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Innenstadt-Nord

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Hans Jürgen Landes Fotografie

Wettbewerb "Naturstadt"

Stadt Dortmund gewinnt mit Projekt-Idee für Wiesen am Fredenbaumpark 25.000 Euro

Nachricht vom 16.12.2020

Die Stadt Dortmund bekommt als eine von 40 Kommunen im bundesweiten Wettbewerb "Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt" für ihre Projekt-Idee zur Förderung von Stadtnatur und Insekten am Rande des Fredenbaumpark ein Preisgeld. Nun will die Stadt schon Anfang 2021 dort Flächen umgestalten.

Oberbürgermeister Thomas Westphal und Heiko Just, stellv. Leiter Grünflächenamt, präsentieren den Scheck

Oberbürgermeister Thomas Westphal und Heiko Just, stellv. Leiter Grünflächenamt, präsentieren den Scheck
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Oberbürgermeister Thomas Westphal und Heiko Just, stellvertretender Leiter des Grünflächenamts, nahmen den Scheck über 25.000 Euro entgegen. Im Wettbewerb mit Projekten aus 310 Kommunen konnte Dortmund mit seinem Vorhaben überzeugen. Jetzt wird schon Anfang 2021 am Rande des Fredenbaumparks ein neuer Experimentierraum entstehen: "Natur ohne Mensch – Obst von Anderswo – Wiesen für Insekten". Unter dieser Überschrift wird ein schon bestehender, wenig anspruchsvoller Grünbereich komplett umgestaltet.

Nahrung für Insekten, Nistplätze für Wildbienen

Bestehende Intensiv-Rasenflächen werden mit blütenreichem Regio-Saatgut eingesät und zukünftig insektenfreundlich durch einen reduzierten und versetzten Mährhythmus gepflegt, um so wichtige Nahrungsquellen für Insekten sicherzustellen. Nistplätze für Wildbienen und andere Insekten werden durch verschiedene Naturmaterialen geschaffen. Ein Sandarium (Sandbeet) zeigt anschaulich, dass der überwiegende Teil aller Wildbienen in Deutschland unterirdisch nistet und von den kommerziellen künstlichen Nisthilfen nicht profitiert.

plan fredenbaumpark

So sieht der Plan für die Umgestaltung aus
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Streuobstwiesen und eingezäuntes Wildnis-Gebiet geplant

Zusätzlich werden Streuobstinseln mit Obst- und Nussbaumarten wie Esskastanie, Walnuss, Haselnuss, Quitte, Mirabelle, Mandel, Pfirsich, Mispel, Maulbeerbaum, Feige und Granatapfel angelegt. Diese in Südeuropa beheimateten Arten werden in Dortmund hinsichtlich der fortschreitenden Klimaerwärmung auf ihre Tauglichkeit für unsere Obstwiesen untersucht - daher auch für diesen Bereich der Titel "Obst von Anderswo".

Außerdem ist ein Wildnis-Gebiet geplant, das für Menschen unzugänglich eingezäunt und der natürlichen Sukzession überlassen wird. Hierdurch wird die Beobachtung einer natürlichen Entwicklung der Vegetation auch in der Stadt möglich ("Natur ohne Menschen"). Umweltbildungsangebote und ein Aussichtsturm bereichern dieses Teilprojekt. Das Naturmuseum, das nicht weit entfernt liegt, hat bereits großes Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet.

Zum Wettbewerb "Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt"

Der Wettbewerb "Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt" wird vom Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt e.V." durchgeführt und im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

Eine Preisverleihung im herkömmlichen Sinne war in diesem Jahr pandemiebedingt leider nicht möglich, so dass die ausgezeichneten Kommunen ihre Urkunden virtuell überreicht bekamen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze überbrachte ein Grußwort an die ausgezeichneten Kommunen. Eine Laudatio, speziell auch für das Dortmunder Projekt, hielt Robert Spreter vom Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.