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Mengede

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Birte Lueg

Tag des offenen Denkmals

Umfangreiches Programm lädt zum Entdecken von Dortmunder Denkmälern ein

Nachricht vom 06.09.2022

Am Wochenende, 10. und 11. September, öffnen über 50 Denkmäler in der Stadt ihre Türen. Ein abwechslungsreiches Programm bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Geschichten der besonderen Gebäude und Orte zu erleben. Einige Highlights sind exklusiv nur an diesem Wochenende zu besuchen.

Burgruinen Hohensyburg

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Günther Wertz

Zum 29. Mal beteiligt sich Dortmund an der deutschlandweit größten Denkmalveranstaltung, die 1993 erstmals von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz initiiert wurde. Mittlerweile genießt die Veranstaltung große Beliebtheit: Regelmäßig nehmen mehr als 10.000 Geschichts- und Denkmalinteressierte an dem Programm teil. Unter dem bundesweiten Motto "KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz" lädt der Tag des offenen Denkmals diesmal dazu ein, sich auf Spurensuche zu begeben und Geschichte und Geschichten am Denkmal zu ermitteln.

Um an möglichst vielen Führungen teilnehmen zu können, werden erstmals einige ausgewählte Veranstaltungen bereits am Samstag, 10. September, angeboten. Am Sonntag, 11. September, findet dann wie gewohnt ein volles Programm statt.

"KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz"

Mit dem bundesweiten Motto "KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz" geht der Tag des offenen Denkmals 2022 der Frage nach, welche Erkenntnisse und Beweise sich durch die Begutachtung der originalen Denkmalsubstanz gewinnen lassen. War das Denkmal Tatort eines besonderen historischen Ereignisses? Welche Spuren von früheren Bewohnern, ihrer Lebens- und Arbeitswelt lassen sich entdecken? Gibt es handwerkliche "Verbrechen", die im Laufe der Zeit an einem Denkmal verübt wurden? Der Tag des offenen Denkmals lädt dazu ein, sich auf Spurensuche zu begeben und Geschichte und Geschichten am Denkmal zu ermitteln.

An insgesamt 57 Standpunkten in Dortmund begeben stehen zumeist ehrenamtlich Engagierte bereit und gehen mit den Besucher*innen auf Spurensuche an und in "ihrem" Denkmal. Die Broschüre steht online und in gedruckter Form zu Verfügung . Ein paar besondere Highlights werden in den folgenden Zeilen vorgestellt:

Die Eröffnungsveranstaltung in der Kokerei Hansa:

Wo früher aus Kohle Koks gemacht wurde, es zischte, dampfte und aufgrund der chemischen Prozesse auch stank, wird am Samstag, 10. September, ab 18:00 Uhr der Dortmunder "Tag des offenen Denkmals" eröffnet: auf der ehemaligen Kokerei Hansa. Vor (fast) 30 Jahren wurde hier der letzte Koks gedrückt und aus dem Industriestandort wurde ein Fall für den Denkmalschutz, aus dem 1995 ein beeindruckendes Industriedenkmal hervorging.

In der eindrucksvollen Kompressorenhalle wird Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, die Gäste begrüßen und Oberbürgermeister Thomas Westphal wird den Tag des offenen Denkmals 2022 eröffnen.

Die 1928 fertiggestellte Kokerei ist Zeugnis der montanindustriellen, abwechslungsreichen Geschichte und Vernetzung Dortmunds. Doch um sie in ihrer Komplexität verstehen zu können, braucht es Menschen, die das (Industrie-)Kulturerbe wie Spuren im Sand lesen können. Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur hat sich dieser Aufgabe angenommen und erhält seit 1995 in enger Absprache mit der Denkmalpflege diesen Ort, um ihn interessierten Besucher*innen zugänglich zu machen. Dabei ändert sich das Denkmal Kokerei in behutsamen Schritten und wird einer der zentralen Standorte der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 sein.

Dies und andere Aspekte zum Thema Denkmalschutz, Spurensuche und Klimaschutz wird im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung Thema der Gesprächsrunde "KulturSpur. Ermittlung von Geschichte und Geschichten am Denkmal" sein, mit Dipl.-Ing. Architekt und Stadtplaner BDA Heiner Farwick (farwick + grote Architekten BDA Stadtplaner), Dr. Marita Pfeiffer (Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur), Prof. Dr. Wolfgang Sonne (Lehrstuhl Geschichte und Theorie der Architektur, TU Dortmund) und Stefan Thabe (Fachbereichsleiter Stadtplanungs- und Bauordnungsamt Dortmund).

Schüler*innen und Lehrer*innen der Gustav-Heinemann-Gesamtschule werden die Eröffnung musikalisch begleiten und Ralf Herbrich, Leiter der Dortmunder Denkmalbehörde, wird Lust auf das abwechslungsreiche Programm am 11. September machen.

Das ehemalige Gesundheitshaus in der Dortmunder Innenstadt.

