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Elektromobilität

Die wichtigsten Fragen zum Thema Elektromobilität

Elektrofahrzeuge stoßen beim Fahren keine Schadstoffe oder Treibhausgase aus, wodurch die lokalen Emissionen verringert werden. Die tatsächliche Einsparung an CO2 hängt jedoch von der Stromproduktion des Ladestroms ab. Zwar fallen selbst beim heutigen deutschen Strommix für Elektrofahrzeuge weniger Emissionen an als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, allerdings könnte der CO2-Ausstoß durch die Nutzung von Erneuerbaren Energien sogar bis auf null Prozent reduziert werden

Da Elektrofahrzeuge lokal emissionsfrei sind, können sie sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Gerade in dicht besiedelten Stadträumen können durch die Nutzung von Elektroautos die durch Abgase bedingten Gesundheitsschäden reduziert werden. Daneben sind Elektrofahrzeuge deutlich geräuschärmer als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, was für Anwohner von stark befahrenen Straßen eine geringere Lärmbelästigung bedeutet. Auch der kostengünstige Verbrauch ist von großem Vorteil. So liegen die Stromkosten für 100 km etwa zwischen zwei und drei Euro, was im Vergleich zu den Kosten für den Verbrauch eines herkömmlichen Fahrzeugs sehr günstig ist.

Die Auswirkungen der Elektromobilität auf den Stromsektor sind, was den verfügbaren Strom angeht, insgesamt sehr gering. Wenn immer mehr Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, wird zwar auch mehr Strom benötigt, allerdings würde sich der Strombedarf bei einer Million Elektrofahrzeuge nur um ca. 0,5 Prozent erhöhen. Selbst wenn jedes vierte Auto des gesamten deutschen Fahrzeugbestands ein Elektroauto wäre, fände nur eine Erhöhung des Strombedarfs um ca. vier Prozent statt. Bezogen auf die Art der Stromgewinnung kann die Elektromobilität einen wichtigen Beitrag zur vermehrten Nutzung von Erneuerbaren Energien leisten.

Zurzeit sind Elektrofahrzeuge in ihrer Anschaffung um einiges teuerer als herkömmliche Fahrzeuge, wobei die Kosten je nach Fahrzeugtyp, Ausstattung und möglicher Reichweite variieren. Die Anschaffungskosten für Zweisitzer oder Kleinwagen, die besonders für den Stadtverkehr geeignet sind, liegen zwischen 7.000 und 15.000 Euro. Für einen größeren Kompaktwagen muss man schon mit 20.000 bis 40.000 Euro rechnen, während man für einen Sportwagen etwa 50.000 Euro und mehr zahlen muss. Natürlich sind hier nach oben keine Grenzen gesetzt.

Auch wenn die Anschaffungskosten sehr hoch sind und dadurch viele Interessierte abgeschreckt werden, sind die Kosten für den Betrieb im Verhältnis zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor gering. So liegen die Stromkosten für 100 km zwischen zwei und drei Euro, was gerade mal einem Drittel der Kosten eines Benziners entspricht. Weiterhin besitzen Elektrofahrzeuge kaum Verschleißteile, was sie auch in der Wartung günstiger macht. Hinzu kommen noch die Steuerfreiheit für die ersten fünf Jahre sowie die insgesamt geringere Steuerbelastung für Elektrofahrzeuge.

Direkte finanzielle Förderungen beim Kauf von Elektrofahrzeugen gibt es von staatlicher Seite nicht. Allerdings bestehen steuerliche Anreize. So sind Elektrofahrzeuge in den ersten zehn Jahren nach der Anmeldung von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Nach Ablauf der Steuerbefreiung berechnet sich die Kfz-Steuer, wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, anhand des zulässigen Gesamtgewichtes, wobei allerdings für Elektrofahrzeuge nur die Hälfte des Steuersatzes angesetzt wird. Bis zu 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben können finanziert werden. Mit eigenen Mitteln reduziert die NRW.Bank den Zinssatz um 2 Prozentpunkte, zwei tilgungsfreie Jahre sind inklusiv. Antragsberechtigt sind Existenzgründer genauso wie Freiberufler oder mittelständische Unternehmen. Außerdem kommunale Unternehmen, etwa Stadtwerke.

Es gibt eine Vielzahl von Autoherstellern, die an Konzepten für Elektrofahrzeuge arbeiten oder diese bereits anbieten. Zu den großen Fahrzeugherstellern gehören hier: Opel, Renault, Audi, BMW, Peugeot, Mazda, VW, Mitsubishi, Citroën, Nissan und Toyota.

