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Nachhaltige Mobilität

Startschuss für "Emissionsfreie Innenstadt": Stadt schreibt Konzepte und Untersuchungen aus

Nachricht vom 30.04.2019

Bessere Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger, Förderung von Elektromobilität u.a. bei Dienstleistern und die Einschränkung des Lieferverkehrs sind nur einige der Maßnahmen, deren Umsetzung die Stadt im Rahmen des Förderprojekts "Emissionsfreie Innenstadt" plant. Das Ziel: nachhaltige Mobilität.

Kartenausschnitt Dortmund

Mit den vier Leitthemen City, Wall, Achsen und Quartier legt die Umsetzungsstrategie "Stadtluft ist (emissions-)frei – Dortmunds Einstieg in eine emissionsfreie Innenstadt" einen besonderen Fokus auf die Dortmunder Innenstadt.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Unmittelbar nach Übergabe des Zuwendungsbescheides am 24. April 2019 an Oberbürgermeister Ullrich Sierau startet die Stadt Dortmund mit der Umsetzung des Förderprojektes "Stadtluft ist (emissions-)frei - Dortmunds Einstieg in eine emissionsfreie Innenstadt". Das integrierte Konzept zur Förderung nachhaltiger Mobilität umfasst Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 8 Millionen Euro. Die Umsetzungsstrategie wird mit bis zu 6,4 Millionen Euro im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung "Investition in Wachstum und Beschäftigung" (OP EFRE NRW) durch die EU und das Land NRW gefördert.

Zu Fuß, mit dem Rad oder mit Strom unterwegs

Mit den geplanten Maßnahmen will die Stadt Dortmund Menschen dazu bewegen, möglichst viele Wege in die Innenstadt zu Fuß, per Fahrrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder elektrisch angetriebenen Fahrzeugen zurückzulegen und durch die Verringerung des Kfz-Verkehrs erhebliche positive Effekte für den Klimaschutz zu erzielen.

Um den Förderzeitraum vom 1. Mai 2019 bis zum 30. April 2022 effektiv nutzen zu können, bereitet das Projektteam Emissionsfreie Innenstadt bereits Vergaben für erste Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Mobilität vor. In einer ersten Stufe sind Vergabeverfahren für Maßnahmen unter den Leitthemen City (C), Wall (W), Achsen (A) und Quartier (Q) sowie Querschnittsthemen (QS) mit einer Gesamtsumme von 2.661.000 Euro vorgesehen.

Marketing mit Wall-Still-Leben

Voraussetzung für den Erfolg des gesamten Förderprojektes ist eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit mit einer umfassenden Kommunikations- und Marketingkampagne, die möglichst viele Verkehrsteilnehmende zum Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel bewegt bzw. in ihrer nachhaltigen Mobilität bestärkt.

Das zu erarbeitende Marketingkonzept, bestehend aus Dachmarke und Kommunikationsstrategie und crossmedialem Marketingmix, bildet die Klammer, die die Einzelprojekte zu einem ganzheitlichen Konzept zur Förderung der nachhaltigen Mobilität in der Dortmunder Innenstadt zusammenfügt. Es gipfelt in einem Still-Leben in Teilbereichen des Walls zum Ende des Projektzeitraums, voraussichtlich Sommer/Herbst 2021. Die Veranstaltung ist angelehnt an das Still-Leben Ruhrschnellweg auf der A40 im Kulturhauptstadtjahr 2010 und weitergeführt in kleinerer Dimension im Still-Leben Borsigplatz.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Bei der Öffentlichkeitsarbeit zur Beeinflussung des Verkehrsverhaltens kann die Stadt Dortmund anknüpfen an langjährige Erfahrungen mit Beteiligungsprozessen und mit der Gestaltung von Dialogprozessen mit der Bürgerschaft u.a. im Rahmen des Masterplans Mobilität 2030.

Durch unterschiedliche Veranstaltungsformate sollen Bürger sowie ein möglichst breites Spektrum der Stadtgesellschaft wie Institutionen, Unternehmen, Einzelhändler (Cityring) sowie Politik und Verwaltung angesprochen und in den Prozess eingebunden werden.

Dazu sind Dialogveranstaltungen und Bürgerwerkstätten, Akteursgespräche mit unterschiedlichen Teilnehmern zu den jeweiligen Themen und zusätzliche Sitzungen des Arbeitskreises Masterplan Mobilität 2030 geplant.

