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Windkraftanlage

Klimaschutz

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Andreas Liebhart

Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Dortmund

Die Folgen des Klimawandels sind in Dortmund angekommen. Unwetter mit Starkregen und hohen Windgeschwindigkeiten treten auch hier vermehrt auf. Die Schneise der Verwüstung, die der Sturm Kyrill im Jahr 2007 hinterlassen hat und der Jahrhundertregen mit folgenschweren Überschwemmungen in Marten und Dorstfeld 2008 führen dies eindringlich vor Augen. Darüber hinaus ist eine Zunahme der heißen Tage und Tropennächte (Temperaturen nicht unter 20 °C) zu verzeichnen, die im vergangenen Sommer 2018 insb. in den dicht bebauten Bereichen zu enormen Belastungen geführt haben.

Junge Bäume

Beispiel Hitze: In den Innenstädten ist die Erwärmung besonders spürbar.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Arens/Stadt Dortmund

Steigende CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre sind die hauptsächliche Ursache für den Klimawandel. Mit ihren Klimaschutzaktivitäten leistet die Stadt ihren Beitrag, die Emissionen des sog. Treibhausgases CO2 zu reduzieren, um dem negativen Effekt entgegenzuwirken.

Dennoch zeigen alle bisherigen Erkenntnisse und auch der jüngste IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) Report von 2013, dass eine globale Erwärmung des Klimas bereits stattgefunden hat und auch nicht mehr aufzuhalten ist. Die Frage ist nur noch, mit welchen Dimensionen zu rechnen ist. Je höher die Erwärmung ausfällt, desto katastrophaler werden die zu erwartenden Folgen sein. Sie würden "die Umwelt in einer Weise ändern, wie seit hunderten oder tausenden Jahren nicht geschehen" heißt es in der Zusammenfassung des Klimareports.

Ebenso wie beim Klimaschutz, den die Stadt Dortmund mit der Umsetzung von Maßnahmen des Handlungsprogramms Klimaschutz 2020 betreibt, wird für die Stadt Dortmund im kommenden Jahr ein Klimaanpassungskonzept erarbeitet, das eine Grundlage für die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und der Infrastruktur bildet.

Ziel

Klimawandel wird in den unterschiedlichsten Ausprägungen deutlich und betrifft Städte und Gemeinden als Siedlungsräume besonders hart. Überschwemmungen und Hitzestress sind nur zwei von zahlreichen Folgen, die der Klimawandel mit sich bringt. Um dem zu begegnen müssen geeignete Anpassungsmöglichkeiten gefunden werden. Langfristig muss ein Umdenken im alltäglichen Handeln erreicht werden. Ziel ist, eine umweltgerechte und resiliente Stadtentwicklung voran zu treiben und Klimawandel in neuen Planungen und Strategien konsequent mitzudenken.

Beispiel Hitze

Im Gegensatz zum unbebauten Umland ist in den Innenstädten und Siedlungsbereichen die Erwärmung besonders spürbar.

Ursachen für die starke Aufheizung sind:

  • dichte Bebauung und hohe Versiegelung von Oberflächen
  • mangelnde Durchlüftung,
  • verringerte Abkühlung,
  • geringere Wasserverdunstungsraten.

Hohe Temperaturen am Tage und geringe Abkühlung in der Nacht bedeuten in Verbindung mit mangelnder Frischluftzufuhr aus dem Umland eine größere gesundheitliche Belastung für die Bewohner insbesondere der Innenstädte. So ergeben sich in warmen Sommernächten Temperaturunterschiede von bis 10 Grad Celsius zwischen Innenstadt und Stadtrand. In Zukunft wird die Klimaerwärmung auch in Dortmund immer häufiger zu längeren und stärker ausgeprägten Hitzeperioden führen. Gebiete, die heute schon als belastet eingestuft werden, werden dann noch stärker betroffen sein und sich in die Umgebung ausdehnen. Das Leben und Arbeiten wird so zu einem Kraftakt bei Hitzewellen. Hier bedarf es Lösungen, die die Gesundheit der BürgerInnen schützen und den flächendeckenden Einsatz von energieintensiven Klimaanlagen eindämmen, um weitere Erwärmungen zu verhindern.