Die wichtigste Frage, die Sie sich stellen sollten, wenn Sie sich für den Kauf eines Elektroautos entschieden haben, ist: Wofür nutze ich das Fahrzeug in erster Linie? Fahren sie immer nur kurze Strecken und brauchen Sie das Auto vor allem im Stadtverkehr, so eignen sich bereits die preislich günstigeren Kleinwagenmodelle. Sollten Sie aber hauptsächlich längere Strecken fahren, so wäre eher ein Kompaktwagen zum empfehlen, da die Reichweite hier meist größer ist.

Elektrofahrzeuge lassen sich sowohl zu Hause mit einem Schukostecker, der an normale Haushaltssteckdosen angeschlossen wird, als auch über spezielle Ladesäulen aufladen. Die Ladeinfrastruktur wird immer weiter ausgebaut und bereits heute findet sich schon eine Vielzahl von öffentlichen Ladesäulen. Allein die RWE Effizienz GmbH betreibt über 1.000 Ladepunkte in Deutschland, wovon sich in Dortmund bereits über 72 öffentliche Ladepunkte befinden. Da es zumindest in Deutschland bereits einheitliche Stecker gibt, kann jedes Elektroauto überall problemlos geladen werden.

Das Aufladen von Elektrofahrzeugen an öffentlichen Ladesäulen ist einfach. Das Fahrzeug wird mit Hilfe des Ladekabels mit der Ladestation verbunden und der Ladevorgang beginnt. Die genaue Verbrauchsmessung erfolgt hierbei automatisch und die geladene Energiemenge wird an den Stromanbieter weitergeleitet. Der Ladevorgang kann dabei jederzeit unterbrochen werden ohne der Batterie zu schaden.

Das Bezahlen an öffentlichen Ladesäulen funktioniert je nach Stromanbieter unterschiedlich. So kann man klassisch mit Bargeld bezahlen, einen Vertrag mit dem jeweiligen Stromanbieter abschließen oder aber eine Kundenkarte für die Bezahlung nutzen. Bei Kunden mit einem RWE-Autostromvertrag erfolgt zum Beispiel eine automatische Authentifizierung über das Ladekabel. Die Ladesäule erkennt den Kunden und gibt den Ladepunkt frei. Nach Abschluss des Ladevorgangs wird die bezogene Energiemenge an das RWE-Kundencenter übermittelt, dem Kundenkonto zugeordnet und die Rechnung dann einmal im Quartal per Post zugesendet. Seit dem ersten Quartal 2012 ist an allen öffentlichen RWE-Ladesäulen auch das Bezahlen per SMS möglich, wobei dem Kunden der Betrag zusammen mit der nächsten Telefonrechnung in Rechnung gestellt wird. Der Abschluss eines RWE-Autostromvertrags ist hierbei nicht notwendig.

Die Ladezeiten von Elektroautos hängen von verschiedenen Faktoren ab. So spielen der Steckertyp, die Fahrzeugbatterie und auch die Fahrzeugeinstellungen eine große Rolle. An einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose kann der Ladevorgang ca. sechs Stunden dauern, während das Aufladen eines Akkus mit Schnellladefunktion an einer Ladesäule sogar in unter einer Stunde möglich sein kann.

Nein, die Batterie eines Elektrofahrzeuges muss zwischendurch nicht vollständig entladen werden. Da es bei den modernen Lithium-Ionen-Batterien keinen Memory Effekt gibt, schadet das ständige Laden der Batterie nicht und auch eine nur teilweise Aufladung ist problemlos möglich.

Die größte Gefahr, die beim Laden von Elektrofahrzeugen oft gefürchtet wird, ist die Gefahr eines Stromschlags beim Bedienen einer Ladesäule. Allerdings verfügen die Ladesäulen über ein vielfaches Schutzsystem (z.B. speziell abgesicherte Stecker), das sowohl den Nutzer der Ladesäule als auch die Ladesäule selbst schützt, wodurch eine sichere Nutzung gewährleistet wird. Weiterhin sind die Ladesäulen so konzipiert, dass der Strom erst dann fließt, wenn Ladesäule und Elektrofahrzeug miteinander verbunden sind, also beide Stecker des Ladekabels eingesteckt sind. Wenn keine Verbindung vorhanden ist, wird die Steckdose elektrisch verriegelt und sie ist dann spannungsfrei, wodurch ein Stromschlag verhindert wird. Auch die Gefahr, bei Regen oder Schnee einen elektrischen Schlag zu riskieren, wird durch diese Vorrichtung unterbunden.

