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Dialog-Verfahren

Barrierefreier Umbau der B1-Stadtbahn-Haltestellen: Stadt überarbeitet Konzept

Nachricht vom 08.11.2018

Nächster Schritt beim barrierefreien Umbau der Stadtbahn-Haltestellen an der B1. Die Verwaltungsspitze hat die verschiedenen Varianten für die Stationen zwischen Kohlgartenstraße und Stadtkrone Ost an die politischen Gremien weitergeleitet. Die Ergebnisse des Dialog-Verfahrens werden am 28. November in der Aula der Gesamtschule Gartenstadt präsentiert.

Grundlage für eine Modifikation der städtischen Vorzugsvariante sind die Ergebnisse eines breiten Dialog-Verfahrens mit der Öffentlichkeit.

Einbezug von Gutachten

Vor dem Hintergrund der Diskussionen, Hinweise und Anmerkungen im Rahmen des Dialog-Verfahrens schlägt die Verwaltung insbesondere auf Grundlage der auch im Dialog vorgenommenen fachtechnischen Abwägung vor, die 2016 durch den Rat der Stadt beschlossene Vorzugsvariante der Stadt modifiziert weiter zu qualifizieren. Dabei sollen die gutachtlichen Ergebnisse zum Baumerhalt, zu den konstruktiven Lösungsmöglichkeiten im Bahnsteigbereich (Bahnsteige und Gleisanlage) sowie möglicher wirtschaftlich sinnvoller Baumverpflanzungen vor Fällungen besonders berücksichtigt werden.

Auch die Modifikation der Vorzugsvariante 2016 sieht weiterhin vorzugsweise Zugänge über Brücken mit Aufzügen und Rampen an den Haltestellen Kohlgartenstraße, Max-Eyth-Straße und Stadtkrone Ost vor.

Der Rat kann auf Basis veränderter Grundlagen zukünftig die Fragestellung der Haltestellenzuwegungen über niveaugleiche Übergänge jedoch grundsätzlich noch einmal aus anderer Perspektive beraten und gegebenenfalls neu bewerten.

Ziel des Dialogs: Bestmögliche Lösung finden

Gemeinsam mit DSW21 hatte die Verwaltung zunächst ein Haltestellen-Konzept B1 erarbeitet. Der Rat der Stadt hatte dieses Konzept am 29. September 2016 bereits beschlossen und die Verwaltung mit der Planung beauftragt. Dieser Beschluss wurde am 13. Juli 2017 ergänzt: das B1-Haltestellenkonzept sollte für weitere Varianten geöffnet und ein Dialog-Verfahren zur frühzeitigen informellen Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt werden.

Ziel des Dialogs ist, eine bestmögliche Lösung für den barrierefreien Umbau der fünf Haltestellen zwischen Kohlgartenstraße und Stadtkrone Ost zu erarbeiten. Dabei sollte Transparenz über die Planungsvarianten und Erarbeitungsprozesse hergestellt werden als nachvollziehbare Grundlage für die Festlegung einer Vorzugsvariante.

Haltestellen-Tour, Info-Messe und Koordinierungskreis

Die Verwaltung hat das Dortmunder Büro "IKU_Die Dialoggestalter" mit der Moderation dieses Dialog-Verfahrens beauftragt. Der Dialog-Prozess bestand aus einer Haltestellen-Info-Tour und einer wenige Tage später anschließenden Info-Messe, aus einem den Prozess steuernden und verantwortenden Koordinierungskreis mit sechs Sitzungsterminen und drei Veranstaltungen des Dialogforums als Arbeits- und Entscheidungs-Gremium zur Bearbeitung und Bewertung der Varianten.

Die Vor- und Nachteile der Planungsvarianten sollten für eine Empfehlung an den Rat der Stadt vergleichend herausgearbeitet werden. Betrachtet wurden die Vorzugsvariante der Stadt Dortmund sowie die Alternativvorschläge der Lärm- und Abgas-Schutzgemeinschaft B1-Initiative Dortmund e.V. und der Fachinitiative B1Dortmundplus.

Weitere gutachterliche Prüfung erforderlich

Aufgrund der den Varianten zu Grunde liegenden unterschiedlichen Grundgedanken zur Planung wurde im Dialogverfahren die Notwendigkeit deutlich für weitere Fachbeiträge für die vergleichende Bewertung der Varianten - - insbesondere im Hinblick auf einen Eingriff in die Allee und die Lösungen der Zuwegung zu den Haltestellen.

Deshalb werden nun gutachterlich geprüft:

  • die technische Machbarkeit einer Aufständerung der Bahnsteige mit Begleitung durch einen Sachverständigen für Baumschutz,
  • die Möglichkeit der Verpflanzung von Baumbestand, in den gutachterlich nachgewiesen unvermeidbar eingegriffen werden soll und der ansonsten gefällt werden müsste,
  • die gestufte Verkehrsuntersuchung einer baulich veränderten Knotenpunktsituation Voßkuhle/Semerteichstraße insbesondere in Bezug auf die Linksabbiegebeziehungen von der B1 in die Nebenrichtungen u. a. mit Hilfe einer mikroskopischen Verkehrsflusssimulation.

Bewertung der Varianten

Im Zuge des Dialogverfahrens wurde in den Sitzungen des Koordinierungskreises über die Vorgehensweise zur Bewertung der Varianten entschieden. In diesem Zusammenhang ist von der Fachinitiative B1Dortmundplus eine zweite Variante vorgeschlagen worden, diese wurde ebenso im Konzept aufgetragen.

Eine einvernehmliche abschließende Bewertung konnte jedoch nicht vorgenommen werden. Eine qualitative Bewertung kann hierzu insbesondere erst nach Vorliegen der Aussagen der gutachterlichen Untersuchungen vorgenommen werden, da die wesentlichen Knackpunkte im Bereich der Verkehrsplanung (Anordnung von niveaugleichen Überwegen und damit Verzicht auf Brücken) und der Erhalt der Bäume (Möglichkeiten der Überbauung und Verpflanzung) von den konstruktiven Möglichkeiten und Einschätzungen der gutachterlichen Beurteilung der Bäume abhängig ist.

Weitere Schritte zur Realisierung

Nachdem der Rat den vorliegenden Beschluss gefasst hat, wird die Ausschreibung der Planungsleistungen in 2019 erfolgen können. Mit Abschluss der Genehmigungsplanung ist die Einleitung des personenbeförderungsrechtlichen Genehmigungsverfahrens für 2021 geplant. Parallel zur Planfeststellung wird bereits die zuwendungsrechtliche Sicherung des Vorhabens bei der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) AöR zur Förderung nach dem Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr in Nordrhein-Westfalen (ÖPNVG NRW) vorbereitet. Mit Vorliegen des Bewilligungsbescheids erfolgen Ausschreibung, Vergabe und die bauliche Umsetzung des Vorhabens.

Ergebnispräsentation des Dialogverfahrens

Die Beteiligten werden die Ergebnisse des Dialogverfahrens im Rahmen einer weiteren Informationsmesse am 28. November 2018 in der Aula der Gesamtschule Gartenstadt präsentieren.

Zum Thema

Informationen und eine ausführliche Dokumentation des Dialog-Verfahrens ist im Internet abrufbar.