Dortmund überrascht. Dich.
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Klima ist heimspiel

Gesünder essen und genießen

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Eine Currywurst kann von Zeit zu Zeit richtig gut sein. Aber auf Dauer machen Fast Food und Fertiggerichte doch nicht so recht glücklich. Wer Lust auf frisches, abwechslungsreiches und richtig leckeres Essen hat, darf sich von den Tipps in diesem Kapitel überraschen lassen. Verbote gibt es nicht, dafür viele Ideen, die Großes für das Klima bewirken. Ihr Gaumen darf sich freuen!

Klimatipps

Gratis-Früchte frisch vom Baum

Gut, wenn das Obst, das man isst, nicht hunderte Kilometer mit dem Lastwagen transportiert wurde. Noch besser, wenn es dazu auch nichts kostet.

...der wirft am Besten einen Blick auf die Internetseite www.mundraub.org. Hier sind zahlreiche Bäume und Sträucher in ganz Deutschland verzeichnet, deren Früchte ganz legal gepflückt werden dürfen. Also: Nichts verkommen lassen!

Apfelbaum
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

True love

Für viele ist sie eine treue Begleiterin auf Reisen, Ausflügen und beim Sport: Die Wasserflasche. Plastikflaschen sind leicht und damit praktisch, enthalten aber oft schädliche Weichmacher, die in das Getränk gelangen können.

...sehr robust und im Vergleich zu PET-Pfandflaschen auch besser fürs Klima. Denn sie können in ihrer langen Lebenszeit Berge von Plastik ersetzen.

Machen Sie also Schluss mit Plastikflaschen und steigen Sie um auf eine haltbare Alternative.

Tipp zum Reinigen: Probieren Sie einmal Gebissreiniger. Mit den sprudelnden Tabletten bekommen Sie die Flasche ganz einfach sauber.

Fleischeslust

Fleisch war früher etwas Besonderes. Heute essen wir es täglich aus Gewohnheit und schätzen oft nicht seine Wertigkeit.

...für uns, Tier und Umwelt. Bis zu 600 Gramm pro Woche sind laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung noch gesund. Kaufen Sie also nicht zu viel, dafür lieber etwas Hochwertiges – am besten direkt vom Hof und mit Bio-Siegel. Die höchsten Standards haben Produkte von Anbietern, die den Bio-Anbauverbänden angehören.

Beispiel
Eine Portion weniger Rindfleisch pro Woche (180 g) spart im Jahr: 126 g CO₂

Wochenmärkte und Hofläden in Dortmund – Frischer geht’s nicht

Wo bekommen Sie das ganze Jahr über erntefrisches Obst und Gemüse aus der Region? Na klar, auf Wochenmärkten und in Hofläden in und um Dortmund!

...für Vitaminnachschub und Frischkost, gucken Sie doch einfach nach einem Markt in Ihrer Nähe unter www.mein-wochenmarkt.com/dortmund. Sie wollen sehen, wo Ihr Essen herkommt?

Dann finden Sie unter www.bund-dortmund.de/oekotipps/hoflaeden eine Übersicht zu Hofläden in Ihrer Nähe. Der verführerischen Vielfalt werden Sie nicht widerstehen können.

Auch Qualität, Preis und Klimabilanz regionaler und saisonaler Lebensmittel sind kaum zu toppen. Ein toller Nebeneffekt: Sie unterstützen ganz nebenbei die lokale Wirtschaft!

Wochenmarkt
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Alles zu seiner Zeit

Eine sonnengereifte Erdbeere, frisch geerntet – köstlich! Die aufgepäppelte Treibhauserdbeere im Januar kann da einfach nicht mithalten.

...zudem die volle Dichte an Vitaminen und Mineralstoffen. Auch für das Klima ist der Unterschied gewaltig: Im Winter gezüchtete Tomaten verursachen mehr als hundertmal so viele Treibhausgase wie die saisonalen Freiland-Varianten vom Feld nebenan. Der Einkauf nach Saison lohnt sich also dreifach: für den Geschmack, für Ihre Gesundheit und fürs Klima. Wenn Sie wissen möchten, wann es was gibt, dann werfen Sie einen Blick in unseren Saisonkalender.

