Dortmund überrascht. Dich.
Windkraftanlage

Umweltamt

Bild: Alle Rechte vorbehalten pixelio / Andreas Liebhart

Handlungsfeld Energieeffizienz im Gebäudebestand

100 EnergiePlusHäuser für Dortmund

Im Rahmen der Kampagne 100 EnergiePlusHäuser für Dortmund, sollen von 2011 bis 2016, 100 Wohneinheiten realisiert werden. Die Stadt Dortmund reserviert speziell für EnergiePlusHäuser 75 geeignete Grundstücke und bietet ein umfassendes Qualitätsmanagement und Beratungsangebot an. Die gute Dämmung Komfortlüftung eines Passivhauses in Kombination mit Photovoltaik auf dem Dach führt zu einem Energieüberschuss bzw. einem "PLUS" von 1.000 kWh pro Jahr und Haus.

Die Kampagne "100 EnergiePlusHäuser für Dortmund" ist die konsequente Fortführung der bisherigen Beschlüsse des Rates, um die Energieeffizienz im Neubau zu verbessern:

  • 2006: Solarenergetische Optimierung städtebaulicher Entwürfe
  • 2007: Energiekonzepte für Neubaugebiete
  • 2008: KfW 60 Standard im Wohnungsneubau
  • 2010: erhöhte Energieeffizienz auch für Nichtwohngebäude
  • 2011: Kampagne "100 EnergiePlusHäuser für Dortmund"

Bisher konnten 7 Doppelhaushälften als EnergiePlusHäuser realisiert werden. Weitere sind im Bau und viele andere Projekte in der konkreten Planung, wie z.B.:

  • 7 Familienhaus Prinz-Friedrich-Karl-Straße: Baubeginn Mitte 2013
  • EnergiePlusKindertagesstätte Weingartenstraße: Baubeginn 2013
  • EnergiePlusSiedlung am PHOENIX See mit 15 EFH
  • EnergiePlusSiedlung Bergparte mit 55 Wohneinheiten: Bebauungsplan bis Herbst 2013

Selbst wenn nicht alle Projekte umgesetzt werden, können die 100 EnergiePlusHäuser bis 2016 fertig gestellt sein und damit jährlich 100 t CO2 einsparen. Derzeit wird mit der Auslosung eines Architekturwettbewerbes für EnergiePlusHäuser eine konkrete Maßnahme des Handlungsprogrammes umgesetzt. Die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung wird im Juli 2013 erfolgen.

Zur Homepage: www.energieplushaus.dortmund.de

Logo Klimaschutz 2020 - EnergiePlusHäuser

Nachtspeicheraustausch

In Dortmund sind noch über 17.000 Wohneinheiten mit Nachtspeicherheizungen ausgestattet.
Vorteile der Nachtspeicheröfen sind geringe Anschaffungs-, Investitions- und Wartungskosten. Nachteile dieser Heizungen sind die unkomfortablen Regelmöglichkeiten. Aus Klimaschutzsicht ist aber die Stromheizung die ökologisch problematischste.

Der für die Speicherheizung benötigte Strom wird zurzeit überwiegend in Kraftwerken erzeugt, deren Wirkungsgrad erheblich unter dem der Einzelheizungen mit fossilen Brennstoffen liegt. Beim Heizen mit Strom wird aufgrund des etwa doppelt so hohen Primärenergieeinsatzes auch ca. doppelt soviel CO2 emittiert als bei einer Öl- oder Gasheizung. Aufgrund dieses hohen Primärenergieverbrauches und der daraus resultierenden CO2 – Belastung ist von der Bundesregierung mit der EnEV 2009 bei Gebäuden ab 6 Wohneinheiten, die Außerbetriebnahme von Nachtspeicheröfen, die Anfang 2020 mehr als 30 Jahre in Betrieb sind, vorgeschrieben worden.

Bei fehlender Wirtschaftlichkeit besteht kein Umsetzungszwang. Ob diese gesetzliche Verpflichtung aber zum Tragen kommt ist im Augenblick fraglich. Die Bundesregierung plant eine Überarbeitung zur Aufhebung dieser Verpflichtung nicht zuletzt aufgrund der laufenden Debatte, ob Nachtspeicherheizungen als Energiespeicher für die Energiewende in Frage kommen.