Eine andere Problematik wird darin gesehen, dass das Ladekabel von anderen Personen unsachgemäß entfernt werden und somit der Ladevorgang unterbrochen werden könnte. Um dieser Gefahr vorzubeugen, gibt es neben der elektrischen Verriegelung auch eine manuelle, die zum Beispiel durch das Abschließen des Fahrzeugs erfolgt. Danach kann das Ladekabel nicht mehr entfernt werden, weder der Teil des Kabels am Auto, noch der Teil an der Ladesäule.

Die Reichweite eines Elektrofahrzeuges hängt von der eingebauten Batterie, dem individuellen Fahrverhalten sowie der Nutzung von zusätzlichen Energieverbrauchern wie Scheinwerfer, Heizung, Radio oder Klimaanlage ab. Die durchschnittliche Reichweite liegt bei etwa 120 km, wobei mit modernen Lithium-Ionen-Akkus auch Reichweiten zwischen 150 und 250 km erzielt werden können. Weiterhin verfügen fast alle Elektrofahrzeuge über eine sogenannte Bremskraftrückgewinnung (Rekuperation), durch die sich die Batterie beim Bremsen von selbst auflädt, was die Reichweite vergrößern kann.

Nein, ein Elektroauto kann derzeit noch nicht in jede beliebige Werkstatt gebracht werden, da der Umgang mit Hochvoltfahrzeugen speziell ausgebildete Mitarbeiter sowie spezielle Einrichtungen erfordert, die es bisher nur in wenigen Werkstätten gibt. Bei den meisten Pannen handelt es sich jedoch nicht um Schäden am Motor, die einen Besuch in der Werkstatt unbedingt erfordern, sondern um gewöhnliche Defekte, die direkt behoben werden können, wie zum Beispiel eine Reifenpanne oder eine Entladung der 12-Volt-Batterie, die für die Steuerung der Schaltung und der Elektronik des Elektrofahrzeuges zuständig ist. Hier reicht zum Beispiel ein Anruf bei der ADAC-Pannenhilfe, denn seit einiger Zeit ist dort eine Schulung für Hochvoltsysteme Pflicht und alle Mitarbeiter müssen elektrisch unterwiesene Personen (EUP) sein.

Ein Elektrofahrzeug ist im Betrieb mindestens genauso sicher wie ein Auto mit Verbrennungsmotor, da es über dieselben Sicherheitsstandards verfügt. Allerdings ergeben sich bei Elektroautos ganz andere, neue Sicherheitsrisiken, die zu beachten sind. So besteht das größte Sicherheitsrisiko für Elektrofahrzeuge in einem Kurzschluss. Wenn beim Laden falsche Kabel verwendet werden, kann das zu einer deutlich erhöhten Temperatur führen, was die Gefahr eines Brandes begünstigen könnte. Auch der Versuch von Bastlern, an dem Elektroauto herumzuschrauben und kleine Reparaturen selbst vorzunehmen, stellt ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Der Umgang mit modernen Lithium-Ionen-Batterien erfordert spezielle Kenntnisse, bewegen sich diese Batterien doch im Hochspannungsbereich von 400 Volt, was bei einem unsachgemäßen Umgang tödlich enden kann.

Auch bei einem Autounfall könnten die im Elektrofahrzeug vorhandenen Hochspannungselemente eine Gefahr für die Insassen bedeuten. Dieser Risikofaktor wird aber dadurch eingedämmt, dass Elektrofahrzeuge über eine Sicherheitsabschaltung verfügen, durch die nach einem Aufprall der Strom abgeschaltet wird. So sind nicht nur die Insassen, sondern auch die Rettungskräfte vor einem möglichen Stromschlag geschützt.

Grundlage für die Versicherungseinstufung ist, wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, die Typklasse, welche sich nach der Schadensstatistik des jeweiligen Fahrzeugmodells richtet. Für Elektrofahrzeuge wurden bisher noch keine gesonderten Typklassen festgelegt, weshalb oft individuelle Einstufungen seitens der Versicherung vorgenommen werden.

Bisher gibt es kaum eine Versicherung, die gesonderte Tarife, welche speziell auf die Risiken von Elektrofahrzeugen zugeschnitten sind, anbietet. Allerdings erhalten Besitzer von Elektrofahrzeugen bei manchen Versicherungen einen Nachlass von 5 bis 15 Prozent, Wenigfahrer sogar einen Beitragsnachlass in Höhe von 20 bis 30 Prozent. Ob die Nachlässe nur für die Haftpflichtversicherung und/oder die Kaskoversicherung gelten, ist von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich.

Die Wahrscheinlichkeit aber, dass immer mehr Versicherungen ihre Tarife an die Anforderungen von Elektroautos anpassen, ist mit steigender Anzahl von zu versichernden Elektrofahrzeugen recht hoch.

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