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Einkaufszentrum an der Friedrich-Hölscher-Straße

Aktionsplan Soziale Stadt

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Aktionsraum Scharnhorst Alt

Der Aktionsraum Scharnhorst Alt gehört zum Stadtbezirk Scharnhorst, der im Nordosten Dortmunds liegt. Scharnhorst Alt grenzt im Norden an Kirchderne und Hostedde, im Süden an Brackel und Wambel sowie im Osten an Scharnhorst Ost. Im Westen schließen sich die Flächen der ehemaligen Westfalenhütte Dortmund an.

Der Name ist eng mit der ehemaligen Zeche Scharnhorst verbunden, die ab 1871 in dem bis dahin landwirtschaftlich geprägtem Raum errichtet wurde und von 1901 bis 1975 in Betrieb war. Die Zeche erhielt ihren Namen nach dem Preußischen General und Reformer Gerhard von Scharnhorst.

Die Vergangenheit des Stadtteils ist stark vom Bergbau geprägt. Scharnhorst Alt hat sich über mehrere Jahrzehnte aus verschiedenen Bergarbeitersiedlungen der Zeche Scharnhorst entwickelt. Die ersten Siedlungen entstanden 1898. Sie hatten große Gärten und boten die Möglichkeit zur Kleintierhaltung (Wambeler Heide). Eine Besonderheit war die Kolonie "Am Holzgraben", die 1902 erbaut wurde. 30 Zweifamilienhäuser wurden hier hintereinander errichtet. Wegen der lang aneinander gereihten Häuserzeile nannte man diese Siedlung allgemein die "D-Zug Siedlung".

Grunewald-Siedlung

Zwischen 1909 und 1913 entstand die ansprechend gestaltete Kolonie Grunewald.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Zwischen 1909 und 1913 entstand die ansprechend gestaltete Kolonie Grunewald. Sie besteht aus zwei parallel verlaufenden Straßen (Eichkamp und Grunewaldstraße).

1918 wurde Scharnhorst zur eigenständigen Gemarkung erhoben. Das Gebiet umfasste ungefähr den Bereich, der sich an die Zeche Scharnhorst anschloss und heute allgemein als Scharnhorst Alt bezeichnet wird.

Eine Erweiterung erfuhr Scharnhorst Alt in den 50er Jahren zur Behebung der Wohnungsnot nach dem zweiten Weltkrieg und dem Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Ab 1954 wurden die ersten Eigenheime und 521 Mietwohnungen bezogen. Finanziert wurde das Bauvorhaben durch die "Mutual Security Agency", der amerikanischen Agentur für gegenseitige Sicherheit. Das Kürzel "MSA" trägt die Siedlung noch heute.

MSA-Siedlung

MSA-Siedlung
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Ab 1965 wurde aufgrund der allgemeinen Wohnungsnot eine neue Großsiedlung errichtet, die als Scharnhorst Ost bezeichnet wurde.

Aus der einst kleinen Gemarkung Scharnhorst wurde 1975 der Stadtbezirk Scharnhorst mit nun seinen insgesamt 7 Stadtteilen.

Heute ist Scharnhorst Alt ein sehr vielseitiger Stadtteil. Von der ehemaligen Schachtanlage ist fast nichts übrig geblieben, lediglich ein Stück Zechenmauer ist noch erhalten. Auf dem ehemaligen Zechengelände befindet sich heute ein (noch nicht vollständig bebautes) Gewerbegebiet, gelegen an der Straße „Zeche Scharnhorst“, deren Name noch an die Bergbau-Vergangenheit erinnert. Wegen der großen Bedeutung der Zeche für die Entstehung des Stadtbezirks wurde an der Flughafenstraße eine Seilscheibe der Zeche aufgestellt. Auch das Wappen des Stadtbezirks zeigt die alte Seilscheibe.

Scharnhorster Seilscheibe

Scharnhorster Seilscheibe
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In der Umgebung sind die zugehörigen Zechensiedlungen noch erhalten. Viele Häuser sind inzwischen in Privatbesitz übergegangen. Die MSA-Siedlung wird seit 2013 mit Landesmitteln modernisiert. Sie besteht zu zwei Dritteln aus Einpersonenhaushalten, da die Wohnungen sehr klein sind.

