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Innenstadt-Nord

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Hans Jürgen Landes Fotografie

Nachhaltigkeit

Stadt fördert inklusive Upcycling-Werkstatt aus dem Klimaschutzfonds "Klima ist heimspiel"

Nachricht vom 25.11.2020

Die Stadt Dortmund fördert mit dem Klimaschutzfonds "Klima ist heimspiel" lokale Initiativen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Zurzeit sind noch 24.500 Euro im Fördertopf, auf die sich beim Umweltamt beworben werden kann.

Ein Lattenrost wird zum Tannenbaum: Katja Schneider und Jennifer Kremer, OB Thomas Westphal.

Ein Lattenrost wird zum Tannenbaum: Katja Schneider und Jennifer Kremer, OB Thomas Westphal.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Die "WERTstatt" des Vereins "Mobile", eine inklusive Re- und Upcycling-Werkstatt in der Dortmunder Nordstadt, erhielt eine Förderung aus dem Klimaschutzfonds des Umweltamtes in Höhe von 500 Euro zur Erstellung einer Broschüre in verständlichen Worten und Darstellungen zu den Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Upcycling.

Ressourcen schonen

Bei einem Ortstermin bedankten sich Oberbürgermeister Thomas Westphal und Umweltdezernent Ludger Wilde bei Dr. Birgit Rothenberg und Katja Schneider des Vereins "Mobile Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V." für ihr Engagement. "Dortmund braucht solche tollen Initiativen, um der Klimakrise auch lokal begegnen zu können", so Oberbürgermeister Westphal.

Birgit Rothenberg, Vorstand von "Mobile e.V.", freute sich über die Förderung und berichtete, dass sich der 1983 gegründete Verein dafür einsetzt, dass behinderte Menschen als gleichberechtigte Bürger*innen ihre eigenen Lebenspläne entwickeln und verwirklichen können, so wie es auch nichtbehinderten Menschen offen steht. "Wir bieten insbesondere für Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten das Angebot des Ambulant Unterstützten Wohnens an", führte Birgit Rothenberg weiter aus. Gemäß dieser Zielrichtung hat "Mobile" als Träger das Projekt "Die WERTstatt" entwickelt. "Hier wird Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten auf konkrete und handlungsorientierte Weise Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt vermittelt", erläuterte die Leiterin der "WERTstatt", Katja Schneider. Die Menschen, die in der "WERTstatt" kreativ tätig sind, erfahren, dass nicht alles entsorgt bzw. neu angeschafft werden muss und hierdurch Ressourcen geschont werden. "Die Broschüre in verständlicher Sprache wird einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten für die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit sensibilisiert werden", freute sich Schneider.

Zum Thema

Die "WERTstatt" befindet sich im Hinterhof der Missundestraße 10 und ist freitags von 12:00 bis 17:00 Uhr für Jede*n geöffnet. Das Mitmachen ist kostenlos. Materialien, Ideen und Know-how werden bereitgestellt. Weitere Gegenstände, Möbel und Kreativität können mitgebracht werden. Aktuell werden aus alten Lattenrosten Weihnachtsbäume erstellt.

Klimaschutzfonds

Das Umweltamt entwickelte den Klimaschutzfonds im Jahre 2018. Die Idee war, lokales bürgerschaftliches Engagement für Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu unterstützen, denn häufig mangelt es den überwiegend ehrenamtlich Tätigen an Finanzmitteln. Ermöglicht wurde dieses städtische Förderprogramm durch einen Preisgewinn beim Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz", den das Bundesumweltministerium in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) 2013 ausgelobt hat. "Viele Bürge*rinnen setzen sich bereits kreativ und engagiert für den Klimaschutz in Dortmund ein. Mit finanzieller Unterstützung durch den Klimaschutzfonds fällt es leichter", so Thomas Westphal.

Die damaligen Finanzmittel des Fonds waren daher auch schnell ausgeschöpft. Bislang konnten 22 Projekte aus dem Fonds gefördert werden. "Ein erneuter Preisgewinn der Stadt Dortmund beim Bundeswettbewerb 'Klimaaktive Kommune 2018' in Höhe von 25.000 Euro ermöglicht es uns, das erfolgreiche Förderprogramm fortzuführen", berichtete Stadtrat Ludger Wilde und ergänzte: "Klar ist, dass dieser Gewinn wieder lokalen Klimaschutzinitiativen zu Gute kommen soll."

An wen richtet sich der neue Klimaschutzfonds?

Das Förderprogramm richtet sich an alle, die sich in Dortmund für Klimaschutz, Klimafolgenanpassung und Nachhaltige Entwicklung einsetzen oder einsetzen wollen. Antragsberechtigt sind natürliche und juristische Personen aus Dortmund. Der Kreativität sollen keine Grenzen gesetzt werden, daher soll mit dem Geld frei hantiert werden können. Es werden allerdings keine Zuschüsse zu technischer Gebäudeausrüstung wie z. B. Photovoltaikanlagen gewährt.

Wieviel Fördergeld gibt es?

Die Regelförderung beträgt 500 Euro. Eine Förderung kann nur gewährt werden, solange der Fonds über finanzielle Mittel verfügt.

Wie können Fördermittel abgerufen werden?

