Entwicklungsmöglichkeiten im Stadtbezirk heraus. Ziel war es, ein gemeinsames Verständnis über den Stadtbezirk zu bekommen und auch räumliche Bereiche und Themenfelder zu identifizieren, in denen es für die nächsten 10 bis 15 Jahre Handlungsbedarfe für die Stadtentwicklung gibt.

Jetzt sollen im nächsten Schritt die Bewohner*innen der Stadtbezirke sowie alle Interessierten ihre Meinung mit einbringen. Insbesondere die Meinungen und Vorstellungen der Bewohner*innen als "Expert*innen vor Ort" sind wichtige Impulse für den weiteren Prozess. Das Feedback wird daher einfließen in die weitere Ausarbeitung der Integrierten Stadtbezirksentwicklungskonzepte.

Vom 27. April bis zum 11. Mai 2022 sind alle Bewohner*innen und Interessierten herzlich eingeladen, sich durch die aktive Teilnahme an der Online-Beteiligung in den Diskurs über die zukünftige Entwicklung der drei Stadtbezirke einzubringen. Aufgrund der Corona-Pandemie wird vorsorglich noch auf einzelne Präsenzveranstaltungen verzichtet. Mitmachen ist möglich unter dortmund.de/BeteiligungINSEKT.

Menschen, die mitmachen möchten, aber keinen Zugang zum Internet haben, können sich telefonisch unter 0231 50-23787 mithilfe des INSEKT-Teams im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt beteiligen.

Zweistufige Online-Beteiligung – im Herbst folgt Teil zwei

Die Online-Beteiligung stellt neben den verwaltungsinternen Workshops und dem Austausch mit der Politik den zentralen Baustein der aktuell laufenden INSEKT-Prozesse dar. Dabei ist ein zweistufiges Verfahren geplant. Im ersten Schritt geht es jetzt darum, die Meinungen und Ideen der Bewohnerschaft in den drei Stadtbezirken zu aktivieren und zu erfahren. Eine weitere Online-Beteiligung ist dann für den Herbst vorgesehen. Hier sollen die Bewohner*innen und alle Interessierten die Möglichkeit bekommen, sich über die bis dahin erfolgte INSEKT-Verfeinerung und die identifizierten "Stadtbezirksthemen" zu informieren sowie die eigenen Bewertungen zu den Ergebnissen abzugeben.

Das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt kommt mit dieser Vorgehensweise dem Wunsch einer möglichst frühzeitigen und unmittelbaren Beteiligung nach.

Nicht jeder einzelne Wunsch und Vorschlag kann jedoch im weiteren Prozess gänzlich berücksichtigt werden – denn Aufgabe von Planung ist es, die Wünsche und Vorschläge in Zusammenhang mit den vor Ort herrschenden Anforderungen zu betrachten und untereinander abzuwägen, um gute und auch langfristig orientierte Vorstellungen für die Entwicklung im Stadtbezirk zu formulieren. Dennoch wird jeder Beitrag als Bereicherung verstanden – Wissens- und Themenspeicher werden angelegt.

Online-Format hat sich in Corona-Zeiten bewährt

Die Beteiligung zum INSEKT Brackel und Innenstadt-Ost erfolgte im Jahr 2021 aufgrund der Corona-Pandemie ausschließlich digital. Eine Online-Plattform eröffnete die Möglichkeit, verschiedene Stadtbezirksthemen und Entwicklungsziele zu bewerten. Mit fast 600 Teilnehmenden aus unterschiedlichen Altersgruppen und verschiedenen Lebenssituationen (z. B. Rentner*innen, Schüler*innen, Berufstätige) konnte über die Online-Plattform eine wesentlich größere und deutlich vielfältigere Gruppe erreicht werden, als das mit bisherigen Präsenzveranstaltungen im Rahmen der INSEKT-Prozesse der Fall war. Eine deutliche Mehrheit der Teilnehmer*innen hatte noch dazu angegeben, wohnhaft in Brackel oder der östlichen Innenstadt zu sein. Somit konnte durch die Umfrage ein umfangreiches Stimmungsbild der in den Stadtbezirken lebenden Menschen eingeholt werden.

Angesichts dieser positiven Erfahrung und der weiterhin noch immer angespannten Pandemielage hat sich das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt entschieden, auch bei der laufenden Erstellung der INSEKT für die Stadtbezirke Hombruch, Hörde und Innenstadt-West auf eine Online-Beteiligung zu setzen.

Hintergrund: Was ist ein INSEKT?

Integrierte Stadtbezirksentwicklungskonzepte (INSEKT) sind informelle Planwerke der Stadtentwicklung, die in einer Abstufung zwischen der gesamtstädtischen Flächennutzungsplanung und den Rahmen- und Bebauungsplänen stehen. Sie dienen dazu, Zielvorstellungen für die künftige räumliche Entwicklung auf Stadtbezirksebene zu formulieren und gewinnen vor dem Hintergrund der wachsenden Herausforderungen aus Demographischen Wandel, Strukturwandel und Klimawandel zunehmend an Bedeutung.

Das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt der Stadt Dortmund hat die INSEKT für alle zwölf Stadtbezirke erstmals im Jahr 2004 im Zusammenhang mit der Neuaufstellung des gesamtstädtischen Flächennutzungsplanes (FNP) erstellt und im Jahr 2009 fortgeschrieben. In den Jahren 2013 und 2018 fand dann eine Aktualisierung der in den INSEKT 2009 dargestellten Projekte und Maßnahmen statt – die Berichte wurden jedoch nicht fortgeschrieben. Daraufhin folgte im Jahr 2018 der politische Auftrag, die INSEKT in Form einer Neukonzeption unter dem Motto "INSEKT 2030+" weiterzuentwickeln und für alle zwölf Stadtbezirke der Stadt Dortmund fortzuschreiben.

Die Neukonzeption des INSEKT-Prozesses im Jahr 2018 gibt seitdem eine Planungsperspektive von 10 bis 15 Jahre für die neuen INSEKT vor. Verstärkt werden sollte auch die Analyse verschiedener Fachthemen wie Einzelhandel, Denkmalschutz, Freiraum und Stadtklima, Lärm, Mobilität, soziale und technische Infrastruktur, Wirtschaft und Wohnen. Auch Handlungsempfehlungen zur zukünftigen Entwicklung des Stadtbezirkes sollen formuliert werden. Im Jahr 2019 wurde die Neukonzeption erstmals bei der Erarbeitung des INSEKT Aplerbeck 2030+ erprobt. Seitdem wird der Prozess in weiteren Stadtbezirken fortgeführt. Entsprechend sind im letzten Jahr auch für die Stadtbezirke Brackel und Innenstadt Ost die INSEKT fertiggestellt und vom Rat der Stadt Dortmund beschlossen.

Zum Thema

Weitere Informationen sowie die Bürger*innen-Onlinebeteiligung finden Sie online.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.