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Klimaschutz

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Klimawandel

Städtische Immobilienwirtschaft legt Energiebericht 2018 vor

Nachricht vom 05.09.2019

Die Energiewende ist auch für die Stadt Dortmund eine große Herausforderung, der sie sich mit hohem Engagement stellt. In ihrer Sitzung am Mittwoch, 4. September, beschäftigte sich die Verwaltungsspitze mit dem Energiebericht 2018.

Hintergrund

Um den Klimawandel aufzuhalten, sind umfassende Anstrengungen nötig, bei denen die Kommunen eine Vorbildfunktion haben. Im Kommunalinvestitionsförderungsgesetz Kapitel 1 und 2 stehen umfangreiche Finanzmittel für energieeffiziente Maßnahmen zur Verfügung und das Förderprogramm "Gute Schule 2020" unterstützt die Stadt Dortmund ebenfalls dabei, den richtigen Weg zu beschreiten.

Finanzmittel aus dem städtischen Haushalt und den Förderprogrammen werden in neue Gebäude und Sanierungen investiert. Bei Bestandsgebäuden wird durch energetische Sanierungen der Gebäudehülle und Erneuerung der Anlagentechnik ein effizienter Energie- und Wassereinsatz gefördert; der Energieverbrauch kann nachhaltig gesenkt werden. Hohe Priorität hat dabei das 3-Säulen Modell "Energieverbrauchsvermeidung, Steigerung der Energieeffizienz und Ausbau regenerativer Energien". Durch ein kontinuierliches Controlling werden Schwachstellen bei den Energie- und Wasserverbräuchen identifiziert, aus denen effiziente Maßnahmen abgeleitet werden.

Zahlreiche Projekte unterstützen das Ziel zum Klimaschutz bei der Stadt Dortmund. Auch Projekte im Nutzerbereich sind dabei unerlässlich. Denn auch die Nutzer*innen nehmen mit ihrem Handeln einen großen Einfluss auf den Energieverbrauch in ihrem Gebäude und sind aufgefordert durch ein bewusstes Verhalten bei der Nutzung der technischen Anlagen, beispielsweise der Beleuchtung oder der EDV-Technik, wachsam mit dem Bedarf umzugehen. Die klimatischen Veränderungen im Sommer wecken auch vielfach den Wunsch nach technischer Kühlung der Räumlichkeiten. Doch es wäre ein falsches Signal Klimageräte anzuschaffen, die dann erhöhte Stromverbräuche und CO2-Ausstoß verursachen. Vielmehr muss ein richtiges Lüftungsverhalten und der ordnungsgemäße Einsatz von Sonnenschutzeinrichtungen beherzigt werden.

Beispiele

Das Energiemanagement der städtischen Immobilienwirtschaft betreut über 1.350 Gebäude und Liegenschaften mit einer beheizten Brutto-Grundfläche von ca. 1,69 Mio. m². Dazu zählen u. a. Schulen, Jugend- und Tageseinrichtungen für Kinder, Verwaltungsgebäude, Feuerwachen, Sporteinrichtungen und Friedhöfe.

Das Theater wird nicht vom Energiemanagement bewirtschaftet. Die Bewirtschaftung der Verkehrssignaltechnik und der Straßenbeleuchtung obliegt dem Tiefbauamt.

Der Wärmeverbrauch (witterungsbereinigt) ist in 2018 um 0,7 % geringfügig gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Auch der Wasserverbrauch ist aufgrund des trockenen Sommers um 13 % erhöht ausgefallen. Dagegen konnte der Stromverbrauch in den städtischen Gebäuden und Liegenschaften, trotz erhöhter Nutzungsanforderungen, wieder um 2,5 % reduziert werden.

