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Mengede

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Birte Lueg

Sommertour

Dortmund zieht an: Die Cityentwicklung ist laut OB Westphal auf dem richtigen Weg

Nachricht vom 18.08.2022

Zum Ende der Sommertour geht es um die Innenstadt: Wie soll sie attraktiv bleiben und mehr Menschen anziehen - nicht nur zum Shoppen, sondern auch zum Verweilen in der Freizeit und zum Wohnen? Darüber sprach Oberbürgermeister Thomas Westphal mit vielen Akteur*innen - unter dem Titel "Dortmund zieht an".

Sommertour 2022: Dortmund zieht an Quelle: YouTube

Am achten und letzten Tag seiner Sommertour besuchte Oberbürgermeister Thomas Westphal Unternehmen und Initiativen aus Stadt und Stadtgesellschaft, die repräsentativ für die Attraktivität Dortmunds als westfälische Metropole stehen.

Der Ausbau des Radverkehrs spielt bei der Verkehrswende in Dortmund eine wichtige Rolle. Oberste Priorität gilt hier dem Ausbau der neun Velorouten, der in den kommenden Jahren die Verbindung der Außenbezirke Dortmunds mit der Innenstadt realisieren soll. "Wir möchten in Dortmund insgesamt eine Infrastruktur schaffen, die möglichst viele Bürger*innen zur Nutzung des Fahrrades für Beruf und Freizeit ermuntert", erklärte Thomas Westphal.

Vom Radverkehr zum Wohnen

Um sich ein eigenes Bild vom Stand der Entwicklung zu machen, traf sich der Oberbürgermeister mit Vertretern des ADFC Dortmund zum Abfahren einer der potenziellen Routen, der Strecke Mengende in Richtung Innenstadt. "Die Route ist vonseiten der Stadt mit uns abgesprochen, wir möchten dem Oberbürgermeister auf der heutigen Fahrt einige Verbesserungsvorschläge machen", erklärte Roman Senga, Sprecher des ADFC Mengede.

Bilderstrecke: Sommertour 2022 - "Dortmund zieht an"

OB Westphal und Mitglieder des Fahrradclubs ADFC fahren am U Rad. 6 Bilder
Das Motto des Sommertour-Tages gilt auch für den Radverkehr: 'Dortmund zieht an' bedeutete, dass OB Thomas Westphal und Mitglieder des ADFC die potenzielle Veloroute von Mengede zum Dortmunder U ausprobierten.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Einige Abschnitte der Strecke seien schon gut befahrbar, andere weniger. "Prinzipiell sollte mehr auf die Trennung von Autoverkehr und Radverkehr geachtet werden, das Ganze sollte nicht zu Lasten der Fußgänger*innen gehen", sagte Senga weiter. Außerdem verwies er darauf, die unterschiedlichen Anforderungen von "normalen Fahrrädern und Lastenrädern" zu berücksichtigen: "Simple Abpfostungen, etwa durch Poller, die zu eng gesetzt sind, können etwa dazu führen, das ein Lastenrad nicht durchpasst."

Westphal bedankte sich zum Abschluss für die konstruktive Kritik und sicherte einen zügigen Fortgang des Projekts Velorouten zu. Forciert etwa durch die Einrichtung eines städtischen Verkehrswendebüros, das voraussichtlich Anfang 2023 an den Start gehen kann.

Wohnqualität in Borsig-West

"Dortmund zieht an - zum Beispiel dadurch, dass wir mehr Wohnraum schaffen, der attraktiv ist und bezahlbar bleibt", stellte Westphal am Beginn seines Rundgangs mit Vertretern von VivaWest durch das Quartier Borsig-West fest. Das Unternehmen bewirtschaftet in Dortmund rund 9.200 Wohnungen, davon 830 in dem Quartier westlich des Borsigplatzes.

Umfassende Sanierungen sorgen seit 2017 für eine höhere Wohn-, ungewöhnliche Ideen für eine bessere Lebensqualität der Mieter*innen. So ein Grillplatz und große Pflanzkübel für Urban Gardening im Innenhof einer Wohneinheit Ecke Schlosserstraße/Dreherstraße. "Anfängliche Bedenken, ein Grillplatz könne für Unruhe gerade im Sommer sorgen, haben sich rasch zerstreut", erklärt Carsten Gröning, Leiter des VivaWest-Kundencenters Westfalen, den bewussten Umgang mit dieser Freizeitmöglichkeit vor der Haustür, die von den Mieter*innen regelmäßig wahrgenommen werde.