Kampagne "Effizienzsteigerung Nachtspeicherheizungen im Energieeffizienzquartier Unionviertel"

Mit der Vorgabe der EnEV, Nachtspeicherheizungen bis 2020 außer Betrieb zu nehmen, schienen die derzeitigen Probleme quasi gelöst. Berücksichtigt werden muss aber die Tatsache, dass die Investition in ein anderes Heizsystem für eine WE leicht eine Größenordnung von ca. 20.000,- € erreichen kann, da eine komplett andere Wärmeinfrastruktur benötigt wird. Zudem wird Immobilienbesitzern vor Inangriffnahme solcher Investitionen (gerade in Mehrfamilienhäusern mit 6 und mehr WE) geraten erst den Ausgang der oben geschilderten Debatte abzuwarten.

Aus ökologischen und sozialen Gesichtspunkten wäre ein Austausch dieses Heizsystems, möglichst sofort, die beste Lösung. Da damit in absehbarer Zukunft nicht gerechnet werden kann, ist die Effizienzsteigerung die zweitbeste Variante. Entgegen gängiger Meinung sind Nachtspeicherheizungen nicht komplett wartungsfrei. Laut Expertenmeinung (persönliche Gespräche mit Elektrikern und RWE Energieeffizienz) können diese Heizungen durch Überprüfung und Wartung der Lüftung und Steuerung sowie die Beratung der Nutzer zum optimalen Einsatz der Öfen energieeffizienter betrieben werden. Da diese Wartungen in der Praxis jedoch kaum stattfinden, kann über die Größenordnung der Energieeinsparung auch keine Angabe gemacht werden.

In einem mit Nachtspeicherheizungen ausgestatteten Gebäude im Unionviertel soll nun exemplarisch untersucht werden, welche Energieeffizienzsteigerung und Heizkosteneinsparung durch eine qualifizierte Wartung und Beratung zum Betrieb der Speicheröfen erzielt werden kann. Sollte die Energie- und Kostenbilanz positiv ausfallen, werden die Ergebnisse dieses Pilotvorhabens in geeigneter Form auf das gesamte Stadtumbaugebiet bzw. das Stadtgebiet Dortmund übertragen werden.

Logo Klimaschutz 2020 Handlungsprogramm Klimaschutz

Innovation Business_Park

Für die Aufstellung eines integrierten Klimaschutzteilkonzeptes im Modellgewerbegebiet Dortmund-Dorstfeld-West wurde durch die Koordinierungsstelle Klimaschutz/Klimafolgenanpassung ein Förderantrag aus der Nationalen Klimaschutzinitiative des BMU gestellt.

Mit diesem Konzept für das Modellgewerbegebiet Dorstfeld-West sollen Handlungsoptionen und konkrete Maßnahmen aufgezeigt werden, mit denen die gesamtstädtischen Klimaschutzziele für den Sektor GHD und Industrie erreicht werden können. Die Entwicklung der sektoralen Treibhausgas (THG) Emissionen zeigt, dass die Klimaschutzziele durch selbstorganisierte Aktivitäten der Unternehmen nicht erreicht werden. Daher wird einer gemeinsamen Erarbeitung und späteren gemeinsamen Umsetzung des Konzeptes mit den Unternehmen aus diesem Gebiet besondere Bedeutung beigemessen.

Ein Kooperationsnetzwerk mit Akteuren aus dem Gewerbegebiet, kommunalen Vertretern, Kammern und Gutachtern sowie ein Gewerbeparkmanagement zur Verstetigung sollen aufgebaut werden. Die Effekte, die mit der Umsetzung des Konzeptes erreicht werden sollen liegen hier

  • im Bereich der Energieeffizienz und Energieeinsparung,
  • im lokalen Lastmanagement für Stromanwendungen,
  • in der Verbesserung der Wärmeinfrastruktur,
  • in nachhaltiger Mobilität,
  • im Städtebau und der Freiraumentwicklung (auch Klimafolgenanpassung),
  • im Grünflächenmanagement,
  • in Information und Image.

