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Bild: photocase.com / dergestalter

Europäisches Projekt zum fairen Einkauf

Im Rahmen des Projektes "Jede Kommune zählt: Sozial gerechter Einkauf - Jetzt!" werden drei Kommunen aus Europa gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen (NRO) sozial gerechte öffentliche Beschaffung praktisch durchführen und weiter entwickeln.

Europäisches Projekt zum fairen Einkauf geht in Dortmund an den Start

Oberbürgermeister Ullrich Sierau freut sich mit Partnern und Mitarbeitern der Stadt über das neue Projekt.

Mit dabei sind die Städte Dortmund, Wels in Österreich und Trebic in Tschechien. Unterstützt werden sie von Christliche Initiative Romero (CIR), Südwind und NaZemi. Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global, TransFair, Faire Metropole Ruhr, Eine Welt Netz NRW und Netzwerk für Unternehmensverantwortung (CorA) sind "Verbündete" im Projekt.

Im Bereich der öffentlichen Beschaffung kann eine Stadt ein besonders wirkungsvolles Vorbild sein. Fast 1.500 Milliarden Euro geben die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union jedes Jahr für die Vergabe von Dienstleistungen und für die Beschaffung von Gütern aus. Diese Summe lässt erahnen, welche Potenziale und welche enorme Einkaufsmacht der öffentliche Sektor hat.

Die öffentliche Hand könnte damit einen wichtigen Beitrag zur Einhaltung globaler Arbeits- und Menschenrechte sowie zum Klima- und Umweltschutz leisten. Jedoch finden trotz gesetzlicher Vorschriften und Regelungen soziale Kriterien in den öffentlichen Ausschreibungen in Europa bisher wenig systematische Anwendung. Ein großer Teil der öffentlich beschafften Produkte wird noch immer in Billiglohnländern unter Missachtung grundlegender Arbeitsrechte hergestellt.

Zwei Männer rechts und links von OB Sierau, der ein Dokument unterschreibt

Oberbürgermeister Ullrich Sierau bei der Unterzeichnung der Vereinbarungen

In den nächsten drei Jahren werden die Projektpartner mit Hilfe von Workshops, Praxis-Leitfäden zur sozial gerechten Vergabe, Lösungen zur Überprüfungen der Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten in der Lieferkette sowie praktischen Ausschreibungen gemeinsame Wege erproben.

Zudem wollen sich die beteiligten Städte mit anderen Kommunen und Organisationen vernetzen und ihre Ideen und Erfahrungen miteinander teilen. Die beteiligten NROs werden Kampagnen-, Lobby- und Bildungsarbeit durchführen, die das Thema sozial gerechte Beschaffung in Europa bekannter machen. Die Bevölkerung soll für die Bedeutung eines fairen Einkaufs sensibilisiert werden, so dass sie die Einkäufe ihrer Kommune kritisch und kompetent begleiten und Verbesserungen einfordern kann.

Das Projekt findet im engen Austausch mit Organisationen im globalen Süden statt - durch sie werden die Projektpartner auf Arbeitsrechtsverletzungen aufmerksam gemacht. Außerdem bringen sie ihre Positionen zur Glaubwürdigkeit von Zertifikaten und Siegeln ein.

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