Beispiel
Eine Schale Erdbeeren aus Deutschland statt aus Südafrika: 5,8 kg CO₂, 2,50 Euro

Erntefrisch vom Feld!

Ernten Sie Ihre Erdbeeren das nächste Mal doch einfach gleich selbst. Frisch vom Feld ist es doppelt so lecker, klimafreundlich und oft auch preiswerter als im Supermarkt. In und um Dortmund gibt es mehrere Erdbeerfelder zum Selberpflücken:
www.hof-mertin.de/inhalt/verkaufsstellen.html

Erdbeeren
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Gartenglück

Gartenbesitzer haben Glück! Sie können Obst und Gemüse selbst anbauen. Das macht Spaß, sorgt für Entspannung und das Ergebnis schmeckt fantastisch! Probieren Sie es aus!

...eigene Gartenflächen in Ihrer Nähe mieten.

Wer lieber gemeinsam mit Anderen in der Erde wühlt, der schaut am besten mal beim „Bürgergarten Kleine Heroldwiese“ vorbei (Heroldstraße Ecke Gronaustraße, 44145 Dortmund). Hier kann jeder nach Lust und Laune mitgärtnern oder einfach auf einen Plausch im Grünen vorbeikommen.

Informationen zu Urban Gardening finden Sie unter www.urbaneoasen.de. Ihre Ernte entlastet übrigens auch das Klima, denn so sind Transportwege kein Thema mehr.

Beispiel
Ein Kilo Tomaten aus dem Garten oder vom benachbarten Biohof statt Freiland-Tomaten aus Spanien: 560 g CO₂

Tomaten
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Wilde Küche

Haben Sie schon mal mit Rosenblüten gekocht? Oder Ihren Erkältungstee selbst gesammelt?

...auf eine Entdeckungsreise ins Reich der Kräuter und Heilpflanzen machen. Kostenlose Heilkräuterführungen ermöglichen auch Pflanzenneulingen einen spannenden Einstieg. Lassen Sie sich überraschen und von den heilenden Kräften der Pflanzen sowie von den leckeren Aromen der Wildgemüseküche überraschen!

Dortmunder Heilpflanzengarten, Im Karrenberg 56, 44329 Dortmund, 0231 88086613

Rosenblüten
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Einfach gut: Bio-Lebensmittel

Schonende Tierhaltung, sauberes Grundwasser, gesundes Obst ohne Pestizid-Rückstände und Verzicht auf Gentechnik: Das sind nur einige Vorteile der ökologischen Landwirtschaft.

...Bio-Siegel (Sechseck), oder der EU-Variante (Blatt). Diese beiden Siegel stehen für die EU-Mindeststandards. Die Richtlinien der Bio-Anbauverbände übertreffen die EU-Standards sogar deutlich. So unterstützt beispielsweise Naturland den fairen Handel und achtet auf hohe Sozialstandards für die Beschäftigten. Weitere große Anbauverbände sind Bioland und Demeter.

Beispiel:
Ein Kilo Biobrot statt herkömmliches Brot: 130 g CO₂

Einkaufswagen auf einer grünen Wiese

Milchprodukte? Die fettarmen!

Die Herstellung von Käse und Butter ist sehr energieaufwändig. Doch wussten Sie, dass Milchprodukte umso klimafreundlicher sind, je weniger Fett sie enthalten?

...eine große Menge Milch. Zum Beispiel braucht man ganze 25 Liter Milch um ein Kilo Butter herzustellen. Weichkäse wie Brie oder Camembert ist hingegen klimafreundlicher, ebenso Joghurt und Buttermilch. Die beste Klimabilanz haben pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Getreide und Nüsse.

Beispiel
250g Frischkäse statt Gouda: 1,6 kg CO₂

Kaffee nicht auf dem (Ein-)Weg

Schnell auf dem Weg zur Arbeit oder in der Mittagspause einen Kaffee holen?

...wegen des Einwegbechers eine schlechte Umweltbilanz. Die Lösung: Mit einem wiederverwendbaren Isolierbecher sind Sie jeden Tag umweltfreundlich unterwegs! Auch Kaffee zum Mitnehmen gibt es übrigens aus Fairem Handel.