Die Bebauung in Scharnhorst Alt ist durchmischt und setzt sich aus kleineren Wohneinheiten zusammen, die entweder aus Ein- und kleineren Mehrfamilienhäusern oder aus Reihenhäusern bestehen und durch zahlreiche Grünflächen aufgelockert sind. Es gibt darunter auch Siedlungen, in denen Unterstützungsbedarf evaluiert wurde.

Scharnhorst Alt untergliedert sich in folgende statistische Unterbezirke: MSA-Siedlung, Alt-Scharnhorst (trotz identischem Namen ist hier nur der westlichste Teil des Stadtteils Scharnhorst Alt gemeint, der sich vom Ende Westholz über die Friedrich-Hölscher-Straße bis zum Gebiet um die Wambeler Heide hinter der B236 erstreckt) und Westholz.

Einkaufszentrum an der Friedrich-Hölscher-Straße

Einkaufszentrum an der Friedrich-Hölscher-Straße
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Die Friedrich-Hölscher-Straße bildet verkehrs- und anbietermäßig den Mittelpunkt im Unterbezirk Scharnhorst Alt. Gewerbetreibende (Lebensmittelgeschäft, Apotheke, Ärzte, Therapeuten, Friseur, Gaststätte, Fahrschule, Kiosk, Pizzeria etc.) halten ein vielseitiges Angebot für die dortige Bewohnerschaft vor. Westlich der B236 ist der Zugang zu Versorgungseinrichtungen und sozialer Infrastruktur eingeschränkt. Die in den 80er Jahren eröffnete Bundesstraße (in Nord-Süd-Richtung verlaufend) durchschneidet das Gebiet und grenzt es vom übrigen Stadtteil ab. Parallel zur B236 verläuft die vielbefahrene Rüschebrinkstraße; zwischen diesen beiden Straßenverläufen liegt das Wohngebiet der Wambeler Heide, Rüschenstraße, Wambeler Holz und Am Hahnenholz. In diesem Bereich (Insellage) wurde ein Tätigkeits-Schwerpunkt des Aktionsplans Soziale Stadt gesetzt.

Für die Unterbezirke Westholz und MSA-Siedlung ist die Nahversorgung sichergestellt. An der Gleiwitzstraße gibt es ein Lebensmittelgeschäft mit Getränkemarkt sowie weitere kleine Läden. Es sind dort aber auch noch einige Leerstände von ehemaligen Geschäften (Ladenzeile) zu verzeichnen.

Park an der Flughafenstraße

Park an der Flughafenstraße
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Der Stadtteil Scharnhorst Alt verfügt über weitläufige Grünflächen. In diesen Freiflächen sind Spielflächen sowie Fuß- und Radwege eingebettet. Viel Grün gibt es insbesondere im süd-östlichem Raum und in Form eines kleinen Parks an der Flughafenstraße.

An dieser liegt auch der Abenteuerspielplatz. Auf dem großen Gelände gibt es viele Möglichkeiten für eine spannende und abenteuerliche Freizeitgestaltung. Gemeinsam mit dem Fahr-, Reit- und Voltigierverein wird dort auch ein Reitangebot vorgehalten. In direkter Nähe liegt der Jugendplatz „Blueplace“, auf dem in den Sommermonaten ebenfalls viele Aktionen stattfinden. Für die Kinder in Scharnhorst Alt stehen 7 Tageseinrichtungen, 2 Grundschulen, eine Förder-, eine Haupt- und eine Realschule im Stadtteil zur Verfügung. Es gibt zudem Seniorenwohnungen (Wohnpark Westholz) und ein städt. Seniorenheim (Seniorenwohnsitz Westholz). Die Gemeinden der Evangelischen Auferstehungskirche und der katholischen Kirchengemeinde St. Immaculata übernehmen neben dem Moscheeverein (Ayasofya Moschee) wichtige Funktionen für die Bewohnerschaft.

Der Stadtteil ist verkehrsmäßig gut erschlossen. Durch die Kombination von Bus- und Bahnverbindungen in verschiedenste Richtungen sind Ziele in der näheren Umgebung schnell erreichbar. Weiterhin ist mit dem Anschluss an die B236 sowie an die Brackeler Straße eine sehr gute Verbindung in die Innenstadt, zur A1, zur A2 und zur nahe gelegenen B1 gegeben.

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