Das ehemalige Gesundheitshaus ist mit zwei Führungen dabei am Denkmaltag und wird ausschließlich am 11. September 2022 für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Roland Gorecki

Das Ehemalige Gesundheitshaus

Das ehemalige Gesundheitshaus ziert in diesem Jahr das Cover der Programmbroschüre. Das Haus ist mit zwei Führungen am Denkmaltag dabei (Punkt Nr. 40 in der Programmbroschüre) und wird ausschließlich am 11. September für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Seit 2019 wird das Gesundheitshaus von der Landmarken AG umgebaut und ist inzwischen fast fertig gestellt.

Der Architekt des Gesundheitshauses war Will Schwarz (1907–1992), der mit seinen Arbeiten nachhaltigen Einfluss auf den 1950er-Jahre Architektur in Dortmund nahm. So hat er u.a. auch den Fernsehturm "Florian" und das Park-Café im Westfalenpark (s. Nr. 28) entworfen. Schwarz plante das Gesundheitshaus vom Großen bis ins kleinste Detail. Michael Holtkötter von der Denkmalbehörde, der den Umbau denkmalpflegerisch begleitet, wird das nur anlässlich des Tags des offenen Denkmals am Samstag zugängliche ehemalige Gesundheitshaus in Rahmen von zwei Führungen (11:00 Uhr und 13:00 Uhr) vorstellen. Anmeldung bis Freitag, 9. September, 11:00 Uhr: Tel. 0231 50 2 71 06.

Das ehemalige Gesundheitshaus an der Hövelstraße ist eines der Highlight des diesjährigen Tag des Offenen Denkmals

In die beiden Baukörper des ehemaligen Gesundheitshauses entlang der Hövelstraße zieht bald ein Hotel ein. Da, wo sich früher die Mütterberatung befand, entstand eine Kindertagesstätte. Auch Wohnen, Büros und andere Dienstleistungen werden hier bald ihren Platz finden.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Highlights für kleine Gäste

Bei dem diesjährigen Tag des Offenen Denkmals wurde selbstverständlich auch an die kleinen Gäste gedacht: Im Wasserschloss Haus Rodenberg (Nr. 4 in der Programmbroschüre) in Aplerbeck gibt es neben Führungen, Ausstellung und Erzähl-Café speziell für Kinder ein Kostümspaß mit Erinnerungsfotos im Schlossambiente. In Hörde bietet die Alte Kirche Wellinghofen (Nr. 11) mit der Rallye "Die Schätze unserer Alten Kirche und ihre Schäden. Eine Spurensuche" ein besonderes Angebot für Familien mit Kindern an. Die idyllisch gelegene Margarthenkapelle in Barop (Nr. 17) lädt ausschließlich Kinder und Jugendliche zu einer digitalen "Schnitzeljagd" zum Entdecken geheimnisvoller Figuren und Grabmäler ein. In der westlichen Innenstadt wird im Kindermuseum Adlerturm (Nr. 32) das Mittelalter erlebbar, wenn neben vielen Aktionen der Versuch unternommen wird, ein Verbrechen aufzuklären. Und mit Ralf Herbrich, Leiter der Denkmalbehörde, können Kinder unter dem Motto "Von Turm zu Turm" auf detektivische Spurensuche an den Innenstadtkirchen (Nr. 38) gehen.

Zum Thema

Die Broschüre zum Tag des Offenen Denkmals ist an vielen Stellen im Stadtgebiet kostenlos erhältlich: im Rathaus, in der Tourist-Information in der Kampstraße, in den Bezirksverwaltungsstellen, in Bibliotheken, im Stadtarchiv, im Museum für Kunst und Kulturgeschichte oder bei der Denkmalbehörde im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt am Burgwall.

Alle Programmpunkte sind – ggf. aktualisiert, falls sich nach Redaktionsschluss der Broschüre Änderungen ergeben haben – bequem auf der Website www.denkmaltag.dortmund.de abrufbar. Dort gibt es auch eine Karte mit allen Standpunkten. Einige Veranstalter*innen bieten ergänzend zur Teilnahme vor Ort auch ein digitales Programm an, das ab Samstag, 10. September, freigeschaltet wird und ebenso über diese Website zugänglich ist.

Der Eintritt ist bis auf sehr wenige Ausnahmen frei. Einige Veranstalter*innen bitten zur Unterstützung ihres ehrenamtlichen Engagements lediglich um eine Spende. Alle Veranstaltungen werden von Expert*innen angeboten und durchgeführt, die sich entweder als denkmalbegeisterte Laien oder als Architekt*innen, Denkmalpfleger*innen, (Kunst)Historiker*innen seit Jahren, zum Teil seit Jahrzehnten mit Denkmalen und deren Schutz und Pflege beschäftigen.

Für einige Angebote am Tag des offenen Denkmals ist eine Anmeldung bis zum 9. September erforderlich. Nähere Informationen können den einzelnen Programmpunkten in der Broschüre oder der Website entnommen werden.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.