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Innenstadt-Nord

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Hans Jürgen Landes Fotografie

Jubiläum

25 Jahre Watt`n Hallas: Festival präsentiert Comedy- und Kabarettszene

Nachricht vom 25.09.2019

Zum 25. Mal präsentiert das Festival Watt`n Hallas vom 31. Oktober bis 20. Dezember wieder das "who is who" der Comedy- und Kabarettszene. Ein Mix aus Kabarett, Stand-Up-Comedy, Poetry-Slams, Musik und Lesungen erwartet die Besucher*innen.

Carmela de Feo

La Signora! Bewaffnet mit Akkordeon und Rute, macht sie sich auf den Weg, das Weihnachtsfest zu retten.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Watt`n Hallas

"Watt´n Hallas!" heißt übersetzt "Was für ein Stress!" – "Watt´n Hallas!" ist weit über Dortmunds Grenzen hinaus aber auch Synonym für ein hochkarätig besetztes jährliches Comedy-Festival im Fritz Henßler-Haus (FHH) vom 31. Oktober bis 20. Dezember 2019.

Es war irgendwann Anfang 1995. Comedy war dabei, dem altehrwürdigen Kabarett Konkurrenz zu machen. "Wenige Jahre zuvor gab es nur das Rocktheater Nachtschicht, Till & Obel und die Missfits, dazu noch im Süden Badesalz und noch weiter südlich Die Kleine Tierschau. Erst Anfang der 90er kamen immer mehr Spaßvögel dazu", erinnert sich Dieter Kottnik.

Politisch, satirisch, blödsinnig

Mal politisch, mal satirisch oder schlichtweg herrlich blödsinnig sei es zugegangen auf den Bühnen im Fritz-Henßler-Haus (FHH). "Immer mit liebevoller Unterstützung von Haus aus", ergänzt der Chefprogrammplaner. "Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann wir die Künstler zu einem Festival - übrigens dem ersten seiner Art - zusammen auf die Bühne stellen würden. Wir wurden damals für die Idee sehr belächelt; besonders von denen, die heute Zelte aufstellen, um gleiches zu tun", erinnert sich Kottnik. Im trüben November 1995 wurde Comedy-Festival-Premiere gefeiert: Zehn Auftritte in einem Monat begeisterten Organisator*innen, Kritiker*innen und Publikum.

Das Kind hatte noch keinen Namen. "Ich telefonierte immer mal wieder mit Uwe Lyko, den viele besser unter seinen Pseudonym Herbert Knebel kennen. Uwe erzählte mir von den Problemen mit dem Titel für sein neues Affentheater-Programm. Zu den Vorschlägen gehörte auch 'Watt’n Hallas'. Knebels neues Programm hieß aber 'Getz aber in echt'. Uwe genehmigte mir 'Watt’n Hallas' als Titel für das Festival. Und er ist damit Namensgeber und Taufpate", erzählt Kottnik.

Sebastian Pufpaff

Wir nach: "Sorry, aber es kann sein, dass Sie auf dem Weg gehörig was abkriegen, aber das lachen wir weg. Keine Sorge!"
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Manuel Berninger

"Who is who" der Comedy- und Kabarettszene

Lang, lang ist es her: Die Liste der Künstler*innen von Watt’n Hallas 1 liest sich heute wie das "who is who" der Comedy- und Kabarettszene: Dieter Nuhr, Herbert Knebels Affentheater, Piet Klocke, Queen B. (mit Ina Müller), Atze Schröder (noch mit The Proll), Till & Obel, 3Gestirn Köln1 (mit Wilfried Schmickler), Michael Mittermaier u.a. "Das war alles so herrlich bekloppt, hemmungslos und anarchistisch, unberechenbar und spannend", schwärmt der Mann vom FFH. Dann kam irgendwann das Fernsehen, Comedy wurde Popkultur und unterwarf sich den Mechanismen der Unterhaltungsindustrie. Das Henßler-Haus blieb am Ball. Die Festival-Macher besuchten jährlich die Kulturbörse in Freiburg, Kottnik flog nach Edinburgh zum Fringe-Festival. "Wenn wir keine eigenen Veranstaltungen hatten, fuhren wir abends durch die Städte und sahen uns potenzielle Künstler an, die auch für das Hallas-Format geeignet waren."

Einige Entdeckungen waren darunter: Kaya Yanar, Mario Barth, Markus Krebs, Cindy aus Marzahn, Carolin Kebekus, Torsten Sträter, Als Poier, Sebastian Pufpaff, Rene Marik, u.v.a. "Wir holten das Team des Frühstyxradios 1996 mit Dietmar Wischmeyer, Oliver Kalkofe und Oliver Welke erstmals überhaupt nach NRW. Wir waren Austragungsort der 1. Weltmeisterschaft im Theatersport 2006 und Spielstätte des 1. Satirischen Sportjahresrückblicks 'Klopp kommt nicht' 2012 mit Fritz Eckenga, Peter Großmann und Gästen wie Manni Breuckmann, Werner Hansch und David Odonkor", zählt Dieter Kottnik auf.

Mundstuhl

Mundstuhl präsentieren ihr langersehntes, brandneues Programm Flamongos.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Watt`n Hallas

Viel hat sich in den 25 Jahren verändert. Comedians proben nicht mehr den Klassenkampf, sondern erzählen von ihren Beziehungen, Haustieren und Verwandten. Das Publikum ist nicht mehr so mutig und hat sich auf einige große Namen festgelegt. Viele gehen heute lieber in Stadien und große Hallen mit Videowänden als in atmosphärisch dichte Spielstätten mit Körperkontakt. Gerade die junge Generation sieht heute ganze Shows durch einen 3,5-Zoll-Bildschirm. "Der Event-Wahn hat Einzug gehalten", formuliert es Kottnik trocken.

Das FFH hat dem Rechnung grtragen und "Watt’n Hallas" runderneuert. Die Festival-Macher präsentieren auch im 25. Jahr ein handverlesenes Programm mit aktuellen Stars der Spaßgesellschaft.

Zum Thema

Mit einer gemischten Tüte geht das Comedy-Festival "Wattn`n Hallas" in die 25. Runde. 23 Veranstaltungen gibt es im Fritz-Henßler-Haus, aber auch einige im FZW. Ein Mix aus Kabarett, Stand-Up-Comedy, Poetry-Slams, Musik und Lesungen erwartet die Besucher*innen.