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Verkehr

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Das Mikrodepot am Ostwall

Seit Januar 2021 sorgen die 5 Überseecontainer des temporären Dortmunder Mikrodepots am Ostwall in der Dortmunder Innenstadt für großes Interesse – bei Nachbar*innen, in der Stadt, in den Medien, in der Fachwelt und in anderen Kommunen, die vom Dortmunder Mikrodepot am Ostwall lernen wollen.

Als Beitrag für emissionsfreien Lieferverkehr nutzen die vier Paketdienstleister Amazon Logistics, DPD, GLS und UPS das Mikrodepot als Umschlagplatz für die klimafreundliche innerstädtische Paketzustellung. Mit dem gemeinsamen und damit flächensparenden Betrieb eines Mikrodepots durch verschiedene Dienstleister ist die Stadt Dortmund beispielgebend für kooperativen emissionsfreien Lieferverkehr auch in anderen Kommunen.

Bilderstrecke: Das Mikrodepot am Ostwall

Foto des Mikrodepots am Ostwall 6 Bilder
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Katharina Kavermann

CO2-Emissionen und Parksuchverkehr reduzieren

Dadurch können CO2-Emissionen reduziert werden, die durch konventionelle Zustellfahrzeuge mit Dieselmotoren ausgestoßen werden. Weitere Vorteile des Einsatzes von elektrisch unterstützten Lastenrädern oder anderen kleinen, elektrisch betriebenen Fahrzeugen sind geringere Fahrzeugkilometer konventioneller Lkw, weniger Parksuchverkehr und Parken in der zweiten Reihe von Zustellfahrzeugen und damit eine Entlastung der Straßen. Außerdem können zusätzliche Verkehrswege wie Radwege genutzt werden, die für größere Zustellfahrzeuge nicht befahrbar sind.

Erfahrungen sammeln für dauerhafte Lösung

Die Container des Mikrodepots am Ostwall sind eine vorübergehende Lösung, um das Konzept zu testen und gemeinsam mit den Lieferdiensten Erfahrungen zu sammeln. Ziel ist es, schnell eine geeignete Immobilie für ein dauerhaftes Mikrodepot zu finden. Durch die Erkenntnisse, die in der Erprobung des temporären Mikrodepots gewonnen werden, können die Anforderungen an eine möglichst bestehende Immobilie genauer definiert und Eigentümer*innen sowie Investor*innen zielgerichtet angesprochen werden. Aufgabe der Kurier-, Express- und Paket-(KEP-)Dienstleister ist es dann, nach dem Projektzeitraum die Immobilie anzumieten und den eventuell erforderlichen Umbau zu realisieren.

Zum Thema

Ein für Dortmund maßgeschneidertes Konzept eines Mikrodepots sowie weitere Möglichkeiten eines emissionsfreien Lieferverkehrs standen im Mittelpunkt eines Infoforums Emissionsfreier Lieferverkehr, bei dem sich am 11. Februar 2020 rund 40 Akteure in der IHK zu Dortmund ausgetauscht haben.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Mikrodepot?

Ein Mikrodepot ist ein Ort, an dem Transportgüter vom Lkw zur Feinverteilung auf klimafreundliche Verkehrsmittel wie Lastenräder umgeschlagen werden. Dadurch schafft das Mikrodepot infrastrukturelle Voraussetzungen für einen klimafreundlichen Pakettransport mittels elektrisch unterstützter Lastenräder auf der so genannten letzten Meile.

Wo befindet sich das Mikrodepot am Ostwall?

Das Mikrodepot befindet sich am Ostwall in der Nebenfahrbahn südlich der Agnes-Neuhaus-Straße und damit gut erreichbar für Lkw und an der Schnittstelle zur besonders verkehrssensiblen City.

Wer profitiert vom Mikrodepot am Ostwall?

  • Anwohner*innen und die Stadtgesellschaft,
    da Treibhausgasemissionen durch das Ersetzen von Lkw durch E-Fahrzeuge reduziert werden
    da Parksuchverkehre und die Verkehrsbelastung allgemein reduziert werden
  • Lokaler Handel
    aufgrund höherer Belieferungsfrequenz und optimierter Logistikkonzepte
  • Paketdienstleister
    aufgrund besserer ökologischer Bilanz und flexiblerer Logistikkonzepte

Welche Bedeutung hat das Mikrodepot für Empfänger*innen und Versender*innen von Paketen?

