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Innenstadt-Nord

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Hans Jürgen Landes Fotografie

Wettbewerb

Quartier nördlich des Hauptbahnhofs: Überarbeitete Entwürfe zeigen Perspektiven auf

Nachricht vom 05.12.2018

Die Planungsabsichten für den nördlichen Bereich des Hauptbahnhofs verdichten sich. Nachdem bei einem städtbaulichen Wettbewerb drei Entwürfe gewonnen haben, haben die jeweiligen Büros diese noch einmal überarbeitet. Der Entwurf des Büros "raumwerk" soll auf seine Machbarkeit geprüft werden.

Planungsdezernent Ludger Wilde stellte Wettbewerbsüberarbeitungen für das nördliche Bahnhofsumfeld vor.

Planungsdezernent Ludger Wilde (l.) stellte die überarbeiteten Entwürfe für das nördliche Bahnhofsumfeld vor.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Gaye Suse Kromer

Für eine der bedeutendsten Entwicklungsflächen im Bereich der Dortmunder Innenstadt verdichten sich die Planungsabsichten. Nachdem im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs Ende 2017 drei Arbeiten mit einem ersten Preis ausgezeichnet wurden, liegen nun die Überarbeitungen dieser Entwürfe vor: Die Planungsbüros "bk – bueroKleinekort" aus Düsseldorf, "raumwerk Gesellschaft für Architektur und Städtebau mbH" aus Frankfurt/Main sowie "Trojan + Trojan Architekten + Städtebauer BDA" aus Darmstadt haben ihre Entwurfskonzeptionen weiterentwickelt. Im Rahmen eines Empfehlungsgremiums, das sich aus Vertretern der ursprünglichen Wettbewerbs-Jury, der Politik und der Grundstückseigentümer zusammengesetzt hat, wurden alle drei Beiträge präsentiert und fachlich bewertet.

Signalwirkung für Gesamtstadt, Nordstadt und Bahnhofsbereich

Die Entwürfe von "Trojan + Trojan" und in besonderem Maße von "raumwerk" stellen nach Auffassung des Gremiums gute Möglichkeiten zu einer erfolgreichen urbanen Weiterentwicklung des Wettbewerbsbereiches dar. Insbesondere der Entwurf des Büros "raumwerk" überzeugt mit einer übergeordneten Idee und verspricht eine "Signalwirkung für die Gesamtstadt, die Nordstadt und den Bahnhofsbereich", sodass von diesem Ansatz die größte Wahrscheinlichkeit eines nachhaltigen Impulses für die Entwicklung des nördlichen Bahnhofsumfeldes erwartet werden kann.

Das Konzept von "raumwerk" sieht vor, neue Baufelder mit einem neu geschaffenen Park und großzügigen Innenhofbereichen zu ergänzen. Außerdem beinhaltet es die Schaffung einer Businsel, um den Busverkehr zu zentralisieren sowie den Bau einer 'Quartiersgarage' unter dem ZOB. Die Architektur soll landschaftlich inspiriert sein und die steigenden funktionalen Anforderungen an den Bahnhof baulich optimal untebrringen, wie es im Planungsentwurf heißt. Die Bahnhofshalle soll zusammen mit einem Fahrrad-Parkhaus eine landschaftliche Verbindung zur Nordstadt und zum neuen 'Bürgergarten' bilden.

Modell des nördlichen Bahnhofsbereichs

Das Empfehlungsgremium hat empfohlen, den überarbeiteten Entwurf des Büros raumwerk aus Frankfurt weiterzuverfolgen.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Gaye Suse Kromer

Empfehlung des Gremiums: Entwurf von "raumwerk" weiterverfolgen

Um den Entwurf von "raumwerk" auf die tatsächliche Realisierbarkeit zu untersuchen, schlägt das Empfehlungsgremium vor, bei dieser Arbeit vertiefend weitere Aspekte prüfen. Sofern diese Prüfungen eine wirtschaftlich, technisch und funktional tragfähige Umsetzung erwarten lassen, wird empfohlen, den Entwurf des Büros raumwerk als Grundlage der weiteren Bearbeitung zu nutzen.

Entstehung eines urbanen Quartiers

Die Entwicklung des nördlichen Bahnhofsumfelds ist ein wichtiges Zukunftsprojekt der Stadt, das die Stadtstruktur im Bereich City und Nordstadt maßgeblich prägen wird. In Verbindung mit dem Umbau der Verkehrsstation durch die Deutsche Bahn und der Neugestaltung der Stadtbahn-Haltestelle soll auf der Nordseite des Hauptbahnhofs ein neues urbanes Stadtquartier entstehen.

Um der Bedeutung des nördlichen Bahnhofsumfelds als zentraler Entwicklungsfläche gerecht zu werden, hat die Stadt Dortmund im Anschluss an eine viertägige Planungswerkstatt, die im Oktober 2016 allen Bürgern zur Beteiligung offenstand, im Juli 2017 zu einem städtebaulichen Wettbewerb "Dortmund | Umfeld Hauptbahnhof Nord" eingeladen. Das Preisgericht hat sich im Dezember 2017 entschieden, aufgrund der hohen Qualität, drei – in ihren Entwurfskonzeptionen sehr unterschiedliche – Arbeiten jeweils mit einem ersten Preis auszuzeichnen. Die Erstplatzierten sollten ihre Entwürfe vertiefen und konkretisieren.

Einbindung der Bürger

Sämtliche Wettbewerbsbeiträge wurden im Rahmen einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Darüber hinaus hat sich das Forum Stadtbaukultur mit dem Wettbewerb befasst, und ein "Offener Bürgerdialog" hat allen Interessierten die Möglichkeit geboten, Meinungen und Ideen vorzubringen. Neben den Empfehlungen des Preisgerichts sollten auch die Anregungen der Politik, der Grundstückseigentümer, der Nutzer und der Öffentlichkeit in die Überarbeitung einfließen. Vor diesem Hintergrund hat jedes der drei Büros eine individuelle Aufgaben-Beschreibung für die Weiterbearbeitung erhalten.

Visualisierung des Bahnhofsplatzes des Büros "raumwerk"

Visualisierung des Bahnhofsplatzes des Büros "raumwerk"
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): raumwerk Gesellschaft für Architektur und Städtebau mbH

Weitere Prüfungen erforderlich

Das Empfehlungsgremium hat empfohlen, den überarbeiteten Entwurf des Büros raumwerk aus Frankfurt weiterzuverfolgen. Dies verbunden mit dem Hinweis an die Stadt, entscheidende Parameter zu prüfen, um die Realisierbarkeit des Konzeptes und die Konsequenzen für die Beteiligten belastbar einschätzen zu können. Aufgrund des komplexen Projektcharakters sind aus der Sicht der Verwaltung zur abschließenden Beurteilung der Umsetzbarkeit weitere Prüfungen erforderlich. Als nächster Schritt wird eine Machbarkeitsstudie erstellt, auf deren Grundlage die politischen Gremien im kommenden Jahr darüber entscheiden, ob das Konzept von raumwerk zur Zukunftsentwicklung des nördlichen Bahnhofsumfelds umgesetzt werden soll.

Beteiligung wird fortgeführt

Die bisher praktizierte umfassende Beteiligungskultur im Rahmen dieses Projektes wird fortgeführt. Über entsprechende Veranstaltungen und Formate wird rechtzeitig informiert.