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Umweltamt

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Bürgerbeteiligung

Landschaftsplan wird nach Überarbeitung erneut öffentlich ausgelegt

Nachricht vom 20.08.2019

Bürger*innen haben vom 2. September bis 2. Oktober 2019 die Gelegenheit, den zweiten Entwurf des Landschaftsplanes für die Stadt Dortmund einzusehen und sich schriftlich zu äußern. Die textlichen und kartographischen Darstellungen sowie der Umweltbericht mit der strategischen Umweltprüfung liegen im Umweltamt aus.

Naturschutzgebiet Dellwiger Bachtal

Naturschutzgebiet Dellwiger Bachtal
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Eine Überarbeitung des ersten Entwurfes war notwendig, da es noch Klärungsbedarf in einigen Punkten gab. Zum ersten Entwurf gingen 133 Stellungnahmen mit 507 Anregungen und Bedenken ein. Als Hauptthemen kristallisierten sich jagdliche und landwirtschaftliche Festsetzungen, die Leinenregelung für Hunde in Naturschutzgebieten, der Geltungsbereich des Landschaftsplanes und die Schutzgebietsfestsetzungen sowie die Festsetzungen zur Entwicklung und Pflege von Flächen und zu Anpflanzungen heraus. Im Verlauf des Jahres 2018 fanden zahlreiche Ortstermine und Gespräche mit Bürger*innen, Trägern öffentlicher Belange, Interessenverbänden und anderen Fachbereichen bei der Stadt Dortmund zu den oben genannten Themen statt. Die Ergebnisse flossen in den nun vorliegenden Entwurf zur erneuten öffentlichen Auslegung ein.

Nach der erneuten öffentlichen Auslegung in diesem Herbst werden die eingegangenen Anregungen und Bedenken ausgewertet und es wird ein Satzungsentwurf erstellt. Der Satzungsbeschluss ist für die erste Hälfte des Jahres 2020 vorgesehen. Erst nach dem Satzungsbeschluss des Rates der Stadt und nach der Prüfung durch die Bezirksregierung Arnsberg tritt der neue Landschaftsplan endgültig in Kraft. Bis zu diesem Zeitpunkt gelten weiterhin die Bestimmungen der Landschaftspläne Dortmund-Nord, -Mitte und -Süd.

Warum es einen neuen Landschaftsplan für Dortmund gibt

Seit den 1990er Jahren hat die Stadt Dortmund bereits mehrere Landschaftspläne erstellt und darin enthaltene Maßnahmen umgesetzt. Zunehmende Flächenversiegelung, sich ändernde Landschaftsstrukturen, Intensivierung der Landnutzung sowie der Klimawandel führen zu einem Verlust an Biodiversität und Lebensraumvielfalt. Der neu aufzustellende Landschaftsplan setzt daher folgendermaßen an:

  • Überprüfung der Gebiets- und Objektkulisse und Aufnahme von weiteren schutzwürdigen Flächen in den Landschaftsplan,
  • Förderung der biologischen Vielfalt durch Anlage, Pflege und Wiederherstellung von Feuchtbiotopen, Streuobstwiesen, Brachen und Grünlandflächen,
  • Schutz seltener und sensibler Tier- und Pflanzenarten,
  • Berücksichtigung der Belange des Klimaschutzes und der Anpassung an die Klimafolgen, z. B. durch Wald- und Grünlandschutz und damit langfristige Bindung von CO2,
  • Anpassung des Landschaftsplanes an die aktuellen Ziele der Bauleitplanung und an die gegenwärtige Stadt- und Landschaftsstruktur,
  • Vereinheitlichung der Ge- und Verbote in den Schutzgebieten sowie Anpassung an die bestehende Rechtslage.

Beschlossen wurde die Neuaufstellung des Landschaftsplans 2013 durch den Rat der Stadt Dortmund. Seit 2015 informiert das Umweltamt Bürger*innen regelmäßig über den aktuellen Planungsstand und ermöglicht ihnen, sich einzubringen. In dem nun vorliegenden zweiten Entwurf sind bereits zahlreiche Anregungen und Bedenken von Privatpersonen sowie von den Trägern öffentlicher Belange, wie z. B. Nachbarkommunen oder Interessenverbänden, eingeflossen.

Wozu Landschaftspläne gebraucht werden

Landschaftspläne legen im Außenbereich Maßnahmen zum Erhalt, zur Wiederherstellung und Entwicklung der Landschaft und ihrer natürlichen Ausstattung fest. Dazu gehören zum Beispiel Anpflanzungen von Baumreihen und Gehölzstreifen an Gewässern, die Anlage oder Pflege von Streuobstwiesen und Feuchtbiotopen oder die Pflege von Grünlandflächen. Außerdem setzen diese Pläne fest, welche Teile von Natur und Landschaft besonders schützenswert sind, wie zum Beispiel die Naturschutzgebiete und geschützten Landschaftsbestandteile.

Für die Schutzgebiete trifft der Landschaftsplan Regelungen zum Schutz der dort wildlebenden Tier- und Pflanzenarten. Auf diese Weise wird ein Flächennetzwerk geschaffen, welches verschiedene Lebensräume miteinander verbindet und einen sogenannten Biotopverbund bildet. Durch den Biotopverbund werden für Pflanzen und Tiere ausreichend Lebensräume und Möglichkeiten zur Vernetzung der Populationen geschaffen.

Zum Thema

Ansprechpartnerinnen bei Fragen zum Landschaftsplan sind Claudia Vennefrohne, Tel.: 0231/50 25528 sowie Britta Perschbacher, Tel.: 0231/50 23781. Der Landschaftsplan kann zu den Öffnungszeiten des Umweltamtes, in der Brückstraße 45 in den Zimmern 344 und 345, eingesehen werden. Die Unterlagen finden Sie online.