Der Fokus liegt dabei auf innovativen und wirtschaftlichen Lösungsansätzen.

www.dorstfeld-west.de/

Endbericht - Integriertes Klimaschutzteilkonzept für das Gewerbegebiet Dorstfeld-West [pdf, 14,6 MB]

Logo Klimaschutz 2020 Handlungsprogramm Klimaschutz

Energiesparservice

Die Energiewende ist technisch kein Problem, alles nur eine Frage des Geldes. Und wenn man keines hat? Die Energiearmut nimmt zu, genauso wie die Zahl der Stromabsperrungen bei nicht bezahlten Rechnungen.

Hier setzt der Energiesparservice der Caritas ein. Bürger und Bürgerinnen der Stadt, die ALG II beziehen, werden kostenlos beraten, wie sie den Energieverbrauch in ihren Wohnungen senken können. Dieses Projekt ist bisher äußerst erfolgreich in Dortmund, knapp 8000 Haushalte wurden bis heute besucht.

Neben dem besonderen Engagement der Caritas ist dies wohl auch dem Konzept der "freiwilligen Beratung auf Augenhöhe" zu verdanken.

Logo Klimaschutz 2020 Energiesparservice

Fortführung ÖKOPROFIT

In den Jahren 2011/2012 haben erneut 14 Dortmunder Unternehmen das Beratungsprogramm absolviert. Sie haben ihre Betriebskosten gesenkt, die Effizienz der Produktion gesteigert, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult, Rechtssicherheit erlangt, innerbetrieblichen Umweltschutz implementiert und nicht zuletzt Arbeitsplätze gesichert.

Die Betriebe haben im Rahmen des ÖKOPROFIT-Projektes umfangreiche Umweltprogramme erarbeitet. Die darin enthaltenen Maßnahmen umfassen die Bereiche Energie/Emissionen, Rohstoffe/Abfälle, Wasser/Abwasser, Kommunikation und Sicherheit. Sie beziehen sich auch auf die Veränderungen im Verhalten der Menschen und optimieren innerbetriebliche Abläufe.

Die ökologische Gesamtbilanz der insgesamt 151 erarbeiteten Maßnahmen:

Die Unternehmen können ihren jährlichen Energieverbrauch insgesamt um fast 1,8 Millionen Kilowattstunden senken. Dadurch werden insgesamt jährlich über 1.100 Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart. Zudem sparen sie 148 Tonnen Abfall und senken den Wasserverbrauch um 75.677 m3.

Dortmunder ÖKOPROFIT-Betriebe Projekt 2011/2012:

  • BlumenCompany Kersting
  • dh mining system GmbH
  • Deutsche Post AG, Briefzentrum Dortmund
  • DULA Dustmann & Co. GmbH
  • Günter Pauli GmbH
  • Herbert Heldt KG
  • KHS GmbH
  • Klöpper Therm GmbH & Co. KG
  • Ringhotel Drees
  • Seaquist Perfect Plastic GmbH aus Menden
  • TRILUX GmbH & Co. KG aus Arnsberg
  • Verzinkerei Dortmund Kaufmann GmbH & Co. KG

Darüber hinaus wurden zwei Unternehmen rezertifiziert nach deren Teilnahme in vorangegangenen Jahren:

  • KODA Stanz- und Biegetechnik GmbH
  • Murtfeldt Kunststoffe GmbH & Co. KG

Damit sind seit 2001 in Dortmund 101 Unternehmen mit diesem Umwelt-Siegel zertifiziert.

Ab 2013 müssen diejenigen Unternehmen des produzierenden Gewerbes, die den Spitzenausgleich nach § 55 EnergieStG und § 10 StromStG weiterhin in Anspruch nehmen wollen, ein Energiemanagementsystem (EMS) oder Umweltmanagementsystem (UMS) einführen und nachweisen. In einer ersten Phase (2013 bis 2014) reicht es aus, wenn betroffene Unternehmen nachweisen, mit der Einführung eines EMS oder UMS begonnen zu haben. Diese Anforderung wird durch die Teilnahme an ÖKOPROFIT erfüllt.

In der zweiten Phase (ab 2015) muss das EMS oder UMS dann zertifiziert sein. Für eine solche Zertifizierung ist ÖKOPROFIT ein einfacher und kostengünstiger Einstieg.

Die zehnte Projektrunde begann am 27. Mai 2013 mit neuen Unternehmen.

Logo Klimaschutz 2020 Mobilitätskonzept