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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Umwelt

Klimaschutz-Team des Umweltamtes verteilt kostenloses Saatgut für Open-Source-Tomaten

Nachricht vom 21.01.2021

Was haben Cocktail-Tomaten mit dem Klimawandel zu tun? Antworten darauf gibt das Umweltamt Dortmund gemeinsam mit dem Verein Kommunen für biologische Vielfalt e.V. in einer bundesweiten Aktion. Zum Anbau der Open-Source-lizensierten Tomate "Sunviva" verschickt das Umweltamt gratis Saatgutpäckchen.

Gelbe Tomate der Sorte Sunvivas

Bürger*innen können sich kostenlos Saatgut der Tomaten vom Umweltamt zuschicken lassen.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Culinaris - Saatugut für Lebensmittel

Die samenfeste Sorte Sunviva gilt als besonders robust und kann ohne Pflanzenschutzmittel im Freiland gezogen werden. Samenfestes Saatgut ist die natürliche Wahl im Gegensatz zu dem in der Landwirtschaft gängigen Hybridsaatgut. Es ist nachbaufähig, also fruchtbar und bringt in den nächsten Generationen Pflanzen mit familienähnlichen Eigenschaften hervor.

Was ist eine "Open-Source-Tomate"?

In Zusammenarbeit mit der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) "Kümper Heide" wurde Saatgut der Open-Source-Tomate Sunviva in Dortmund gewonnen. Sunviva ist aufgrund ihrer rechtlichen Eigenschaften ein wesentlicher Baustein für die Biodiversität, da die Tomatensorte nach ihrer ursprünglichen Züchtung eine Open-Source-Saatgutlizenz erhalten hat. Anders als bei herkömmlichen Rechten an Saatgut erlaubt die Open-Source-Lizenz, die Samen frei und kostenlos zu verwenden. Auf diese Weise wird der Gebrauch des Saatguts für die Allgemeinheit auf Dauer gesichert.

Saatgut vermehren, weitergeben und weiterentwickeln

Die Besonderheit an der Open-Source-Lizenz ist also, dass alle das Saatgut vermehren, weitergeben und für regionale Bedürfnisse weiterentwickeln dürfen. Dabei bleibt es auch in Zukunft frei von Lizenzkosten. Anders als bei globalem Einheitssaatgut von Konzernen können bei Open-Source-Saatgut regionale Unterschiede und klimatische Veränderungen bei der Züchtung und beim Anbau dauerhaft berücksichtigt werden (Stichwort Standortgerechtigkeit). Somit trägt die Verschmelzung ökologischer und sozialer Aspekte zur Biodiversität bei.

Entscheidend für die Open-Source-Saatgutaktion sind zum einen die Zusammenarbeit mit der SoLaWi Kümper Heide, welche die Aussaat, Pflege, Ernte und Trocknung des Saatguts übernommen hat, sowie die Bereitstellung einer Open- Source-Saatgut-Lizenz. Diese wurde 2017 durch "OpenSourceSeeds – AGRECOL" zur freien Verfügung veröffentlicht.

Dortmunder Realschule berichtet über ihren "Tomaten-Test"

Im Rahmen der Open-Source-Saatgutinitiative des Umweltamtes wurden Veranstaltungen zur Öffentlichkeitsarbeit und für Bildung für Nachhaltige Entwicklung durchgeführt. Zum Beispiel die Dortmunder Johann-Gutenberg-Realschule hat sehr vielfältig mit der Sunviva-Tomate gearbeitet und die eigene Arbeit mit Bild und Text im schuleigenen Blog dokumentiert. Der Blog soll zur Nachahmung inspirieren!

Die Informationen dieser Pressemitteilung zur Open-Source-Tomate Sunviva finden sich auch auf der Homepage von Kommunen für biologische Vielfalt e.V. als Praxisbeispiel.

Zum Thema

Alle interessierten Bürger*innen können sich melden und erhalten dann Saatgutpost. Für Rückfragen steht Ihnen Christian Nähle aus Koordinierungsstelle für Klimaschutz und Klimaanpassung des Umweltamtes zur Verfügung:

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.