Fazit

Die Anpassung an den Klimawandel muss schneller erfolgen als bisher angenommen, um die Menschen zu schützen und um zukünftige materielle Schäden so gering wie möglich zu halten. Bei allen Vorhaben und Planungen muss das Phänomen Klimawandel von Beginn an in die Überlegungen einbezogen werden.

Ohne besonderen Blick auf den Klimawandel wurden in Dortmund bereits in den 1990er Jahren Maßnahmen initiiert, die sich noch heute positiv auf das Stadtklima auswirken. Hierzu zählen die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscherpark etablierten Grünzüge F und G, ferner das Projekt zur stadtweiten Regenwasserversickerung, die heute im Landeswassergesetz festgeschrieben ist und die Umgestaltung des Emschersystems inkl. des Phoenix-Sees.

Kontinuierlich müssen die bereits vorhandenen Maßnahmen für eine klimagerechte Entwicklung fortgeführt, ausgeweitet und ergänzt werden. Schwerpunktmäßig sollen für Dortmund zunächst Strategien

  • zur Minderung der Überwärmung dicht bebauter Gebiete,
  • zur Verringerung hoher Luftbelastung,
  • zum Umgang mit dem veränderten Niederschlagsverhalten und
  • als Reaktion auf sommerliche Trockenperioden

erarbeitet werden.

Weiteres Vorgehen

Die Koordinierungsstelle Klimaschutz/Klimaanpassung wird analog zum Handlungsprogramm Klimaschutz 2020 Strategien zur Anpassung an den Klimawandel entwickeln. Mit weiteren Projektpartnern wurde zunächst für den Stadtteil Hörde ein Maßnahmenpaket erarbeitet. Die Umsetzung einzelner Maßnahmen des Konzeptes wird derzeit erprobt. Die gemachten Erfahrungen werden für eine Übertragung auf die Gesamtstadt genutzt. Dabei wurde auf die Mitwirkung der unterschiedlichsten Akteure gesetzt und Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einbezogen.

Zur Gestaltung der Klimaanpassung hat die Stadt Dortmund eine Förderung bei der Nationalen Klimaschutzinitiative beantragt.

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten.

Der Rat der Stadt Dortmund hat am 13.02.2014 die Ratsvorlage zur "Strategie der Stadt Dortmund zur Vorgehensweise zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels" Drucksache Nr. 11291-13 beschlossen.

Klimafolgenanpassungskonzept für Dortmund-Hörde

Klimafolgenanpassungskonzept für Dortmund-Hörde: Das Projekt "Klimafolgenanpassungskonzept für den Stadtbezirk Dortmund-Hörde" mit den Förderkennzeichen 03DAS042A, 03DAS042B und 03DAS042C wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) mit Beschluss des Bundestages gefördert.  mehr…

Dachbegrünung in Dortmund

Dachbegrünung als stadtökologischer Beitrag soll in Dortmund zur Normalität werden.  mehr…

Zukunftsbäume

Das Tiefbauamt ermittelt im Rahmen von ämterübergreifenden Arbeitskreisen eine Handlungsstrategie zur Verbesserung der Lebensbedingungen des Dortmunder Grüns in Zeiten des Klimawandels.  mehr…

Zukunftsinitiative Wasser in der Stadt von morgen

Die Kommunen der Emscherregion, die EMSCHERGENOSSENSCHAFT und das Land NRW bekennen sich zu einem gemeinsamen Engagement für eine zukunftsfähige und nachhaltige Stadtentwicklung in der Emscherregion, die den besonderen Anforderungen des demographischen Wandels und der Klimawandelanpassung entspricht. Am 15.5.2014 haben sie deshalb eine Absichtserklärung zur Zukunftsinitiative "Wasser in der Stadt von morgen" unterzeichnet.  mehr…