Beispiel
Ein Jahr ohne Einweg-Kaffeebecher: 40kg CO₂

Kaffeebecher
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Ist das noch gut?

Bei der Herstellung von Lebensmitteln wird Energie verbraucht – und das völlig umsonst, wenn das Essen letztlich in der Tonne landet.

...leichter fallen.wenn Sie vor dem Einkauf nachsehen, was noch im Kühlschrank ist, um diese Reste kreativ zu verwerten. Außerdem können Sie einen Einkaufszettel benutzen und passende Packungsgrößen wählen. Und aufgemerkt: Nur hochempfindliche Lebensmittel wie rohes Fleisch tragen ein Verfallsdatum und sollten vor dessen Ablauf verzehrt werden. Die meisten Lebensmittel tragen dagegen ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Für sie gilt: Was gut aussieht, riecht und schmeckt, das können Sie auch nach Ablauf noch bedenkenlos essen.

Beispiel
Aus 300 g Käse eine tolle Champignon-Käsesoße zaubern statt wegwerfen: 800 g CO₂, 2,50 Euro

Praktisch verpackt

Zum Picknick, auf Reisen, in der Schule oder im Büro: Wer unterwegs ist, nimmt gerne einen Snack mit.

...Alternative zu Alufolie und Plastikbeutel. Sie bringen auch druckempfindliche Lebensmittel wie Bananen oder Birnen sicher ans Ziel. Viele Boxen sind sogar wasserdicht und damit selbst für zubereitete Speisen bestens geeignet. Und auf Dauer sind die Boxen mit ihrer jahrelangen Haltbarkeit auch günstiger.

Beispiel
Ein Jahr lang Brotbox statt Alufolie: 2kg CO₂

Brotdosen
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Streuobst in seiner leckersten Form!

Mhm – schon mal ein Glas frischen Apfelsaft von Dortmunder Streuobstwiesen probiert?

...mit den Behindertenwerkstätten Gottessegen jährlich Obstsaft von den umliegenden Streuobstwiesen.

Den Saft können Sie im Café Aufbruch (Hintere Schildstr. 18) genießen oder direkt beim BUND Dortmund bestellen (0231-162824 oder 0231-813642, streuobst@bund-dortmund.de).

Streuobst
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Grün grillen

Grillen – ein absoluter Klimakiller? Nicht unbedingt, es geht auch nachhaltig. Man muss nur wissen wie. Pappteller verbrauchen viel Energie und Rohstoffe – und sie füllen am Ende doch nur weitere Müllsäcke.

...und beim Grillgut können Sie Fleisch mit Vegetarischem kombinieren: Denn je weniger Fleisch, desto besser für das Klima. Es gibt überraschend viele vegetarische Köstlichkeiten, die man auf der Glut brutzeln kann. Die Kohle sollte aus heimischem Holz stammen und das FSC-Siegel tragen – oder Sie grillen mit umweltfreundlicher Kohle aus Kokosschalen. Wenn Sie dann noch auf Wegwerf-Grills verzichten und stattdessen lieber ein solides Gerät anschaffen, dann grillen Sie den ganzen Sommer über astrein klimafreundlich!

Kochen auf die Schnelle

Dass Sie beim Kochen Energie und damit Geld sparen, wenn Sie einen Deckel verwenden, wussten Sie wahrscheinlich schon. Auch das frühzeitige Abschalten der Herdplatte ist für Sie vielleicht bereits Gewohnheit.

...noch ein ganzes Süppchen aufwärmen. Was viele nicht wissen: Der Wasserkocher ist effizienter als die Herdplatte. Kochen Sie also Wasser für Nudeln oder Eintöpfe schnell und einfach im Wasserkocher bevor Sie es in den Topf geben – das spart Zeit und Strom. Ausnahme: Ein Gasherd ist noch sparsamer als der Wasserkocher.

Beispiel
Ein Jahr lang täglich 1,5 Liter Wasser mit dem Wasserkocher erhitzen statt auf dem Elektroherd: 120kg CO₂, 40€

Klima ist heimspiel