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Kinderspielplatz früher

Hombruch

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Geschichte

Die älteste Erwähnung Hombruchs datiert aus dem Jahre 1395. In einer Urkunde des Grafen Dietrich von der Mark heißt es, dass sein Hof to dem Hombroike für 40 Mark an Dietrich Lenhove und seine Familie verpfändet wird.

Auf dem heutigen Ortsgebiet von Hombruch befand sich in früheren Jahrhunderten ein ausgedehntes Waldgebiet. Über Jahrhunderte gab es neben dem erwähnten Hof, der später "Lennhof" genannt wurde, nur die Hombruchsmühle und die Ölmühle.

Besitzer der beiden Mühlen war der preußische Staat. Der ehemalige Königliche Domänenwald wurde am 12. November 1827 in 42 Abteilungen aufgeteilt und öffentlich versteigert. Der Industrielle, Verkehrsplaner und Bildungspolitiker Friedrich Harkort erwarb im Rahmen dieser Versteigerung einen großen Teil im Südwesten des Waldes. Einen Teil des Waldes musste Friedrich Harkort aufgrund finanzieller Schwierigkeiten an den Freiherrn von Romberg verkaufen. Dieser legte auf seinen neu erworbenen Flächen in Hombruch die Zeche Glückauf-Tiefbau mit dem Schacht Gisbert an.

Die ursprüngliche Stollenzeche wurde bereits im Jahre 1752 (!) gegründet. Im Jahre 1792 entstanden die beiden Schächte "Gotthelf" und "Traugott". Der Stollenabbau gehörte ab der Jahrhundertwende zum neunzehnten Jahrhundert der Vergangenheit an.

Friedrich Harkort hatte sein Wohnhaus am Westrande des Waldes an der Stelle gebaut, die heute noch Harkortshof heißt. Harkort ließ die ehemalige Ölmühle zu einer Eisengießerei mit angeschlossener Kesselschmiede umbauen. Nachteilig für die Eisengießerei Harkorts war die ungünstige Verkehrslage. Der Eisenbahnbau ließ noch über ein Jahrzehnt auf sich warten. Mit erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten versuchte er sein Unternehmen zu führen.

Ein Jahr nach dem Zwangsverkauf wurde die "Bergisch-Märkische Eisenbahn" unmittelbar neben seinem ehemaligen Besitz in Betrieb genommen. An der Zeche "Louise-Tiefbau" entstand eine Bahnstation mit dem Namen "Barop". 1858 erwarben Wilhelm und Gottlieb Hammacher von dem Bauern Lennhof ein am Bahnhof liegendes Grundstück und errichteten dort ein Puddel-, Walz- und Hammerwerk.

Romberg ließ seinen Besitz in Hombruch neu parzellieren und begann mit der Besiedelung des Ortes. Viele Arbeiter strebten mit ihren Familien in die Nähe der Kohlezechen und Metallverarbeitungsbetriebe in Barop und Hombruch.

Im Jahr 1870 bis 1871 wurde die katholische Clemenskirche gebaut. Bisher war die Bevölkerung überwiegend protestantisch gewesen, aber durch die Zuwanderung aus dem Rheinland und vor allem aus Schlesien und Polen änderte sich bald die konfessionelle Mehrheit.

Im Jahr 1872 hatte die Zeche "Glückauf-Tiefbau" eine Belegschaft von über 1000 Beschäftigten (!). Der Freiherr von Romberg verkaufte die Zeche in dieser Zeit an die Dortmunder Union AG.

1884 wurde das Walzwerk in "Baroper Walzwerk AG" umgetauft. 1896 war das Gründungsjahr der "gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Hombruch/Barop" deren Ziel die Schaffung von preiswerten Wohnungen war. Im ganzen Hombrucher Ortsteil entstanden Genossenschaftshäuser.

1898 wurde die Hörder Kreisbahn eröffnet und Hombruch an den öffentlichen Verkehr angebunden. Die elektrische Straßenbahn fuhr vom alten Amtshaus am Hombrucher Markt über die Harkortstraße nach Westen. Von dort führte sie über die Hombrucher Straße zur Stockumer Straße, wo sie Anschluss an die Linie Hörde-Eichlinghofen hatte.

Die Harkortstraße entwickelte sich schon vor dem Ersten Weltkrieg zu einer Geschäftsstraße mit einer Zweigstelle der Stadtsparkasse, die 1875 eröffnet wurde und mit der evangelischen Kirche, die 1896 gebaut wurde. Zahlreiche Schulen wurden im aufstrebenden Hombruch gebaut. Die evangelische Kaiser-Wilhelm-Schule, heute die Harkort-Schule, war eine der modernsten Schulen ihrer Zeit. Die katholische Brüder Grimm-Schule wurde 1910 errichtet.

Im Jahr 1910 ging die Zeche "Glückauf-Tiefbau" an die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten AG. Nach dem Ersten Weltkrieg verlagerte sich der Bergbau in die nördlichen Industriegebiete und die Hombrucher Zeche wurde 1925 stillgelegt. 1930 wurde die angeschlossene Kokerei stillgelegt.

Bis zum Jahr 1929 gehörte Hombruch zu Hörde und wurde vom Amt Kirchhörde verwaltet.

Mit der Eingemeindung Hördes nach Dortmund erhielt Hombruch eine eigene Verwaltungsstelle.

Im Zweiten Weltkrieg war auch Hombruch ab 1944 von Bombenangriffen betroffen. Zahlreiche Häuser wurden zum Teil schwer beschädigt, wie zum Beispiel die katholische und die evangelische Kirche sowie das Marienhospital.

Nach dem Krieg hat sich das Stadtbild Hombruchs stark verändert. Viele Häuser wurden neu gebaut und eine lange Fußgängerzone entstand Ende der siebziger Jahre.

Im Jahr 1996 wurden die Gebäudekomplexe des Anfang der neunziger Jahre geschlossenen Röhrenwerkes abgerissen.

Hombruch ist heute ein beliebter Vorort Dortmunds, ein attraktives Einkaufszentrum und besitzt eine eigene Verwaltungsstelle sowie den Sitz der Bezirksvertretung für den Stadtbezirk Hombruch.