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Umwelt

Nach PCB-Immissionen in Körne: Produktion bei M+S Silicon ist jetzt zu 100 Prozent chlorfrei

Nachricht vom 01.04.2022

Die Firma M+S Silicon hat nach eigenen Angaben nun die gesamte Produktion so umgestellt, dass ab dem 1. April 2022 auf chlorhaltige Zusätze zu 100 Prozent verzichtet werden kann. Das kündigte der Betrieb der zuständigen Aufsichtsbehörde, der gemeinsamen Unteren Immissionsschutzbehörde der Städte Dortmund, Bochum und Hagen, gegenüber in einem Schreiben an. Mit der veränderten Produktionsweise sollten sich die PCB-Immissionen auf Null reduzieren.

Hände mit Pflanzen

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"Dass die vollständige Umstellung der Produktion nun erreicht ist, ist eine gute Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger in Körne, insbesondere für diejenigen mit Kleingärten, die das Thema schon seit 2020 beschäftigt", sagt Umweltdezernent Ludger Wilde. "Wir erwarten, dass sich die Umstellung der Produktion dann auch in den Ergebnissen der nächsten Messungen widerspiegeln wird."

Durch den Einsatz eines chlorhaltigen Vernetzers entstanden im Produktionsprozess spezielle, potenziell gesundheitsschädliche polychlorierte Biphenyle (PCB). Die staub- und gasförmigen Emissionen hatten Auswirkungen auf das unmittelbare Umfeld.

Rückblick

Die durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW im Jahr 2020 durchgeführten Untersuchungen an exponierten Grünkohlproben wiesen für den Bereich des Gartenvereins Nord-Ost erhöhte Konzentrationen an PCB auf.

Die Stadt Dortmund hatte daraufhin für den Anbau und Verzehr von Gemüse vorsorgliche Verzehrempfehlungen ausgesprochen. Demnach sollte bis auf weiteres auf den Gartenparzellen des Vereins Nord-Ost angebautes Blattgemüse nicht häufiger als einmal pro Woche in einer Portionsgröße von 250 g verzehrt werden.

Im vergangenen Jahr sind die Untersuchungen durch das Landesamt fortgesetzt worden. Auf zwei Gartenparzellen der Anlage Nord-Ost wurden in der Zeit vom August bis November 2021 Pflanzcontainer mit Grünkohl aufgestellt. Die Analysen dieser zweiten Grünkohlmesskampagne zeigten wider Erwarten PCB-Gehalte, die vergleichbar waren wie die des Vorjahres. Und das, obwohl die Menge des für die Entstehung der PCB verantwortlichen Vernetzers nach Aussage des Unternehmens bereits um 75 Prozent reduziert worden war.

Komplett chlorfreie Produktion als Ziel

Die gemeinsame Untere Immissionsschutzbehörde der Städte Dortmund, Bochum und Hagen hatte deswegen bereits verwaltungsrechtliche Schritte eingeleitet, um die erkennbar deutlichen Bemühungen des Unternehmens zur Erreichung der Null-PCB-Emission zu beschleunigen und formal sicherzustellen.

"Die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Anliegerinnen und Anlieger stand und steht für uns immer an oberster Stelle. Wir freuen uns daher sehr, dass wir jetzt mit allen Kunden eine entsprechende Anpassung bei der Produktion von Halbfertig- und Fertigerzeugnissen vereinbaren konnten", erklärt dazu Jürgen Siedler, geschäftsführender Gesellschafter bei M+S Silicon. Hinter der Umstellung der Produktion stecken aufwändige Verfahren zur Neuzertifizierung.

Auch in diesem Jahr werden die Luft- und Grünkohluntersuchungen des LANUV fortgesetzt – verbunden mit der Hoffnung, dass die Produktionsumstellung zu deutlich veränderten Messwerten führen wird.

Verzehrempfehlungen bleiben vorerst bestehen

Für die 201 Gartenparzellen des Gartenvereins Nord-Ost bedeutet die gute Nachricht aber noch nicht, dass die Verzehrempfehlung aus dem Vorjahr zum jetzigen Zeitpunkt aufgehoben werden kann. Erst im nächsten Frühjahr werden neue Messergebnisse vorliegen, mit deren Hilfe die Empfehlung neu bewertet werden kann. Selbst angebautes Blattgemüse sollte demnach also nach wie vor nicht häufiger als einmal pro Woche in einer Portionsgröße von 250 g verzehrt werden.

Zum Thema

Die Berichte des LANUV sind online einzusehen. Weitere detaillierte Informationen finden sich auf der Seite der Stadt Dortmund unter dortmund.de/pcb-koerne, die seit 2020 laufend aktualisiert wird.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.