  • Wärme: von 150.700 MWh auf 151.800 MWh (+ 0,7 %)
  • Strom: von 41.360 MWh auf 40.315 MWh (- 2,5 %)
  • Wasser: von 703.300 m³ auf 794.500 m³ (+ 13 %)

Die Gesamtkosten sind in 2018 um 0,54 Mio. € auf ca. 23,7 Mio. € gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Für diesen Anstieg waren im letzten Jahr vor allem die Tarifsteigerungen bei Wärme und Strom verantwortlich. Die Ölpreissteigerung war schon Anfang des Jahres prognostiziert worden. Im Wasserbereich sorgte der Mehrverbrauch für erhöhte Ausgaben. Für Energie und Wasser sind im Jahr 2018 folgende Kosten entstanden:

  • Wärme: 11,35 Mio. € (+ 0,6 %)
  • Strom: 10,97 Mio. € (+ 3,0 %)
  • Wasser: 1,39 Mio. € (+ 11,6 %)

Der Vergleich der letzten zehn Jahre zeigt weiter eine überaus positive Entwicklung. Folgende Verbrauchseinsparungen sind trotz gestiegener Nutzungsanforderungen, Flächenerweiterung und Reboundeffekte erreicht worden:

  • Wärme: um - 12,9 % (witterungsbereinigt)
  • Strom: um - 10,3 % sowie
  • Wasser: um - 4,9 % gesunken

Die durchschnittlichen Energie- und Wasserkennzahlen konnten wie folgt reduziert werden:

  • Wärme: von 113 kWh/(m²·a) auf 98 kWh/(m²·a)
  • Strom: von 27 kWh/(m²·a) auf 25 kWh/(m²·a)
  • Wasser: von 523 Liter/(m²·a) auf 486 Liter/(m²·a)

Die absoluten Kosten betrugen im Jahr 2009 ca. 26,1 Mio. €, in 2018 ca. 23,7 Mio. €. Die Ausgaben für Energie und Wasser liegen damit weiterhin unter dem Wert von vor 10 Jahren. Dieses positive Ergebnis ist durch die Verbrauchseinsparungen sowie auch durch das zwischenzeitliche Ölpreistief am Weltmarkt erzielt worden. Deutlich gestiegen sind im vergangenen Jahrzehnt die Stromtarife, u. a. bedingt durch gesetzliche Umlagen. Auch der Wassertarif hat mit 3 % eine kontinuierliche leichte Steigerung erhalten.

Nachstehend ist die Tarifentwicklung in Prozent dargestellt:

  • Wärme: - 6 %
  • Strom: + 40 % (Mittelspannung)
  • Strom: + 37 % (Niederspannung)
  • Wasser: + 3 %

Seit über 22 Jahren sind auf den städtischen Dächern Photovoltaikanlagen installiert. Mit einer bestehenden Gesamtleistung von 2.594 kWp konnten 2.388.847 kWh solarer Strom in 2018 erzeugt und ein CO2 Ausstoß von ca. 2.203 Tonnen vermieden werden. Diese Strommenge reicht aus, den Jahresstromverbrauch von ca. 553 Vier-Personen-Haushalten zu decken. Die erzeugte Strommenge entspricht 5,9 % des städtischen Gesamtstromverbrauchs. Es wurde gegenüber dem Jahr 2017 aufgrund der erhöhten Solarstrahlung eine Steigerung des Stromertrags von ca. 16 % erzielt.

In den letzten 10 Jahren ist der Anteil der regenerativ erzeugten Wärmemenge für die Beheizung von städtischen Gebäuden einschl. der Warmwasserbereitung kontinuierlich gestiegen. In 2009 wurden 472 MWh, in 2013 schon 2.702 MWh und in 2018 nun 3.412 MWh Wärme regenerativ erzeugt.

Sieben Holzpelletanlagen, drei Luft-Wasser-Wärmepumpen-Anlagen, zwei Geothermieanlagen (Feuerwache 1 und Libellen-Grundschule) und 13 Blockheizkraftwerke (BHKW) sind in Betrieb. Weitere werden in 2019 durch die Realisierung von TEK-Anbauten folgen.

Der Energiebericht 2018 wird von der Städtischen Immobilienwirtschaft am 14. November dem Rat der Stadt vorgestellt und im Anschluss im Internet unter www.immobilienwirtschaft.dortmund.de für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Klima ist heimspiel