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Umwelt

Vandalismus an Bäumen nimmt zu - Grünflächenamt bittet um Unterstützung

Nachricht vom 13.08.2021

An verschiedenen Stellen im Dortmunder Stadtgebiet kam es in letzter Zeit vermehrt zu Vandalismus und massiven Beschädigungen von Bäumen. Der aktuelle Fall aus Scharnhorst (Bäume an der Flughafenstraße) ist leider kein Einzelfall.

beschädigten Bäumen an der Dürener Dorfstraße

Vandalismus an Bäumen nimmt zu.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Grünflächenamt

Die teilweise erst vor kurzem frisch gepflanzten Bäume sollen nicht nur das Straßenbild aufwerten, sondern auch Schatten spenden sowie die Luftqualität verbessern. Besonders vor dem Hintergrund des Klimawandels und des damit verbundenen Temperaturanstiegs stellen Bäume eine wichtige Komponente bei der umweltfreundlichen Gestaltung der Straßen dar.

Vor allem in heißen Sommermonaten wird der Ruf nach schattenspendenden Bäumen laut. Die hohe Beteiligung an Projekten, wie beispielsweise die Wanderbaumallee in Hörde (Projekt 2020 des Amtes für Stadterneuerung, des Grünflächenamtes und der Hörder Stadtteil-Agentur) zeigen, dass der Wunsch nach einer Bepflanzung im Straßenraum groß ist.

Desto unverständlicher sind die massiven Beschädigungen und Zerstörungen an den Bäumen in anderen Dortmunder Stadtteilen.

Zwischen 60 und 80 Jungbäume werden jedes Jahr in Dortmund zerstört

Die Mitarbeiter*innen des Grünflächenamtes stoßen selbst oder nach Hinweisen aus der Bevölkerung immer wieder auf abgeknickte, abgeschlagene oder abgesägte Jungbäume und sind jedes Mal aufs Neue über die Zerstörungen erschrocken, berichtet Ulrich Finger, der Leiter des Grünflächenamtes.

Er und seine Mitarbeiter*innen fragen sich: "Warum passiert so etwas? Was geht den Menschen nur durch den Kopf, die so etwas anrichten?" und "Was empfinden Menschen, wenn sie Bäume zerstören?"

Jedes Jahr werden in Dortmund zwischen 60 und 80 Jungbäume zerstört oder verletzt, so dass sie keine Chance auf ein weiteres Leben haben, blickt Ulrich Finger auf die Fakten.

Neben dieser erschreckend hohen Anzahl an zerstörten Bäumen kommen noch Bereiche hinzu, in denen frisch gepflanzte Jungbäume sogar gestohlen werden, wie vor einigen Wochen im Stadtwäldchen.

"Bäume sind Lebewesen, die eine lange Aufzucht hinter sich haben. Eine Aufzucht, die Fachleute mit Liebe und Kompetenz durchgeführt haben", sagt Finger.

Eine Aufzucht, die gewährleisten soll, dass diese jungen Bäume eingepflanzt werden und an der neuen Stelle für Jahrzehnte für saubere Luft sorgen und darüber hinaus Parks, Grünanlagen oder Straßen optisch aufwerten. "Jeder kennt das wunderbare Gefühl, z.B. an heißen Tagen unter einem Blätterdach herzugehen oder zu fahren", beschreibt Finger.

Aber es sind nicht nur die jungen Bäume, die Opfer der Gewaltangriffe werden, auch auf ältere Bäume, haben die Täter es abgesehen. Einen schon Jahrzehnte alten Baum in seiner derzeitigen Qualität zu ersetzen, ist fast unmöglich.

Grünflächenamt stellt Anzeigen

Im vergangenen Jahr wurden 26 von diesen Bäumen, die schon viele Jahrzehnte im öffentlichen Raum stehen und viele Menschen erfreuen, so massiv beschädigt, dass sie abgestorben sind und teilweise gefällt werden mussten.

"Leider erfreuen sich offensichtlich nicht alle Menschen an diesen Bäumen, denn die Schäden, die festgestellt werden, sind nicht nachvollziehbar. Äste werden abgesägt, mit Tausalz, Säuren oder Öl wird versucht, die Bäume zu vergiften. Ebenso werden Nägel in den Stamm geschlagen oder der Stamm wird aufgebohrt. Es ist unglaublich", erzählt Ulrich Finger. "Ja, wir nehmen so etwas persönlich. Wir möchten mit unserer Arbeit im öffentlichen Raum, den Menschen in dieser Stadt ein schönes und gesundes Wohnumfeld schaffen", fährt der Amtsleiter fort. "Und wir bringen jeden Fall zur Anzeige", zieht Finger die Konsequenz.

Neben der Beschädigung des Baumes, handelt es sich auch um einen enormen Vermögensschaden. Ein Jungbaumschaden ist schnell in einer vierstelligen Größenordnung. Ein alter, gesunder Baum ist schnell im hohen fünfstelligen Bereich. Auch das sollten sich die Menschen überlegen. Sollten sie gefasst werden, kommt es neben der Strafe, auch zu einer hohen Ausgleichzahlung für den zerstörten Baum. "Unsere Ermittlungsquote wird immer besser, da wir dankenswerterweise auch stichhaltige Hinweise aus der Bevölkerung bekommen."

Das Grünflächenamt hat zwei eindringliche Bitten: Betrachten und behandeln Sie Bäume im öffentlichen Raum mit Respekt. Bäume, Gehölze, Pflanzen aller Art, machen unsere Welt gesünder, attraktiver und lebenswert.

Des Weiteren bittet das Grünflächenamt die Dortmunder*innen inständig darum, sich zu melden, wenn sie etwas Verdächtiges bemerken oder einen zerstörten oder beschädigten Baum entdecken. Das Grünflächenamt nimmt Hinweise unter der Rufnummer 0231 50 27888 oder per Mail unter der Adresse gruenflaechenamt@dortmund.de entgegen. Auch bei der Polizei können Vandalismusfunde direkt angezeigt werden.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.