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Huckarde

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): RTG/Ulf Philipowski

"Eagle-Eye"

Tiefbauamt erfasst Straßen mithilfe von Bildern und Laserscans in ganz Dortmund

Nachricht vom 17.03.2021

Wie gut erhalten sind die Straßen in Dortmund? In welchem Zustand sind sie? Solch eine Analyse führt das Tiefbauamt alle fünf Jahre für jede Straße, jeden Radweg, jeden Fußweg durch. Allein an Straßen kümmert sich das Tiefbauamt um 1.800 km. Am Montag, 22. März, startet die Erfassung auf Dortmunds Straßen.

Fahrzeug für visuell bildbasierte Erfassung

Fahrzeug für visuell bildbasierte Erfassung
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): "eagle eye technologies"

Ab Montag, den 22. März 2021 (bei trockenem Wetter), starten zwei Messfahrzeuge auf den Straßen Dortmunds, um ein genaues Bild über den Zustand der Straßen, Fuß- und Radwege zu bekommen. "Dies möchten wir zum Anlass nehmen, nochmal genau über das Projekt zu informieren, damit die Menschen sich nicht verunsichert fühlen, wenn die Fahrzeuge, ausgerüstet mit der mobilen Technik, an ihnen vorbei fahren", so Sylvia Uehlendahl, die Leiterin des Tiefbauamtes.

Schon 2016 gab es hierzu ein erfolgreiches und vielversprechendes Pilotprojekt – beschränkt auf den Stadtbezirk Hombruch. Dabei erhielt das Tiefbauamt umfangreiche Daten – eine Kombination aus bildbasierter Zustandserfassung und Laserscans. Diese Erfassungsmethoden lieferten genauere Ergebnisse als die bis dahin üblichen rein visuellen Eindrücke der Verkehrssicherheitskontrolleur*innen des Tiefbauamtes. Die visuelle Erfassung erfolgte auf Basis von etwa 19.000 Seiten ausgedruckten Seiten (Fragebögen und Tabellen).

Diese Ausdrücke wurden jeweils vor Ort ausgefüllt und mussten anschließend in eine Datenbank zur Auswertung übertragen werden. Ein aufwändiges Verfahren, das auch Ungenauigkeiten mit sich brachte, denn die Einschätzungen sind zwar fachlich geleitet, aber dennoch subjektiv durchwirkt. Auch der Übertrag in die Datenbank war potenziell fehleranfällig. Als Basis für die Priorisierung von Reparaturen oder Straßenneubaumaßnahmen ist ein verlässliches Kataster unumgänglich.

Umstellung auf neue Technik im gesamten Stadtgebiet

Nun wird das digitale Projekt stadtweit ausgerollt und auf die neue Technik umgestellt. In 2020 hat das Tiefbauamt die Ausschreibung zur Straßenzustandserfassung und -bewertung für das Dortmunder Stadtgebiet erarbeitet den entsprechenden Auftrag im Dezember erteilen können. Die erweiterten Bestandteile des nun vergebenen Auftrages sind die Erfassung der Flächenbestandsdaten und der Verkehrszeichen.

Die Fahrzeuge des beauftragten Unternehmens "eagle eye technologies" mit Kameras Messgeräten auf dem Dach werden schon bald durch Dortmund fahren und ganz sicher vielen Bürger*innen auffallen. Zwei Fahrzeugtypen für die verschiedenen Messungen kommen dabei zum Einsatz. Die Befahrung startet voraussichtlich im März 2021 und wird nahezu das gesamte Jahr dauern – auch das Wetter spielt dabei eine Rolle.

Die Erfassung geschieht mit Messfahrzeugen, die mit speziellen Sensoren ausgestattet sind. Mit deren Hilfe werden sämtliche Straßenflächen während der Befahrung digital erfasst. Zahlreiche Stereobildkameras, Laserscanner sowie auf die Straßenoberfläche gerichtete hochauflösende Messkameras zur Ermittlung von Oberflächenschäden nehmen Fahrbahnen und Nebenanlagen in jeweils zwei Fahrtrichtungen auf.

Eine Verkehrsgefahr bedeutet das einfache Befahren und gleichzeitige Abscannen der Oberflächen mit dem KfZ (auch bei Tempo 50) übrigens nicht.

Fahrzeug zur messtechnischen Erfassung

Fahrzeug zur messtechnischen Erfassung
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): "eagle eye technologies"

Das Berliner Technologieunternehmen erfasst die Zustände der Straßen, Wege und Schilder nicht nur, es bewertet sie auch. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Ingenieurbüro Lehmann + Partner GmbH, das messtechnisch den Zustand der Fahrstreifen erfasst. Die Daten werden anschließend zusammengeführt und für die Stadt aufbereitet und dokumentiert.

Dortmunds "digitaler Zwilling"

In Zusammenarbeit mit dem Vermessungs- und Katasteramt entsteht somit auch die Grundlage für den Aufbau eines Straßenkatasters und eines Schilderkatasters, aber auch für ein spezielles Erhaltungskonzept. Mit Hilfe des so erstellten "digitalen Zwillings" von Dortmund kann die Stadtverwaltung ihre Straßeninfrastruktur noch gezielter verwalten, unterhalten sowie systematisch und effizient sanieren. Das Projekt treibt nun auch in diesem Bereich die Digitalisierung der Verwaltung weiter voran.

Einhaltung des Datenschutzes

Wichtig ist dem Tiefbauamt der Stadt, dass die Bürger*innen über diese Aktion informiert sind und wissen, dass die so gewonnenen Bilder und Informationen im Rahmen des Datenschutzes nur für dienstliche Zwecke erhoben und ausgewertet werden. Sämtliche personenbezogenen Daten werden schon vor dem Übertragen in die städtische IT anonymisiert oder unkenntlich gemacht.

Bereits bei der Erfassung der Daten werden möglichst wenige persönliche Bilddaten erfasst. Ganz bewusst sollen die Fahrten zu verkehrsarmen Zeiten erfolgen. Die Fahrzeuge sind als Vermessungsfahrzeuge erkennbar. Eine Zuordnung persönlicher Daten zu den erfassten Bilddaten soll in keinem Fall möglich sein. Das überlieferte Bildmaterial wird ausschließlich im Rahmen des Auftrages zur Erfassung kommunaler Infrastruktur verwendet.

Datenmaterial, das im Rahmen des Auftrages durch die kommunale Verwaltung zur Verfügung gestellt wird, kann nur im Rahmen des Auftrages verwertet werden und muss nach Vertragserfüllung sofort und unwiderruflich gelöscht werden.

Die Mitarbeiter*innen der Stadt Dortmund und die des beauftragten Dienstleisters sind zur Verschwiegenheit und zur Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen verpflichtet worden.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.