Um möglichst viele Menschen, Initiativen und Vereine zum Mitmachen zu bewegen, wurden die Kriterien für die Fördermittelvergabe und das Antragsverfahren bewusst bürokratiearm gehalten. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass das Projekt einen Beitrag zum Klimaschutz oder zur Klimafolgenanpassung und zur Nachhaltigen Entwicklung leistet. Inwiefern dies der Fall ist, muss in einem kurzen schriftlichen Beitrag dargelegt werden. Auf der Internetseite des Umweltamtes wird unter www.umweltamt.dortmund.de (im Downloadbereich) ein Antragsformular bereitgestellt. Zur Hilfestellung können dort auch die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen eingesehen werden.

Antragsstellung

Pro Projekt ist lediglich eine Förderung möglich. Der Antrag muss vor Projektbeginn gestellt werden. Eine Frist zu Antragstellung gibt es nicht. Jedes Quartal wählt das Umweltamt aus, welche Projektideen gefördert werden. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Förderung besteht nicht.

Ansprechpartnerin im Umweltamt, Brückstraße 45, 44135 Dortmund, ist Andrea Bednarz.

"Dortmund - Klima ist heimspiel"

Der Rat der Stadt Dortmund hat im Jahr 2011 das Handlungsprogramm Klimaschutz 2020 beschlossen, um bis zum Jahr 2020 eine CO2-Einsparung von 40 Prozent gegenüber 1990 zu erreichen. Eine prioritäre Maßnahme daraus war es, eine "Dortmunder Dachmarke" für den Klimaschutz aufzubauen und diese durch die Maßnahme "Klima für Klimaschutz" mit Leben zu füllen. Im Rahmen eines Studierenden-Wettbewerbs mit der FH Dortmund wurden Vorschläge einer Wortmarke für eine Dachmarke zum Dortmunder Klimaschutz erarbeitet.

Die besten drei Vorschläge wurden in einer Jurysitzung ermittelt. Diese wurden den lokalen Klimaschutz-Akteur*innen zur Online Abstimmung gegeben. Die Siegerin der Abstimmung wurde auf einer Preisverleihung gekürt. Die visuelle Gestaltung der Wortbildmarke wurde seitens der Dortmund Agentur umgesetzt. Der Klima-Korso am 21. September 2012 war die offizielle Einführungsaktion der Dachmarke in der Öffentlichkeit, die mit Hilfe der Nachplakatierung von großformatigen Wahlplakaten unterstützt wurde. Unter der Marke "dortmund – Klima ist heimspiel" wurden bisher unter anderem Online-Adventskalender, die WWF Earth Hours, die Fahrrad Sternfahrten, Strommessgeräte in den Bibliotheken, die Schulfilmvorstellungen, das XXS- Kurzfilmfestival, Klimawochen und zahlreiche andere Aktionen veranstaltet.

Begleitet wurde dies von der Mitmach-Aktion "Wir sind Klimafans" mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung zum Klimaschutz für Dortmunder*innen. Die Marke "Dortmund – Klima ist heimspiel" steht für alle Klimaschutzaktivitäten zur freien Verfügung.

Preisgeld 2013

Die Stadt Dortmund gehörte zu den Preisträgerinnen des Bundeswettbewerbs "Kommunaler Klimaschutz 2013", den das Bundesumweltministerium in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) ausgeschrieben hat. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Dortmund erhielt die Auszeichnung für die Entwicklung und Einführung der Dachmarke "Klima ist heimspiel" mit der die vielfältigen Klimaschutzprojekte der Stadt sichtbar gemacht werden. Das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro ist in die Umsetzung weiterer Klimaschutzvorhaben zu investieren gewesen.

Preisgeld 2018

Das Projekt "AMeG – Aktivierung von Migrant*innen zur energetischen Gebäudemodernisierung" wurde vom Umweltamt beim bundesweiten Wettbewerb des Bundesumweltministeriums "Klimaaktive Kommune" (ehemals "Kommunaler Klimaschutz") eingereicht. In der Kategorie "Kommunale Klimaaktivitäten zum Mitmachen" gehörte das Umweltamt im Jahr 2018 erneut zu den Preisträgern und sicherte sich weitere 25.000 Euro für den Klimaschutzfonds.

Ziel des Projekts AMeG war es, mit der Hilfe von Migrant*innen-Selbstorganisationen und Multiplikator*innen sowohl migrantische Eigentümer*innen als auch Mieter*innen persönlich und kultursensibel anzusprechen, über das Thema Energieeffizienz zu informieren und zur Nutzung der bereits bestehenden Informations- und Beratungsangebote, kommunaler Förderprogramme usw. zu motivieren. Daraus sind 24 übertragbare Handlungsempfehlungen entstanden. Dabei arbeitete das Umweltamt mit seinem Beratungszentrum "dlze – Dienstleistungszentrum Energieeffizienz und Klimaschutz" mit der Fachhochschule Dortmund Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften im speziellen Umweltpsychologie (Projektleitung) und der Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) von Mitte 2014 bis Mitte 2016 eng in dem Projekt interdisziplinär zusammen. Gefördert wurde das Projekt von der Mercator Stiftung.

Zum Thema

Klimaschutz fängt zuhause an. Mehr Informationen zu "Klima ist heimspiel" finden Sie online.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.