1. Informationen für Bürgerinnen und Bürger

Öffentliche Förderung von Haus- und Hofbegrünung sowie Fassaden

Die Begrünung von Haus, Hof und Fassaden leisten einen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas. Seit den 80ern wird in der Stadt Dortmund das Förderprogramm zur Gestaltung und Begrünung privater Haus- und Hofflächen eingesetzt.  mehr…

Bürgerinformation zu Überflutungsvorsorge (Rückstauschutz)

Die Stadtentwässerung der Stadt Dortmund informiert mithilfe eines Videos über Grundstückentwässerung.  mehr…

2. Weitere Forschungsprojekte

KlAnG – Klimaanpassung von Großveranstaltungen am Beispiel des Kirchentags in Dortmund 2019

Die Koordinierungsstelle Klimaschutz und Klimaanpassung ist Mitglied des KlAnG- Beirates. Mehr Infos zum Projekt:

IResilience: Soziale Innovationen und intelligente Stadtstrukturen für die resiliente Stadt

Zielsetzung des Projekts "iResilience" ist die modellhafte Entwicklung und Erprobung neuer Praktiken und Technologien zur kontinuierlichen Verbesserung der urbanen, klimaangepassten Resilienz in drei Quartieren in Köln und Dortmund. Im Zentrum stehen Reallabor-Prozesse in Dortmund und Köln, in denen unter einem partizipativen Ansatz von Verwaltung mit BürgerInnen an konkreten Themen der urbanen Klimaresilienz gearbeitet wird. Zielsetzung in den beiden Städten ist eine Verbindung von Überflutungsvorsorge und Hitzeprävention mit einer lebenswerten Stadtgestaltung.

Mehr Infos unter: www.sfs.tu-dortmund.de

Zukunft Stadt-Region Ruhr (ZUKUR)

ZUKUR ("Zukunft-Stadt-Region-Ruhr") ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Forschungsprojekt, an dem neben der Stadt Dortmund, der Stadt Bottrop und dem RVR auch zehn Fachgebiete der Fakultät Raumplanung (TU Dortmund) beteiligt sind.  mehr…

Weiterführende Links

Klimaanalyse und Planungshinweise vom Regionalverband Ruhr

Wie ist das Klima vor meiner Haustür? Die Städte Essen, Recklinghausen, Dortmund, Mülheim, Moers, Bottrop, Duisburg und Witten präsentieren ihre vom Regionalverband Ruhr erstellten Klimaanalysen im Internet.

Klimaanalysekarten liefern einen umfassenden Überblick über die klimatischen Verhältnisse in den Stadtgebieten. Die Planungshinweiskarten zeigen konkrete Empfehlungen für die Stadtplanung.  mehr…

Gründachkataster Ruhr

Gemeinsam mit der Emschergenossenschaft hat der Regionalverband Ruhr (RVR) ein Gründachkataster für das Ruhrgebiet erstellen lassen. Hier können die Bürgerinnen und Bürger des Ruhrgebiets prüfen, wie hoch die Eignung ihres Gebäudes für ein Gründach ist.  mehr…

Klivo Portal – das deutsche Klimavorsorgeportal

Das KLiVO Portal bündelt Daten und Informationen zum Klimawandel sowie Dienste zur zielgerichteten Anpassung an die Klimafolgen. Ob Leitfäden, Webtools, Karten oder Qualifizierungsangebote – alle Dienste unterstützen Sie bei der Eigenvorsorge gegenüber den unvermeidbaren Folgen des Klimawandels.  mehr…

Wirkungen des Bodens auf das Klima

Boden trägt wesentlich zur Temperaturausbildung der unteren Atmosphäre bei. Besonders in städtischen Räumen spielt die Kühlleistung des Bodens als Temperaturpuffer in der heißen Jahreszeit eine zunehmend wichtige Rolle. Neben dem Versiegelungsgrad eines Gebietes ist die Wasserspeicherkapazität der nicht versiegelten Bodenfläche ein wesentlicher Faktor für das Stadtklima.  mehr…

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