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Bild: photocase.com / dergestalter

Faire Beschaffung

Kommunen besitzen durch ihre öffentliche Beschaffung ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Etwa die Hälfte der 350 Mrd. Euro, die bundesweit für die öffentliche Beschaffung durch Bund, Länder und Kommunen ausgegeben werden, werden hier verantwortet.

Diese Chance, in diesem Zukunftsthema einen Beitrag zu einer gerechteren Handelsordnung zu leisten, möchte sich Dortmund nicht entgehen lassen. Jede Kommune ist angesprochen, denn sie beschafft beispielsweise Steine für Wege (Bordsteine, Pflastersteine), Natursteine für Treppen, Fassaden und Denkmäler, Computer, Berufsbekleidung, Fußbälle, Handtücher und vieles mehr.

Faire Produkte bei der Stadtverwaltung Dortmund

Im Rathaus werden bei allen Sitzungen Kaffee und Tee aus fairem Handel angeboten. Dies ist eins von fünf Kriterien zur Erlangung des Titels "Fairtrade Town", den Dortmund 2009 bekommen hat.

Auch das Betriebsrestaurant der Stadt Dortmund hat seit einiger Zeit Fairtrade-Produkte wie Kaffee und Schokolade im Angebot und wurde mit dem Fairtrade-Stadt-Dortmund-Logo bei der Auszeichnung in den Innenstadt-Bezirken gewürdigt.

Faire Beschaffung

Bei der Bereitstellung von Blumenpräsenten bei Ehrungen von Jubilaren durch die Stadt Dortmund (z.B. Altersjubilare, Ehejubilare, repräsentative Anlässe) sind von den Bietern neben der fachlichen Eignung zwingend eine Reihe von Nachweisen zu erbringen. Hierzu gehört unter anderem, dass die verwendeten Blumen durch das Flower Label Programm zertifiziert sind.

Seit dem Jahr 2007 gibt es eine Rundverfügung für alle Fachbereiche der Dortmunder Verwaltung, dass bei Beschaffungen von den Bietern eine Erklärung zur Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnorm 182 (Verbot der schlimmsten Formen der Kinderarbeit) einzufordern ist. Mit dem Ratsbeschluss von 2009 zur Unterzeichnung der Magna Charta gegen ausbeuterische Kinderarbeit wurde diese Anweisung nochmals bekräftigt.

Im Fachforum Faire Berufsbekleidung entstand die Idee, dass die bisherigen theoretischen Erkenntnisse mit konkreten Erfahrungen hinterlegt werden sollten. In einem kleinen Modellprojekt sollten Erfahrungen bei der Beschaffung fairer Berufsbekleidung gesammelt werden. Für die Mitarbeiter/-innen des städtischen Betriebsrestaurants wurden 20 T-Shirts und 20 Polohemden als Berufsbekleidung beschafft. Die ebenfalls beschafften Schürzen, Umbinder und Hosen gab es noch nicht im Fairtrade Sortiment. Das städtische Vergabe- und Beschaffungszentrum arbeitet schrittweise an der Umsetzung der Strategie, derzeit wird die Ausschreibung von Dienstkleidung für weitere Fachbereiche nach umfassenden nachhaltigen Kriterien vorbereitet.

Im Dortmunder Schülerfirmen-Netzwerk arbeiten 13 Schulen unterschiedlicher Schulformen zusammen. Sie alle verkaufen umweltfreundliche und fair gehandelte Produkte. Der Verkauf findet sowohl in Pausen als auch bei Aktionstagen statt. Da die Dortmunder Schülerfirmen eine Einkaufsgemeinschaft bilden, können sie ihre Produkte zu günstigen Preisen anbieten. Die Schülerfirmen tragen so zum Fairen Handel bei, der für garantierte Mindestpreise und damit gerechtere Handelsbeziehungen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen steht. Ebenfalls wird dem Gedanken der Nachhaltigkeit Rechnung getragen: Das gesellschaftliche Zusammenleben ist so auszurichten, dass vorhandene Ressourcen gerecht verteilt werden und die natürlichen Existenzgrundlagen dauerhaft und für nachfolgende Generationen erhalten bleiben. Die Schülerfirmen arbeiten ehrenamtlich und setzen ihre Erlöse für Projekte ein. Die Arbeit der Dortmunder Schülerfirmen wurde schon mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Das Netzwerk war unter anderem auf der Messe "FA!R2010" vertreten und präsentierte an einem eigenen Stand seine Produkte.