Evaluation als Grundlage für weitere Pläne

Die Wirkungen der Umsetzungsstrategie "Stadtluft ist (emissions-)frei –Dortmunds Einstieg in eine emissionsfreie Innenstadt" sowie einzelner Maßnahmen werden quantifiziert und bewertet (z.B. Reduzierung von Treibhausgasemissionen, Veränderungen der Verkehrsmittelwahl auf dem Weg in die City). Die Evaluation dient sowohl als Grundlage für weitere Planungen in Dortmund als auch als Vorlage für andere Städte, um zukünftige Prozesse und Maßnahmen zu optimieren und Wirkungen im Vorfeld besser abschätzen zu können.

Emissionsfreier Lieferverkehr durch Einrichtung eines Mikrodepots

Für den "letzten Kilometer" in die Innenstadt Dortmund wird ein wirtschaftliches und stadtverträgliches Modell für eine emissionsfreie Gestaltung von Lieferverkehren entwickelt. Dafür wird ein temporäres Mikrodepot in Form von Containern eingerichtet. Geplant ist ein Standort auf einem Teil der öffentlichen Parkplatzfläche am Außenring des Ostwalls auf Höhe des Stadtgymnasiums.

Nach Ende des Förderzeitraums soll eine Immobilie zu einem dauerhaften Mikrodepot entwickelt werden. Die Stadtverwaltung sucht sich Unterstützung durch ein qualifiziertes Beratungsunternehmen.

Beratung zu Mobilitätsmanagement für Beschäftigte

Auch in den Betrieben können infrastrukturelle oder organisatorische Veränderungen zu nachhaltigerem Verkehrsverhalten der Beschäftigten führen. Darüber hinaus können Anreize für ein umweltverträglicheres Mobilitätsverhalten gleichzeitig als Bonus für die Mitarbeiterbindung bzw. -gewinnung genutzt werden. Beratungen zum betrieblichen Mobilitätsmanagement sollen Entscheidungsträger davon überzeugen, Einsparungsziele zu formulieren und die notwendigen Maßnahmen umzusetzen.

Bedingungen für Radfahrer am Wall kurzfristig verbessern

Um kurzfristig die Radfahrbedingungen in Dortmund zu verbessern, wird die Radverkehrsinfrastruktur am Schwanen- und Ostwall optimiert. Dafür erarbeitet ein externes Ingenieurbüro derzeit einen ersten verkehrsplanerischen Entwurf.

Darüber hinaus dient eine vertiefende Untersuchung der vorhandenen Radverkehrsinfrastruktur und eine Machbarkeitsstudie für den Umbau des Wallrings zum Vorteil der zu Fußgehenden, Radfahrenden und des Aufenthalts als Vorbereitung der Diskussion um die Gestaltung des Wallrings nach 2030.

Grüner Wall - Grüne City

Um die Aufenthaltsqualität zu verbessern, soll das Projektgebiet durchgrünt werden. Dazu werden zunächst Potenzialflächen ermittelt und im Rahmen weiterer Maßnahmen Bäume gepflanzt.

Fußgängerachsen für Querung des Wallrings

Um die Verkehrsbedingungen für Fußgänger zu verbessern, soll untersucht werden, welche Möglichkeiten es für eine bessere Querung des Wallrings für Fußgänger gibt, da einzelne Signalanlagen am Wall derzeit keine Querung für die Fußgänger in einer Phase zulassen.

Förderung von Elektromobilität bei Dienstleistern und Handwerkern

Mit zielgruppen- und quartiersspezifischen Beratungsangeboten sollen der Anteil elektrischer Mobilität und die Akzeptanz für neue und nachhaltige Mobilitätsformen bei Gewerbetreibenden, Handwerksbetrieben, Pflegediensten, Unternehmen der Wohnungswirtschaft etc. in Quartieren im Projektgebiet erhöht werden. Zu diesem Zweck werden unter anderem zwei Labels entwickelt. Mit dem einen werden aktive Betriebe ausgezeichnet, mit dem anderen sollen Gebäude ausgezeichnet werden, welche die Voraussetzungen für Elektromobilität schaffen (Lademöglichkeiten etc.).

Weniger "Eltern-Taxen" an Kitas und Schulen

Das in Dortmund erfolgreich entwickelte und prämierte Projekt "So läuft das", das für Grundschulen bereits erprobt ist, soll für weitere Grundschulen, Kitas sowie weiterführende Schulen und die Berufskollegs in der Innenstadt weiterentwickelt werden. Durch umfassende Beratungsleistungen und aktive Zusammenarbeit mit den jeweiligen Schulgemeinschaften soll der Anteil an sogenannten "Eltern-Taxen" deutlich reduziert werden.

Zum Thema

Mit der Umsetzungsstrategie "Stadtluft ist (emissions-)frei – Dortmunds Einstieg in eine emissionsfreie Innenstadt" realisiert die Stadt Dortmund Projekte und Aktionen, um die Treibhausgasemissionen im Straßenverkehr zu mindern.