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Bild: Jesús González Rebordinos

Andenken

Stadt erinnert an seinem Todestag an ihren Ehrenbürger Günter Samtlebe

Nachricht vom 03.07.2018

Am 7. Juli 2011 verstarb der langjährige Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Dortmund, Günter Samtlebe. Anlässlich seines Todestages erinnert die Stadt an diese große Persönlichkeit der Kommunalpolitik durch die Niederlegung eines Kranzes an seiner Grabstätte auf dem Hauptfriedhof.

Samtlebe wurde am 25. Februar 1926 in Dortmund-Schüren geboren. Seine Jugend war geprägt von einem kurzen Einsatz als Soldat, der ihm als 17-Jährigen kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges nicht erspart blieb.

Er absolvierte eine Verwaltungsausbildung, arbeitete als Hüttenarbeiter, wurde später bis zu seinem Ruhestand Direktor der Hoesch Stahl AG im Bereich der allgemeinen Verwaltung.

Schon 1946 trat Günter Samtlebe in die SPD ein, wurde 1956 in den Rat gewählt, dem er bis 1999 über 40 Jahre angehörte. Er war von 1964 bis 1969 Finanzsprecher und von 1969 bis 1973 Vorsitzender seiner Fraktion.

Am 12. Februar 1973 begann seine über 26 Jahre währende Amtszeit als Oberbürgermeister der Stadt. Sie endete nach fünf Wiederwahlen erst am 30. September 1999 mit Einführung der neuen Kommunalverfassung und Direktwahl des Oberbürgermeisters, für die sich auch Samtlebe immer eingesetzt hatte.

In dieser langen Zeit als Oberbürgermeister der Stadt Dortmund gelang es Günter Samtlebe durch seine Persönlichkeit, Tatkraft und Bürgernähe dem Amt besondere Prägung und außergewöhnliches Ansehen zu verschaffen. Er gestaltete die Ära Dortmunds als Stadt des Stahls, der Kohle und des Bieres mit, beförderte die Bedeutung Dortmunds als Stadt der Forschung und der Lehre, als westfälische Handelsmetropole und Zentrum der Hochtechnologie. Als Mann aus dem Stahlbereich war er den Menschen in der Montanindustrie emotional eng verbunden. Doch Günter Samtlebe wusste immer, dass sich diese wirtschaftliche Ausrichtung nicht konservieren ließ und trug nach Gründung der Dortmunder Universität maßgeblich dazu bei, neue Wirtschaftsimpulse auf den Weg zu bringen.

In diesem Zusammenhang wurde er 1980 zum Vater der Dortmund-Konferenz, die viele Jahre weit über die Stadtgrenzen hinaus als mustergültige Lösungsform kommunaler Problemlagen galt. 1994 rief er erstmals die City-Runde zusammen. Seine Amtszeit kennzeichnen außerdem so wichtige Zukunftsentscheidungen wie die für den Bau der Stadtbahn, die fußgängerfreundliche Umgestaltung der Innenstadt und den Bau eines neuen Rathauses am Friedensplatz.

Vordenker des heutigen Europa

Schon sehr früh wurde Günter Samtlebe zum Verfechter der Aussöhnung zwischen den Völkern und damit zum Vordenker des heutigen Europa. Während seiner Amtszeit wurden die Städtepartnerschaften mit Rostow am Don und Buffalo (beide 1977), Netanya (1980), Novi Sad (1981), Zwickau (1988) und Xian (1991) begründet. Daraus erwuchsen zahllose zwischenmenschliche Begegnungen jenseits von Staatsgrenzen aber auch viele Hilfsaktionen, die Samtlebe entweder selbst initiierte oder an denen er maßgeblich beteiligt war.

Politisch war Günter Samtlebe weit über Dortmund hinaus aktiv. Von 1983 bis 1985 war er Präsident des Deutschen Städtetages, dem Präsidium gehörte er von 1980 bis 1999 an. Im Ruhrgebiet war er Mitbegründer des Arbeitskreises der Oberbürgermeister, ergriff 1984 die Initiative für "Olympische Spiele im Ruhrgebiet", die trotz Zustimmung von Land, Bund und NOC später der Bewerbung Leipzigs unterlag, und wurde 1985 für sieben Jahre Kuratoriumsvorsitzender des Vereins "Pro Ruhrgebiet".

Seine vielfältigen Initiativen, seine Funktionen und Ämter, vor allem aber seine unverwechselbare Persönlichkeit haben Günter Samtlebe bundesweit zu einem der bekanntesten und geschätztesten Kommunalpolitiker werden lassen. Seinen politischen Einfluss und sein persönliches Renommee hat er stets zum Wohle der Stadt und ihrer Menschen eingesetzt.

Günter Samtlebe hinterließ seine Frau Gisela, zwei Töchter, drei Enkel und einen Urenkel. Die Stadt Dortmund wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

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