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Hombruch

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Doris Tews

Energie-Einsparung

Amazonas-Haus im Zoo Dortmund schließt zum Ende des Jahres dauerhaft

Nachricht vom 14.11.2022

Das Amazonas-Haus im Zoo Dortmund wird zum 31. Dezember 2022 dauerhaft schließen. Das hat der Krisenstab der Stadt beschlossen. Der Grund: Die Anlage ist stark renovierungsbedürftig und verbraucht unzeitgemäß viel Energie. Langfristig ist der Bau eines neuen Tropenhauses im Zoo vorgesehen.

Das Amazonashaus im Zoo Dortmund

Das Tropenhaus ist für ein Drittel des Gesamt-Energieverbrauchs des Zoos verantwortlich.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Zoo Dortmund / Marcel Stawinoga

Das Amazonas-Haus im Zoo Dortmund wurde 1992 eröffnet. Ursprünglich war vorgesehen, es bis zum Bau eines neuen Tropenhauses weiterzubetreiben und dafür übergangsweise nutzbar zu machen. Die Energiekrise und die Notwendigkeit, mögliche Einsparpotenziale zu realisieren, führten zu dem Entschluss, das Haus nun schnellstmöglich komplett zu schließen. Eine bauliche und energetische Sanierung des Gebäudes wäre völlig unwirtschaftlich.

Tropenhaus verbraucht ein Drittel der Energie im Zoo

Durch die häufig defekte Heizungs- und Lüftungsanlage, die veralteten Fenster und die schlechte Isolierung der Baukonstruktion verbraucht das Haus mehr als ein Drittel des Gesamtbedarfs an Strom und Gas des Zoos. Der Energiebedarf des Gebäudes lag im letzten Jahr der Öffnung für die Besucher*innen, 2019, bei 175.000 kWh Strom und 420.000 kWh Gas.

Schließung zuletzt wegen Corona-Gefahr für Affen

Das Amazonas-Haus ist seit der Beginn Corona-Pandemie für die Besucher*innen geschlossen, da die Öffnung - verursacht durch die nur unzureichende Belüftungsmöglichkeit - zugleich eine Gefährdung für die darin lebenden Affenarten bedeuten würde.

Das Amazonas-Tropenhaus ermöglichte in den letzten 30 Jahren den Zoobesucher*innen einen Einblick in die Vielfalt der tropischen südamerikanischen Tierwelt. In der unteren Etage tauchten die Besucher*innen gefühlt in den Amazonas und seine Nebenflüsse ein: In den Aquarien lebten verschiedene Fischarten, Amphibien und Reptilien. In der ersten Etage begegneten sie Tieren, die sich hauptsächlich an der Wasseroberfläche oder in der Nähe des Flusses aufhalten, wie Brauen-Glattstirnkaimane, Große Anakondas und Waldschildkröten. In der obersten Etage konnten die Besucher*innen Affen wie Zwergseidenäffchen und Kaiserschnurrbarttamarine, sowie diverse Amphibien, Insekten und Reptilien oben in den Bäumen beobachten.

Tiere ziehen zum Teil in andere Zoos um

Die 150 tierischen Bewohner in 35 Arten des Amazonas-Hauses ziehen zum Teil bereits um. Die Tiere werden im Rahmen von Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEP) bzw. des EAZA Ex situ Programmes in andere Zoos abgegeben. Dieser Prozess läuft zurzeit. Über die Tiere, die möglicherweise im Zoo Dortmund bleiben werden, wird die Stadt informieren.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.