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Umwelt

Azubis des Grünflächenamts bauen "Gartenparadies Reinoldikirchplatz"

Nachricht vom 01.06.2021

Eine grün-bunte Mini-Oase kommt mitten nach Dortmund: Vor den Toren der Reinoldikirche entsteht bis Mitte Juni eine Gartenwelt auf Zeit. Bis Anfang September können City-Besucher*innen durch verschiedene Themengärten flanieren und sich Inspiration holen für den eigenen Garten oder ihren Balkon.

Außenansicht Ev. Stadtkirche St. Reinoldi

Wird kurzzeitig in ein grünes Paradies gebettet: die Reinoldi-Kirche.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Denkmalbehörde, Günther Wertz

Auszubildende des Grünflächenamts haben das "Gartenparadies Reinoldikirchplatz" als Projekt entwickelt und werden es bis zum 11. Juni bauen. Das Gartenparadies liegt südlich der Reinoldikirche und umfasst mehrere Hundert Quadratmeter Fläche.

Umweltdezernent Ludger Wilde versprach am Dienstag, 1. Juni, eine "tolle Anlage", die als Ad-hoc-Maßnahme dazu beitragen werde, die Innenstadt attraktiver zu machen. Das grüne Paradies in der City solle einen Anreiz geben, "über diesen Garten selbst ans Gärtnern zu kommen und etwas für die Stadt oder für sich zu tun."

Zum Aufbau sagte Wilde, die Azubis legten jetzt los - "wenn Sie sich wundern, warum südlich der Reinoldikirche plötzlich Fahrzeugbewegungen stattfinden." Das Gartenparadies soll am 11. Juni präsentiert werden. In unmittelbarer Nähe wird sich laut Wilde eine Art Stand für Getränke und Co. befinden, von wo aus die bis September geplante "Oase" auch beaufsichtigt werden soll.

Grünparadies umfasst mehrere Themenwelten

Auf der Fläche werden die Themenwelten "Gärtnern in der Großstadt", "Duft- und Rosengärten", "Märchenhaftes Refugium" sowie "Pflegeleicht und Ästhetisch" präsentiert. Die Bereiche gehen ineinander über, sind aber klar zu erkennen. Schilder an den Wegen durch die Beete und Flyer bieten den Besucher*innen zusätzliche Infos. Die Gartenlandschaften formen sich aus unterschiedlich großen rechteckigen Hochbeeten – gebaut aus Holz und in verschiedenen Höhen. Auch ein kleines Wasserbecken wird Teil der Anlage.

Die Azubis möchten damit anknüpfen an den großen Erfolg, den die temporäre Installation an der Reinoldikirche während des Deutschen Evangelischen Kirchentages im Juni 2019 erfahren hat.

Auftakt für mehr grüne Oasen in der City

Und die Dortmunder Innenstadt soll noch grüner werden: Das Gartenparadies ist das erste von mehreren Pop-Up-Grün-Projekten, das nun realisiert wird. Weitere Sofortmaßnahmen werden folgen, um die City zu stärken und attraktiver zu machen.

Der Rat der Stadt Dortmund hat dazu verschiedene Maßnahmenpakete beschlossen, die die Verwaltung erarbeitet hatte. Damit sollen auch die Auswirkungen der Pandemie mit der temporären Schließung von Handelseinrichtungen und Gastronomie abgemildert werden. Das Gesicht der City soll sich weiter positiv entwickeln - die Aufenthaltsqualität weiter steigen.

"Unsere City steht vor einem großen Wandel und deswegen wollen und müssen wir uns auch um sie kümmern. Insbesondere jetzt, denn durch Corona hat sich der Wandel noch weiter beschleunigt", sagt Oberbürgermeister Thomas Westphal. "Wir brauchen neue Nutzungen im Herzen der Stadt. Da geht es um Einzelhandel, Wohnen, Kultur, Handwerk, Dienstleistungen und Gastronomie genauso wie um deutlich mehr Grün und Ruhe-Inseln." Der gelungene Mix beflügele am Ende alle. "Und das Gartenparadies Reinoldikirchplatz ist ein guter Anfang für die grüne City. Jede kleine Maßnahme oder Initiative macht in Summe dann etwas aus."

Unsere City steht vor einem großen Wandel und deswegen wollen und müssen wir uns auch um sie kümmern. Insbesondere jetzt, denn durch Corona hat sich der Wandel noch weiter beschleunigt.

Oberbürgermeister Thomas Westphal

Planungsdezernent Ludger Wilde zum "Gartenparadies Reinoldikirchplatz" Quelle: YouTube

"Grüne Gestaltung macht unsere Stadt einfach attraktiver und die Aufenthaltsqualität in der City ist uns ein besonderes Anliegen", sagt Stadtrat Ludger Wilde. "Wir verbessern sie jetzt Zug um Zug mit vielen Maßnahmen, mit kurzfristigen, aber auch mit mittelfristigen."

Das Gartenparadies sei ein schönes Beispiel, denn es präsentiere Ideen für ganz verschiedene Gartenlagen, "die eben auch aufzeigen, was jede und jeder einzelne von uns für das Klima im eigenen, direkten Lebensumfeld tun kann", so Wilde. "Es gibt so viele Möglichkeiten zur Schaffung von Grün in der Stadt."