Ähnlich gut funktioniert das Urban Gardening, für dessen Umsetzung VivaWest die Firma Grünbau mit ins Boot holte. Grünbau arbeitete von Anfang an eng mit den Bewohner*innen zusammen, gab Tipps zu Bepflanzung und Pflege. Inzwischen organisieren die Mieter*innen das Gardening selbst, Grünbau fungiert als Moderator neuer Ideen.

Mit der ungewöhnlichen Gestaltung ausgewählter Häuserfassaden prägt VivaWest den Charakter ganzer Quartiere. So erinnert die Gestaltung der Fassaden am Max-Michallek-Platz etwa an die legendäre "Spinne" des BVB oder das Meisterschaftsjahr der Schwarzgelben in der Spielzeit 1956/57. Das schafft Identität und zieht auch Student*innen an, weiß der Geschäftsführer von VivaWest, Haluk Serhat: "Dortmund wird für ein Studium immer attraktiver. Neben dem Kreuzviertel und dem Hafenquartier wohnen immer mehr Student*innen auch in Borsig-West. Allein hier am Michallek-Platz sind es rund 100", erklärt Serhat dem Oberbürgermeister.

Was hat man, wo möchte man hin?

Quartiersentwicklung ist auch eine Herzensangelegenheit von Felix Krämer, seit zehn Jahren Geschäftsführer von Brennerei Krämer und der Krämer-Höfe am Schwanenwall. Nach der Renovierung der Produktionsräume und der Erweiterung des Angebotes durch eine Schokolaterie 2004 und 2008 durch dessen Eltern Carmen und Hans-Hermann, steigerte Felix Krämer die Attraktivität des Standorts 2014 durch den Zukauf anliegender Immobilien. Krämer investierte in der Folge in Wohnungen, außerdem in Büro- und Praxisräume, etwa für eine Physiotherapie. Ein Geschäft für Innendesign rundet das derzeitige Bild der Krämer-Höfe ab.

Mehr Handwerk und Kulinarisches für die City

Ein Bild, dass sich laut Felix Krämer absehbar weiter verändern wird: "Der Standort soll noch diverser werden, was ich mir gut durch die Ansiedlung von Handwerk oder die Herstellung weiterer kulinarischer Spezialitäten vorstellen kann. Etwa eine Uhrmacherwerkstatt oder eine Kafferösterei."

Außerdem soll ein weiteres Gebäude an der linken Flanke des Höfeeingangs zeitnah instand gesetzt werden. "Dort könnten etwa eine Bar oder ein kleines Restaurant einziehen", gibt Krämer Einblick in weitere Ideen, zu denen auch das Engagement für die Aufwertung alter Bausubstanz in ganz Dortmund gehört.

Hier wünscht er sich einen Runden Tisch relevanter Player der Stadtgesellschaft, damit dieses Stück Stadtkultur entsprechend gepflegt wird. "Ich bin eigentlich studierter Physiker", erklärt Felix Krämer dem Oberbürgermeister abschließend, "und als Physiker fragt man sich, was hat man, und wo möchte man hin? Und gerade Dortmund hat sehr viel, was ich gerne mitgestalten möchte."

Zum Abschluss der gesamten Tour kehrte Westphal am Bergmann-Kiosk in der Nähe des Dortmunder U ein.

Text: Torsten Tullius

Hintergrund

Oberbürgermeister Thomas Westphal nutzt im Sommer 2022 die Zeit ohne Gremiensitzungen, um mit möglichst vielen Bürger*innen in den zwölf Dortmunder Stadtbezirken ins Gespräch zu kommen. Er spricht mit Kindern und Jugendlichen, mit Unternehmer*innen, Vertreter*innen des Einzelhandels in den Vororten oder auch mit Lehrer*innen und Auszubildenden. Westphal besucht in Dortmund - der Großstadt der Nachbarn - Sport- und Kleingarten-Vereine und lässt sich innovative unternehmerische Ideen vorstellen.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.