Das Mikrodepot bringt für Empfänger*innen und Versender*innen von Paketen keine Veränderungen mit sich. Zustellung und Abholung erfolgen wie gewohnt. Die Paketdienste liefern morgens Sendungen mit Ziel Innenstadt das Mikrodepot und stellen sie von dort aus im Laufe des Tages mit Lastenrädern an die Empfänger*innen (Lieferadresse). Sendungen, die nicht per Lastenrad transportiert werden können, werden mit herkömmlichen Lieferfahrzeugen abgeholt und zugestellt.

Privatleute können am Mikrodepot keine Pakete abgeben oder abholen. Aufgrund der begrenzten Laufzeit umfasst das Mikrodepot keine Packstationen der Paketdienste. Sendungen müssen wie gewohnt entweder im Paketshop aufgegeben oder das Abholen von zu Hause aus beim jeweiligen Paketdienst beauftragt werden.

Wie werden die Sendungen vom Mikrodepot aus verteilt?

Die Sendungen für Empfänger*innen in der Innenstadt werden von den Paketdiensten mit unternehmens-individuellen Lastenrädern zugestellt. Jeder Paketdienst nutzt dazu mehrere eigene Lastenräder und organisiert die Zustellung eigenverantwortlich, so wie bisher bei der Zustellung mit herkömmlichen Zustellfahrzeugen. Die Anzahl der eingesetzten Lastenräder variiert zwischen den Paketdiensten und kann sich im Laufe des Betriebs je nach Bedarf ändern.

Ist der Parkplatz am Ostwall während des Betriebs des Mikrodepots weiterhin nutzbar?

Ja, der Parkplatz an der Außenseite des Ostwalls ist weiterhin nutzbar. Um vom Parkplatz den Wall oder die Agnes-Neuhaus-Straße wieder zu erreichen, kann am Mikrodepot vorbeigefahren werden. Nur etwa 50 Stellplätze, die heute kaum belegt werden, sind für den Zeitraum des Betriebs von Januar 2021 bis maximal Ende Februar 2022 nicht nutzbar.

Welche Paketdienstleister nutzen das Mikrodepot am Ostwall?

In einem offenen Beteiligungsverfahren an alle Paketdienstleister haben sich die Unternehmen UPS, DPD, GLS und Amazon Logistics für die Nutzung des temporären Mikrodepots am Ostwall entschieden.

Wer betreibt das Mikrodepot?

Die DOPARK GmbH, die Tiefgaragen und Parkplätze in Dortmund bewirtschaftet, betreibt das temporäre Mikrodepot am Ostwall. Aufgabe der Kurier-, Express- und Paket-(KEP-)Dienstleister ist es dann, nach der Erprobungsphase eine Immobilie anzumieten und die Nutzung zu organisieren oder hierfür einen Betreiber zu gewinnen.

Wer finanziert das Mikrodepot?

Die Errichtung des temporären Mikrodepots am Ostwall für die emissionsfreie Innenstadtlogistik ist eine von 16 Maßnahmen der Umsetzungsstrategie "Stadtluft ist (emissions-) frei – Dortmunds Einstieg in eine emissionsfreie Innenstadt". Die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen unterstützen das Mikrodepot am Ostwall aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Bleibt das Mikrodepot dauerhaft am Ostwall?

Nein. Das Mikrodepot am Ostwall ist eine temporäre Einrichtung, die im Rahmen des EU-Förderprojektes Emissionsfreie Innenstadt 14 Monate lang erprobt wird. Während des Probebetriebs können erste Praxis- und Erfahrungswerte gesammelt und die dauerhafte Einrichtung eines Mikrodepots in einer Bestandsimmobilie vorbereitet werden. Parallel zum Betrieb des temporären Mikrodepots werden innerstädtische Immobilien auf ihre logistische Verwertbarkeit für ein dauerhaftes Mikrodepot untersucht.

Was passiert mit den Containern nach Projektablauf?

Die wiederverwendeten Überseecontainer werden nach ihrer Nutzung als temporäres Mikrodepot weiter verwendet als Möbellager, Lärmschutz, zur Lagerung oder als Wassertank.

An wen kann ich mich bei Fragen zum Mikrodepot wenden?

Ansprechpartnerin für das Mikrodepot am Ostwall ist Dr. Kathrin Konrad, Telefon 0231 50-23741. Sie können Ihre Fragen auch gern mailen an umsteigern@stadtdo.de.