Innenstadt hat bereits einige Grünanlagen

Die City bietet große zusammenhängende Grünanlagen wie den Stadtgarten oder den Park hinter dem Baukunstarchiv NRW. Auch beeindruckende Alleen wie am Ostwall sind stadtbildprägend.

Gleichwohl gibt es große Flächen, die nur spärliche Begrünungsanteile haben. Hier wurde in den vergangenen Jahren bereits gegengesteuert, indem beispielsweise das Blumenampelkonzept in der City (inzwischen auch in den Stadtteilen) etabliert wurde - mit hoher Akzeptanz in der Bevölkerung.

Anregung und Inspiration für die Bürger*innen

Zur Eröffnung am 11. Juni wird es auch einen Flyer vom Grünflächenamt geben, in dem das Gartenparadies erläutert wird. In einem Auszug aus dem Flyer wird die Aktion so beschrieben: "Eine kleine Oase des Wohlfühlens, die das Auge erfreut, zur Ruhe kommen lässt und an sehr warmen Sommertagen eine kühlende Umgebung bietet. Es werden unterschiedliche Gärten auf kleinem Raum gezeigt. Sie sollen inspirieren, eigene grüne Oasen zu entwickeln. Dafür erhalten Sie Anleitungen. Für jede Fläche in unserer Stadt gibt es passende Pflanzen, um die man sich mal mehr, mal weniger kümmern muss."

Kirche begrüßt grüne Aktion vor Reinoldi

Die Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises, Heike Proske, freut sich über die Aktion "vor ihrer Haustür", also vor der Stadtkirche Reinoldi. Für sie ist das Gartenparadies eine gute Abwechslung und Bereicherung in der City. Und der kleine Garten betont die Reinoldikirche in ihrem stadträumlichen Zusammenhang auf neue Weise. "Ich freue mich über das kleine Gartenparadies. Es bietet viele Möglichkeiten mitten in der Stadt zu verweilen, sich wohlzufühlen, zur Ruhe zu kommen und auch in die Reinoldikirche (hinein) zu gehen", sagt die Superintendentin.

Ein Projekt der Azubis im Grünflächenamt

Der Bereich der City ist den Auszubildenden des Grünflächenamtes gut bekannt. Sie kümmern sich nicht nur regelmäßig um den Stadtgarten, sondern zum Beispiel auch um die Wechselbepflanzungen im "runden Beet" an der Kreuzung Kampstraße/Hansastraße.

Inzwischen ist es auch beinahe eine kleine Tradition geworden, dass die Grünflächenamt-Azubis mit dem Motto-Beet am Südwall (am Rande des Stadtgartens) mit ihren Bepflanzungen Botschaften senden - etwa "I love you" zum Muttertag oder das aktuelle "Danke" an die Mitarbeitenden im Dortmunder Gesundheitswesen.

Ulrich Finger, der Leiter des Grünflächenamtes, ist stolz auf das Engagement der gesamten Ausbildungsabteilung: "15 Auszubildende sind mit Herzblut in ihrem Berufsfeld unterwegs, greifen aktuelle Zukunftsthemen auf und setzen sie um! Ich bedanke mich besonders auch bei dem Leiter der Ausbildungsabteilung Sebastian Porzybot für seine intensive Begleitung der Azubis bei der Planung und Durchführung."

Rückmeldung von Bürger*innen erwünscht

Von den Dortmunder*innen wünscht sich der Fachbereichsleiter viele Rückmeldungen - nicht nur zum Gartenparadies. Konkrete und handfeste Vorschläge und Ideen für mehr Grün in der City sind gern gesehen: "Das ein oder andere von dem, was da vielleicht eingereicht wird, können wir bestimmt auch umsetzen." Anregungen nimmt das Grünflächenamt gruenflaechenamt@dortmund.de entgegen.

"Pocket-Parks" standen Pate fürs Gartenparadies

Das Konzept des Gartenparadieses folgt der Idee der sogenannten Pocket-Parks, auch Taschen-Parks oder "pocket garden" genannt. Damit sind kleine Freiräume im urbanen Raum gemeint, die gärtnerisch gestaltet werden und zuvor meist "tote Winkel" außerhalb der Wahrnehmung waren.

Diese Mini-Grünräume, oft zwischen dicht gebauten Häusern liegend, gelten als neuer Freiraumtyp. Ihre Funktionen und Aufgaben sind von der Umgebung abhängig - so dienen sie etwa als Aufenthaltsraum oder Spielfläche, teilweise werden auch Lebensmittel angebaut. Ihre Gestaltung führt künstlerisch und landschaftsarchitektonisch häufig zu ambitionierten und ungewöhnlichen Lösungen.

Mehr und mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Anlagen zwar klein, aber trotzdem bedeutend dazu beitragen, das Wohn- und Büroumfeld zu verbessern. Pocket-Parks entstanden bislang überwiegend auf Initiative von Anwohner*innen. In Dortmund gibt es sie zum Beispiel am Sunderweg und an der Bornstraße.

Achtung - Besucher*innen sollen weiter Abstand halten

Die Corona-Pandemie ist noch immer gegenwärtig. Vorsicht ist nach wie vor geboten. Auf große Veranstaltungen mit vielen Menschen in der City, werden die Dortmunder*innen auch im Sommer 2021 verzichten müssen. Das Gartenparadies macht die City im Sommer nun auf andere Weise bunter - ein coronakonformer Besuch der Anlage ist problemlos möglich.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.